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Kampf gegen Corona - Was die USA beim Impfen anders machen

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Lange standen die USA für ihre hohe Zahl an Corona-Infektionen massiv in der Kritik. Doch bei der Impfstoffverteilung steht Amerika inzwischen besser da als viele andere Länder.

USA, Seattle: Menschen erhalten die erste von zwei Dosen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs in einem Impfzentrum. Archivbild
Impfzentrum in Seattle: Die USA setzen auf Impfungen - bereits 15 Prozent der Bevölkerung haben die erste Spritze bekommen.
Quelle: dpa

Das Land mit den meisten Covid-19-Fällen, das Land mit den meisten Toten, fast kein Staat hat bei der Bekämpfung des Coronavirus so viel falsch gemacht wie die USA. Monatelang hatte Ex-Präsident Donald Trump das Virus verharmlost und eine laxe Corona-Politik betrieben, die dazu beitrug, dass bislang mehr als 500.000 Menschen ihr Leben verloren. In Sachen Impfstoffbeschaffung hat Trump allerdings etwas richtig gemacht.

USA bestellten rechtzeitig große Mengen Corona-Impfstoff

Die frühzeitigen Investitionen des Weißen Hauses in die Impfstoffentwicklung machen sich nun bezahlt. Die USA kauften noch im Entwicklungsstadium große Mengen des Moderna- und Biontech-Impfstoffes ein. Bereits im Juli sicherten sie sich 600 Millionen Dosen.

Der neue Präsident Joe Biden orderte nun noch einmal 100 Millionen nach, bis Juli möchte er ausreichend Impfdosen für seine Bürger*innen vorhalten. Zudem haben sich die USA von den 641,5 Millionen Bestellungen des Moderna-Präparats weltweit ganze 300 Millionen für sich gesichert.

Zulassungsverfahren in USA schneller als in EU

Zudem werden in den USA neue Impfstoffe wesentlich schneller zugelassen als in der EU. Die Notfallverordnung der US-Arzneimittelbehörde FDA erlaubt es, dass Arzneimittel bereits zur Verwendung freigegeben werden können, während die Studien zu Sicherheit und Wirksamkeit noch laufen. So wurden in Amerika nicht nur die Moderna- und Biontech-Impfstoffe früher zugelassen, inzwischen liegt auch die Erlaubnis für das Vakzin von Johnson & Johnson vor und soll schon den kommenden Tagen ausgeliefert werden.

Impfstoff von Johnson & Johnson
FAQ

Notfallzulassung in den USA - Johnson & Johnson: Was kann der Impfstoff? 

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson eine Notfallzulassung erteilt. Worin unterscheidet er sich von anderen Vakzinen? Ein Überblick.

Seit Beginn der Impfstoffverteilung in den USA Mitte Dezember wurden laut Seuchenschutzbehörde CDC inzwischen rund 75 Millionen Impfdosen verabreicht, 15 Prozent der Bevölkerung haben eine erste Impfung erhalten. Pro Tag werden laut CDC rund 1,7 Millionen Dosen verimpft. Die Strategie dabei: so schnell wie möglich so viele wie möglich impfen. 100 Millionen Impfungen in 100 Tagen schaffen, das hatte Biden zu Beginn seiner Amtszeit versprochen.

Impfen gegen Corona im Rekordtempo

Für die Verteilung des Impfstoffes sind die unterschiedlichen Bundesstaaten verantwortlich, wobei nicht jeder darauf gleich gut vorbereitet ist. So hat jeder Staat seinen ganz eigenen Plan, es gibt Impfstationen in Gesundheitsämtern, Krankenhäusern, Apotheken, temporären Impfstellen und mobile Kliniken.

In den USA werden in den meisten Bundesstaaten bereits alle Menschen geimpft, die in einer besonders von Corona betroffenen Nachbarschaft leben und über 65 Jahre alt sind, zudem auch alle unter 65, die eine Vorerkrankung haben. Außerdem bekommt eine Impfung, wer in einem sogenannten essentiellen Beruf arbeitet - das betrifft Gesundheitspersonal und Pflegekräfte, Erzieher*innen und Lehrkräfte, aber auch Menschen, die in Supermärkten und in anderen Bereichen der Lebensmittelindustrie arbeiten.

Der Fluch der auf Schnelligkeit getrimmten Impfstrategie: Nur wer Ressourcen hat, um sich online oder in langen Hotline-Wartezeiten über die neuesten Updates und Regeln und Impforte zu informieren, kommt auch schnell dran. Wer nicht Bescheid weiß, fällt hinten runter.

Der Autorin auf Twitter folgen @Alica_Jung

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