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Interview

Kanzleramtschef Braun : "Wir müssen Delta zurückdrängen"

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Die Corona-Einreiseverordnung wird nicht verschärft. Man habe europaweit bereits die schärfsten Regeln, sagte Kanzleramtschef Braun im ZDF - und forderte zugleich mehr Kontrollen.

"Wir sind sehr besorgt", so Kanzleramtsminister Helge Braun. Aus diesem Grund sollen Reiserückkehrer aus Risikogebieten 14 Tage in Quarantäne. Wer noch keine Chance auf eine Impfung hatte, solle sich mindestens zweimal die Woche testen lassen.

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Angesichts der zunehmenden Ausbreitung der hoch ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus hat sich Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) für intensivere Kontrollen von Reiserückkehrern aus Risikogebieten ausgesprochen. "Und die Kontrolle der Einreiseanmeldung aus Risikogebieten, da bin ich sowieso dafür, dass wir das intensiver tun", sagte Braun im ZDF-Morgenmagazin.

Auch für zusätzliche, "möglicherweise auch verbindliche Tests" sei er offen. "Wir müssen Delta zurückdrängen", betonte Braun.

Braun: "Riesenmissverständnis" zu Einreiseregeln

Die Annahme, dass sich die Bundesregierung gegen verschärfte Regeln entschieden habe, sei ein "Riesenmissverständnis". "Wir haben in keiner Weise gesagt, dass wir einfach keine schärferen Regeln wollen", sagte der Kanzleramtschef.

Doch Deutschland habe europaweit mit der zweiwöchigen Quarantäne für Reiserückkehrer aus Virusvariantengebieten bereits die strengsten Regeln. "Unser Schwachpunkt ist, dass andere Länder in Europa die nicht auch haben", sagte Braun. Wer aus Ländern wie Portugal, Indien, Großbritannien zurückkomme, müsse für 14 Tage in Quarantäne - auch wenn er geimpft sei.

Strengere Regeln für Reiserückkehrer soll es wegen der Delta-Variante vorerst nicht geben. Fast jede zweite Neuinfektion in Deutschland dürfte bereits auf diese ansteckendere Virus-Variante zurückzuführen sein, schätzt das Robert Koch-Institut.

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FDP-Vize kritisiert Quarantäne-Pflicht

Zuvor hatte der stellvertretende FDP-Chef Johannes Vogel kritisiert, dass die Regeln nicht transparent seien. "Ich glaube, da muss die Regierung Klarheit schaffen", sagte er im ZDF-Morgenmagazin. Es sei richtig, aus dem letzten Jahr zu lernen, wo über den Sommer durch Reiseaktivität die Inzidenz wieder hochgegangen sei. Man könne aber ein paar Details hinterfragen, warum beispielsweise vollständig Geimpfte die Quarantäne nicht verkürzen könnten, so Vogel.

"Es ist richtig aus dem letzten Jahr zu lernen", meint FDP-Vize Johannes Vogel. So könnte man die Quarantäne für bereits zweimal Geimpfte verkürzen und einen digitalen Nachweis einführen.

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Eine verkürzte Quarantäne lehnt Braun entschieden ab. "Wenn eine neue Variante auftritt, braucht es relativ lange, um sicherzugehen, wirkt der Impfstoff", sagt der CDU-Politiker im ZDF. Die zweite Frage sei, ob die Geimpften die Krankheit weiter übertragen könnten. "Daher ist es bei Virusvarianten wichtig, dass auch Geimpfte in Quarantäne gehen."

Wir müssen uns konsequent vor Delta schützen.
Helge Braun, Kanzleramtsminister

Man müsse aber nicht nur im Urlaub, sondern auch in Deutschland vorsichtig sein, sagte Braun. "Wer noch keine Chance hatte, sich doppelt impfen zu lassen, muss sich regelmäßig testen." Dies sei gerade für Ungeimpfte notwendig, damit "die Zahlen weiter so niedrig bleiben im Sommer".

Portugal und Russland als Virusvariantengebiete eingestuft

Wegen der starken Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus sind Portugal und Russland seit Dienstag um Mitternacht als Virusvariantengebiete eingestuft. Damit gilt ein weitgehendes Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bus- und Bahnunternehmen.

Sie dürfen nur noch deutsche Staatsbürger und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland über die Grenze bringen. Für diejenigen, die einreisen dürfen, gilt eine strikte 14-tägige Quarantänepflicht, die nicht durch einen Test verkürzt werden kann und auch für vollständig Geimpfte und Genesene gilt.

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