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Millionen Dosen Impfstoff-Vorrat - USA wollen Astrazeneca doch exportieren

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Seit Wochen wird den USA vorgeworfen, nicht benötigten Astrazeneca-Impfstoff zu horten, anstatt an andere Länder abzugeben. Jetzt scheint die US-Regierung einzulenken.

Fläschchen mit dem Astrazeneca-Wirkstoff. Symbolbild
Bislang horteten die USA Millionen Dosen nicht benötigten Astrazeneca-Impfstoff. (Symbolbild)
Quelle: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Die Vereinigten Staaten wollen bis zu 60 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs des Herstellers Astrazeneca an andere Länder abgeben. Rund zehn Millionen Dosen könnten "in den kommenden Wochen" nach einer Prüfung durch die Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) exportiert werden, weitere 50 Millionen Dosen seien noch in verschiedenen Stadien der Herstellung, sagte die Sprecherin von US-Präsident Joe Biden, Jen Psaki, am Montag.

Diese könnten im Mai oder Juni fertiggestellt werden, sagte Psaki im Weißen Haus. Psaki machte zunächst keine Angaben zu möglichen Empfängerstaaten für den Impfstoff. Es blieb auch noch unklar, ob die Dosen gespendet oder verkauft würden.

EU geht juristisch gegen Astrazeneca vor

Den USA war zuletzt vorgeworfen worden, Impfstoff zu horten, während in anderen Ländern ein dramatischer Mangel herrscht. In den Vereinigten Staaten haben schon rund 140 Millionen Erwachsene mindestens eine Impfdosis erhalten. Das entspricht rund 42 Prozent der Bevölkerung. Im Einsatz sind derzeit die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Johnson & Johnson.

Der Impfstoff von Astrazeneca wird dagegen schon in Europa und in anderen Regionen eingesetzt. Wegen massiver Lieferverzögerungen verklagte die EU zuletzt aber den Pharmakonzern. Die EU-Kommission habe am Freitag rechtliche Schritte gegen das Unternehmen eingeleitet, sagte ein Sprecher am Montag.

Die EU wirft Astrazeneca demnach einen Verstoß gegen Verpflichtungen aus dem Kaufvertrag mit Blick auf die Lieferung des Impfstoffs vor. Astrazeneca wies die Klage als "unbegründet" zurück.

Außenminister Maas sieht Verbesserung der Beziehungen

Am Montag sagte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD), dass sich die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA unter der Regierung des neuen US-Präsidenten Joe Biden wieder "zum Guten" entwickelt hätten. Er habe bereits jetzt "gefühlt mit meinem Amtskollegen schon öfter gesprochen als mit seinem Vorgänger in der gesamten Amtszeit".

In den vier Jahren zuvor sei die Bundesregierung in wesentlichen Fragen nicht mehr konsultiert worden - nun komme man meistens bei den großen internationalen Problemen zu denselben Ergebnissen. "Nicht überall, das ist aber früher auch nicht so gewesen, und insofern hat sich für mich, seitdem Joe Biden sein Amt angetreten hat, im Verhältnis zu den USA nahezu alles verändert und zwar zum Guten", betonte der Außenminister.

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Nina Niebergall, Washington
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