Sie sind hier:

Wirtschaft gibt keine Zusage - Corona: Die nächste Test-Schlappe

Datum:

Statt Pflicht nur ein Appell: Bund und Länder wollten Arbeitgeber verpflichten, ihre Beschäftigten mindestens einmal pro Woche auf Corona zu testen. Doch die Firmen sagen ab.

Binnen eines Tages hat das RKI 4.252 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem sind 255 Menschen innerhalb von 24 Stunden an dem Virus gestorben.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Die Unternehmen stehen "zu ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung"“, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Papier von Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Bund Deutscher Industrie, Deutscher Industrie- und Handelskammertag und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks.

Deswegen soll es in den Mitgliedsfirmen der Verbände "bis Juni" eine "vorübergehende substanzielle Ausweitung der Testung" geben. Das hatte sich die Bundesregierung etwas konkreter gedacht.

Bund und Länder wollten einen Test pro Woche

Bund und Länder hatten vorige Woche in ihren Corona-Beschlüssen einen kostenlosen Corona-Schnelltest von Beschäftigten in Präsenz "mindestens" einmal pro Woche gefordert. Außerdem sollte es eine Bescheinigung darüber für die Beschäftigten geben. Die Tests seien, so hieß es, für den umfassenden Infektionsschutz "erforderlich".

Ein erstes Treffen zwischen Bundesregierung und Spitzenverbänden war bereits am Freitag geplatzt, weil nach Meinung der Bundesregierung die Vorschläge der Wirtschaft unzureichend gewesen waren. Viel besser scheint es übers Wochenende nicht geworden zu sein: Die Erklärung der Verbände macht keine Zusagen.

WISO probiert den Abstrich aus Nase und Hals

Beitragslänge:
6 min
Datum:

Verbände: Firmen haben schon viel investiert

Zwar sagen die Verbände zu, an ihre Mitgliedsfirmen zu appellieren, Schnelltests anzubieten. Man wolle "alles Erdenkliche dafür tun, dass die Unternehmen diesem Aufruf folgen", um die Pandemie einzudämmen. Sie verweisen aber auch darauf: Zahlreiche Unternehmen würden ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schon testen.

Außerdem hätten sie "in großem Maßstab in Hygienemaßnahmen und Unternehmensinfrastruktur investiert, um ihre Belegschaften zu schützen, mobiles Arbeiten zu ermöglichen". Der Arbeitsplatz sei "ein vergleichsweise sicherer Ort", heißt es in dem Papier der Spitzenverbände. Und:

Wir sehen in der Impfung das zentrale Element der Pandemiebekämpfung.
Erklärung der Wirtschaftsverbände

Will heißen: Nicht in den Tests.

Merkel will ersten Bericht Anfang April

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich heute zufrieden. Indem die Unternehmen zugesagt hätten, regelmäßig über den Stand der Testungen zu berichten, gebe es eine "Verbindlichkeit". Die Bundesregierung "erwartet", so Merkel, dass die Unternehmen "substantiell" sich beteiligen. Merkel:

Die Teststrategie ist ein Muss.
Angela Merkel

Anfang April erwartet die Bundesregierung den ersten Bericht aus der Wirtschaft. "Wir werden uns sehr genau anschauen, was dabei herausgekommen ist", sagte Merkel.

Auch DGB-Chef Rainer Hoffmann mahnte, es dürfe nicht bei Appellen bleiben. "Arbeitnehmer brauchen Sicherheit", sagte Hoffmann zur Nachrichtenagentur Reuters. "Beschäftigten, die in Präsenz arbeiten, müssen kostenlose Tests angeboten werden. Die Kosten für die Tests müssen vom Arbeitgeber getragen werden."

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) verteidigte, dass den Unternehmen nun nicht mehr ein Test pro Woche vorgeschrieben wurde. Es gebe unterschiedliche Auffassungen, ob ein oder zwei Tests ausreichend seien. Deswegen sei es besser, keine Vorgaben zu machen, sagte Altmaier. "Das wird sich alles einspielen, wenn die Infrastruktur aufgebaut ist."

Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.