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Debatte um Impfanreize - Ärztechef: Keine Gratis-Tests für Ungeimpfte

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Ärztepräsident Reinhardt plädiert dafür, dass Impfunwillige künftig notwendige Corona-Tests selbst zahlen. Es müsse auf Dauer immer mehr Nachteile für Ungeimpfte geben.

Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, spricht bei der Eröffnungsveranstaltung des 124. Deutschen Ärztetages. Reinhardt plädiert dafür, dass Impfunwillige mehr Nachteile haben sollten.
Ärztechef Reinhardt will Ungeimpfte benachteiligen.
Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, möchte härter gegen Impfverweigerer vorgehen. Er hat sich dafür ausgesprochen, Ungeimpften ab Herbst keine kostenlosen Corona-Tests mehr anzubieten. Widerstand gibt es aus der Union und SPD, Zuspruch von der FDP.

Die Politik solle schon jetzt klarstellen, "dass es auf Dauer immer mehr Nachteile für Ungeimpfte geben wird", sagte der Ärztepräsident Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Ärztechef: Die Gemeinschaft nicht für Impfunwillige zahlen lassen

"Es darf eben am Ende nicht so sein, dass die Gemeinschaft für den Impfunwillen Einzelner aufkommen muss", so Reinhardt weiter. Er argumentiert:

Wenn (...) alle die Chance für eine vollständige Impfung bekommen haben, ist es angemessen, dass Ungeimpfte Schnell- oder PCR-Tests selbst bezahlen müssen, wenn sie in den Urlaub fahren, ins Restaurant oder ins Kino gehen wollen.
Klaus Reinhardt, Ärztepräsident

Bareiß: "Eine Frage der Gerechtigkeit"

Auch der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), sieht im Ende von kostenlosen Corona-Tests für Impfunwillige "eine Frage der Gerechtigkeit".

Die Kosten für die Tests würden von der Allgemeinheit getragen und das sei auch richtig, solange nicht jeder ein Impfangebot erhalten habe, sagte Bareiß am Mittwoch. Impfverweigerer müssten aber zukünftig Kosten für notwendige Tests selbst tragen.

Bisher werden vor allem Erwachsene geimpft. Dass es zum Kampf gegen Corona "sinnvoll" wäre, jetzt auch Jugendliche zu impfen, begründet der Präsident der Ärztekammer im ZDF.

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Aus der Union kommt Widerstand

Zuvor hatte sich bereits Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ähnlich geäußert. Sein Vorstoß traf aber in der Unions-Bundestagsfraktion auf Widerstand.

"Die Durchführung von Tests (...) ist und bleibt ein essenzieller Bestandteil unserer Pandemie-Bekämpfungsstrategie", sagte der CDU-Gesundheitspolitiker Michael Hennrich der "Welt".

SPD für Gratis-Tests, FDP dagegen

Auch die SPD sprach sich dafür aus, bis auf Weiteres an der bisherigen Praxis festzuhalten. "Ich freue mich, dass die Bürgertests so gut angenommen werden. Wir sollten dieses Angebot aufrechterhalten, solange es notwendig ist", sagte SPD-Fraktionsvize Bärbel Bas.

Die FDP plädierte hingegen für eine Abschaffung der Gratis-Tests. Die FDP-Gesundheitspolitikerin Christine Aschenberg-Dugnus sagte:

Selbstverständlich ist es unsinnig, kostenlose Tests auf unbestimmte Zeit fortzusetzen.
Christine Aschenberg-Dugnus, FDP

Die Gesundheitspolitikerin weiter: "Sobald allen Impfwilligen ein Impfangebot gemacht worden ist, sind kostenpflichte Tests für Bürgerinnen und Bürger, die sich impfen lassen können, sinnvoll." Es müssten aber Ausnahmen für Schwerkranke und Kinder gelten.

Angesichts der zunehmenden Impfmüdigkeit plädieren Linke und SPD sowie Städtetag und Ärztekammer für eine Werbekampagne. Wirtschaftsminister Altmaier sieht Impf-Anreize skeptisch.

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