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Corona-App verspätet sich weiter

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Kontaktverfolgung via Tracing - Corona-App verspätet sich weiter

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Sie hätte schon längst auf dem Markt sein sollen: die App, die Corona-Infektionsketten nachverfolgt. Doch nach ZDF-Informationen verspätet sie sich erneut - bis in den Juni.

Schweizer Armee testet Corona-App (Archiv)
Weltweit wird an Corona-Apps gefeilt: Test der Schweizer Armee (Archiv)
Quelle: Laurent Gillieron/KEYSTONE/dpa

Der Start der Corona-App des Bundes verspätet sich erneut. Nach ZDF-Informationen geht die Bundesregierung nicht mehr davon aus, dass die Anwendung noch im Mai auf den Markt kommen wird. "Wir glauben, dass Mitte Juni ein realistischer Zeitraum ist, dass wir die App in der ersten Version in Deutschland zur Verfügung stellen können", heißt es aus Regierungskreisen.

Demzufolge sei die Softwareentwicklung "eine besondere Herausforderung". Dabei müsse Sorgfalt vor Schnelligkeit gehen. "Eine App, die gehackt werden kann, würde niemals akzeptiert werden", so ein Sprecher der Bundesregierung zu ZDFheute.

Corona und der Datenschutz

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Spahn wollte App eigentlich im April vorstellen

Eigentlich hätte die App bereits Mitte April veröffentlicht werden sollen. Doch am 17. April musste Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eingestehen, die App sei erst in zwei, eher vier Wochen fertig. Auch damals schon verwies der CDU-Politiker darauf, Sicherheit müsse vor Schnelligkeit gehen.

Eine App zur Kontaktverfolgung: Für Gesundheitsminister Spahn ist sie ein "entscheidender Schlüssel", um das Coronavirus in Schach zu halten. Doch warum ist sie noch nicht da?

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Hintergrund der Verzögerung: Ein Streit im Entwicklerteam der App. Vor allem die Frage, wo die Daten der Nutzer zusammengeführt werden sollen, spaltete die Entwickler. Auf einem zentralen Server? Oder dezentral, also nur auf den Handys der Nutzer? Nach massiver Kritik von Datenschützern entschied sich die Bundesregierung für den sogenannten dezentralen Ansatz. Eine späte Entscheidung, die viel Zeit gekostet hat.

FDP bemängelt fehlende Digitalkompetenz des Bundes

Ich hätte mir gewünscht, die Startups wären deutlich früher eingebunden worden.
FDP-Digitalpolitiker Manuel Höferlin

Jetzt entwickeln die Telekom und SAP die App. Dabei hätte es auch Startups gegeben, die bereits eine App startklar hätten, kritisiert der FDP-Politiker Manuel Höferlin, Vorsitzender des Digitalaussschusses des Bundestags:

Höferlin bemängelt, der Vorgang zeige, wie schlecht es um die Digitalisierung in Deutschland bestellt ist. Die Bundesregerung und insbesondere das Kanzleramt beweise, dass sie digitale Projekte nicht gut koordinieren könne.

Der SPD-Netzexperte Henning Tillmann äußert sich wenig überrascht von der erneuten Verschiebung und warnt vor übertriebener Erwartungshaltung. Eine Corona-App sei ein Experiment. Wie gut sie funktioniere, werde sich erst im Sommer zeigen.

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