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Charité-Chefarzt Eckardt - "Haben es noch zum großen Teil in der Hand"

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Die Corona-Lage spitzt sich zu, die Ressourcen in der Intensivmedizin werden knapper. Charité-Chefarzt Kai-Uwe Eckardt über die Situation in den Kliniken und die Problemlösungen.

Deutschland ist im Shutdown. Trotzdem bleiben die Infektionszahlen hoch – und damit auch die Zahl der intensivpflichtigen Patienten. Manche Kliniken stoßen an ihre Grenzen.

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Die Lage in den deutschen Kliniken bleibt angespannt. Die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen steigt, die Kapazitäten werden knapper. Patientenschützer warnen vor einer möglichen Triage - einem medizinischen Ausnahmezustand, bei dem Ärzte entscheiden müssen, wen sie behandeln und wen nicht.

Kai-Uwe Eckardt, Klinikdirektor an der Charité Berlin, sprach im ZDF heute journal über die angespannte Situation in der Intensivmedizin. Sehen Sie oben das ganze Interview im Video und lesen Sie es hier in Auszügen. Eckardt erklärt in dem Gespräch, ...

... ob seine Ärzte auf solche Entscheidungssituationen vorbereitet sind

"Es gibt Diskurse darüber, es gibt Positionspapiere, es gibt Empfehlungen." Ebenso sei der interdisziplinäre Austausch mit Ethikern und Juristen wichtig. "Aber letztlich muss man wissen und sich eingestehen, dass zwischen der theoretischen Beschäftigung mit solchen Situationen und dem Praktizieren dann ein riesiger Unterschied liegt", sagt Eckardt.

Es gibt aus solchen Situationen heraus keinen guten Weg, sondern dann geht es immer darum, den am wenigsten schlechten Weg zu identifizieren.

Man müsse jetzt alles dafür tun, um solche Situationen zu vermeiden. "Wir haben es noch zu einem großen Teil in der Hand."

Hélène Eichrodt-Kessel musste erleben, was niemand erleben sollte. Ihr Vater, an Corona erkrankt, sollte in einem französischen Krankenhaus nicht mehr behandelt werden. Es gab nicht genug Sauerstoff. Er sollte sterben, so die Entscheidung der Ärzte.

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... was man jetzt machen muss, um die Lage zu meistern

Eckardt identifiziert drei Kernpunkte:

  • Verhalten der Menschen: Der relativ niedrige Prozentsatz an Covid-Erkrankten, die eine intensivmedizinische Behandlung brauchen, mache es für die Bevölkerung schwierig, die Krankheit als Bedrohung anzusehen.

"Aber bei den Infektionszahlen, die wir jetzt haben, sind zwei Prozent natürlich völlig ausreichend, um unser Gesundheitssystem an den Rand zu bringen." Es gehe jetzt nicht darum, den "Lockdown auszuleben", sagt Eckardt. "Nein, man muss ihn wirklich verinnerlichen." Jeder Kontakt, der jetzt stattfinde, sei einer zu viel.

Es hat keinen Zweck, so lange zu rechnen, bis am Ende doch die ganze Familie am Tisch versammelt ist."

Die Lage ernst zu nehmen, sei die einzige Möglichkeit, "damit wir im Januar etwas Luft bekommen."

  • Intensivkapazitäten hochhalten und nach Möglichkeit ausbauen: "An der Charité haben wir beschlossen, dass ab Montag für die OP die gleichen Regeln gelten wie sie sonst nur an Feiertagen gelten," erklärt Eckardt. Dann werden für einen Zeitraum von zwei Wochen nur Notfälle operiert. "Nur auf diese Art und Weise können wir die Kapazitäten schaffen, um die Intensivmedizin zu stützen."
  • Enge und gute Zusammenarbeit zwischen den Kliniken: "Das haben wir allerdings über Monate inzwischen jetzt schon geübt und wir müssen es jetzt noch auf eine andere Ebene bringen." Die Kliniken müssten sich "extrem gut vernetzen", jeder müsse wissen, welche Aufgabe er in dieser Situation habe, sagt Eckardt.

"Wir ziehen jetzt mehr Krankenhäuser in die Covid-Versorgung mit hinein." Damit könnten Patienten in diejenigen Regionen in Deutschland verlegt werden, in denen es noch Ressourcen gäbe.

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