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Suche nach Coronavirus-Ursprung - WHO: "Keine Übung in Zuweisung von Schuld"

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Ist das Coronavirus doch bei einem Labor-Unfall in Wuhan entstanden? Die Frage ist noch ungeklärt. Neue Aussagen werfen neue Fragen auf. Die WHO fordert von China weitere Daten.

Sicherheitspersonen stehen vor dem Eingang des Wuhan Instituts für Virologie (WIV) am 03.02.21 in Wuhan, China.
Der erste Corona-Ausbruch geschah im chinesischen Wuhan. Weiterhin ist aber der genaue Ursprung des Virus unbekannt.
Quelle: dpa

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die internationale Gemeinschaft aufgefordert, die Suche nach dem Ursprung des Coronavirus nicht zu politischen Zwecken zu missbrauchen. Es komme auf rasche internationale Kooperation an, um künftig bei Krankheitserregern mit pandemischem Potenzial besser reagieren zu können, teilte die WHO am Donnerstagabend mit.

Die Suche nach den Ursprüngen des Erregers sollte keine Übung in Schuldzuweisungen oder Fingerzeigen sein. Die WHO macht dabei Druck auf China, für weitere Forschungen Zugang zu den wichtigen Daten der ersten Corona-Fälle von 2019 zu gewähren.

Ursprung des Virus weiter unbekannt

Es ist weiter unbekannt, wie das Coronavirus auf den Menschen übertragen wurde. Um dem auf die Spur zu kommen, hatte die WHO ein Team unter Federführung des Dänen Peter Embarek Untersuchungen zum Ursprung des Virus in China anstellen lassen. Die Mission im Januar und Februar war politisch heikel gewesen. China setzt alles daran, nicht als Sündenbock für die Pandemie an den Pranger gestellt zu werden.

„Man wird eine Spurensuche beginnen, die viele, viele Jahre dauern kann“, sagt ZDF-Korrespondent Ulf Röller zur Corona-Ursprungssuche durch die WHO.

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Es hatte sechs Monate gedauert, bis die internationalen Experten anreisen durften. Beteiligt waren 17 internationale und 17 chinesische Wissenschaftler. Am Ende stand ein Bericht, der im März in Genf veröffentlicht wurde. Darin betonten die Experten die Notwendigkeit weiterer Studien über die Herkunft des Coronavirus aus der Tierwelt sowie einer möglichen Viruszirkulation außerhalb Chinas, bevor die ersten Fälle in Wuhan entdeckt wurden. 

WHO: "Alle Hypothesen bleiben auf dem Tisch"

Die Theorie, das Virus könne mit einem Labor-Vorfall zu tun haben, bezeichneten die Forscher damals als "extrem unwahrscheinlich" - ganz im Sinne der chinesischen Regierung.

Die USA und 13 weitere Länder äußerten darauf Zweifel an der Studie. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte damals: "Was die WHO angeht, bleiben alle Hypothesen auf dem Tisch." Der Bericht sei ein wichtiger Anfang, aber nicht das Ende. "Wir haben den Ursprung des Virus noch nicht gefunden."

Mitglieder des Teams der WHO, das mit der Untersuchung der Ursachen der Coronavirus-Krankheit (COVID-19) beauftragt ist, in einem Auto vor dem Institut für Virologie in Wuhan

Bericht zu Corona-Ursprung - WHO: Labortheorie "extrem unwahrscheinlich" 

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Labormitarbeiter bei der Arbeit von Fledermaus infiziert?

Vom dänischen Fernsehsender TV2 transportierte Aussagen von Embarek scheinen der Passage zur Labor-Theorie in dem Untersuchungsbericht nun zu widersprechen: Dass sich ein Labormitarbeiter bei Probenentahmen von Fledermäusen im Feld infiziert habe, sei eine der wahrscheinlichen Hypothesen, sagte er laut Senderangaben im Rahmen einer am Donnerstag veröffentlichten TV-Dokumentation.

Mehrere der unterschiedlichen Theorien könnten sich auch überlappen, also etwa die Labor-Theorie mit der, dass die Übertragung direkt von einer Fledermaus zum Menschen stattgefunden habe.

Embarek unterstrich nach TV2-Angaben, dass die WHO-Experten keine direkten Beweise dafür gefunden hätten, dass der Coronavirus-Ausbruch mit der Forschung an Fledermäusen in Laboren in Wuhan zusammenhänge. Sie hätten jedoch mehrere Dinge gefunden, die nach näher untersucht werden sollten.

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