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Studium in Zeiten von Corona - Wie Corona das Studentenleben verändert

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Ein Studium in einer neuen Stadt und die Kommilitonen kennt man nur über den Bildschirm. Wie Corona das Studentenleben verändert.

Das Wintersemester 20/21 ist bereits das zweite Semester unter Corona-Bedingungen. Gerade für Studienanfänger ist das oftmals sehr frustrierend.

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Mit der Webcam muss jeder Winkel in dem kleinen WG-Zimmer gezeigt werden. Niemand sonst darf dort sein, nichts auf dem Schreibtisch, keine losen Zettel auf der Kommode. Selbst die Plakate und Bilder werden von den Prüfern genauer inspiziert. Eine Klausur in der Home-Uni.

"Ich hatte gehofft, dass man da schummeln kann", sagt Vincent Gonnella "aber da habe ich mich getäuscht". Für sein Studium ist er im August aus Berlin nach Leeuwarden in den Niederladen gezogen. Er studiert Tourismus-Management - hauptsächlich online. Von 140 Kommilitonen kennt er nur 14. Alles ist anders, berichtet er:

Keine Ersti-Partys, keine Clubs, Online-Vorlesungen. Das volle Programm eben.
Vincent lacht. Im Hintergrund geht die Sonne unter.
Vincent Gonnella, ist für sein Studium von Berlin nach Leeuwarden gezogen.
Quelle: Privat

In einer völlig neuen Stadt fällt so für viele ein wichtiger Ort zum vernetzten weg. Besonders für neue Studenten ist das ein Problem. Einige Unis versuchen deshalb, Studenten im ersten Semester besonders zu berücksichtigen. "Um die soziale Integration zu fördern, versucht man bei denen einen Teil mit Präsenz-Veranstaltungen zu machen", sagt Achim Mayer auf der Heyde, Generalsekretär des deutschen Studentenwerks.

Die fehlenden Uni-Kontakte sind vor allem ein Problem für Menschen, die aus anderen Ländern zum studieren nach Deutschland kommen. Das sind zwar weniger als vor der Corona-Pandemie, dennoch meldet der Deutsche Akademische Austauschdienst immer noch 80 Prozent der ausländischen Studenten im Vergleich zum Vorjahr.

Weniger Studenten auf Wartelisten von Wohnheimen

Das ist mit ein Grund dafür, dass sich die Situation um die Studentenwohnheimsplätze etwas entspannt hat. In Hamburg, Berlin und Darmstadt sind deutlich weniger Personen auf der Warteliste für einen Platz im Studentenwohnheim als noch vor einem Jahr.

"Die Wartelistenplätze, die im Sommer abgebaut worden sind, werden sich aber schnell wieder füllen", sagt Mayer auf der Heyde. Die Entspannung wäre nur temporär. Und auch mit Corona bleibt es schwer, einen Platz im Studentenwohnheim zu bekommen. In München beispielsweise warten ganze 12.000 Studenten.

Mehr Studenten trotz Corona

Es gibt zwar weniger Studenten aus dem Ausland, dafür aber umso mehr aus Deutschland. An der Technischen Universität in Berlin beispielsweise haben sich zum Wintersemester 18.000 Menschen auf einen Bachelor-Studiengang beworben. Das sind gut zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Bei den Master-Studiengängen bewarben sich sogar 30 Prozent mehr als im Wintersemester 2019/2020.

Dafür gibt es mehrere Gründe. Bei vielen Unis würde wegen der Corona-Pandemie die Bewerbungsfrist für Studiengänge nach hinten verschoben. Dadurch gab es einen längeren Zeitraum, in dem man sich auf ein Studium bewerben konnte, Abiturienten hatten mehr Zeit, sich Gedanken zu machen, was sie studieren wollen. Ein weiterer Grund sei, dass vielen die Alternativen fehlen "man kann ja zur Zeit nicht wirklich ins Ausland oder ein Gap-Year machen", sagt Karim Kuropka, Pressereferent der Uni-Hamburg. Für ihn sei das alles nur eine "Übergangslösung", nichts könne das reale Treffen ersetzten.

Im schottischen Glasgow stehen rund 600 Studierende unter Quarantäne – 124 wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Zuvor hatte es Partys in Studentenwohnheimen gegeben.

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Das Feiern nachholen

Und auch Vincent freut sich, bald wieder mehr in der Uni in Leeuwarden sein zu können. Im Moment sieht es nicht gut aus. Die Niederlande melden neue Corona-Höchstwerte. Die Regierung hat einen Teil-Lockdown beschlossen. Was Vincent am meisten vermisst? "Das Feiern-gehen – aber das wird dann schon ordentlich nachgeholt."

Dem Autor auf Twitter folgen: nils_hgm

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