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Wettlauf im Kampf gegen Corona : Horten die USA Impfstoff, der anderswo fehlt?

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Die USA impfen im Rekordtempo und haben sich Millionen Dosen gesichert, auch von Astrazeneca - dabei ist das Vakzin dort noch nicht zugelassen. Hat Amerika Mitschuld am Impfchaos?

Die Apothekerin Madeline Acquilano zieht eine Spritze mit einer Dosis des Corona-Impfstoffs von US-Pharmakonzern Johnson & Johnson auf.
Die USA dementiert, dass es ein Exportstopp für Impfstoff von US-Herstellern gebe.
Quelle: dpa

Bewundernd blicken viele Länder derzeit auf das Impftempo, dass die USA vorlegen, möglich durch frühzeitige Bestellungen von Millionen von Impfdosen. Ein Bericht der "New York Times" (NYT) könnte aus dieser Bewunderung nun schnell Wut werden lassen, denn die USA horten Millionen ungenutzter Astrazeneca Dosen, berichtet das Blatt.

Impfstoff, der in den USA noch nicht zugelassen ist, den aber viele Länder der EU aktuell dringend bräuchten.

Entsteht in den USA ein Impfmonopol?

"Wir wissen, dass andere Regierungen sich möglicherweise an die US-Regierung gewandt haben, um nach Spenden von Astrazeneca-Dosen zu fragen und wir haben die US-Regierung gebeten, diese Anfragen sorgfältig zu prüfen", sagte Gonzalo Viña, ein Sprecher von Astrazeneca, der NYT. Demnach habe die Biden-Administration dies abgelehnt.

Auf Nachfrage von ZDFheute antwortete das Weiße Haus: "Der Fokus des Präsidenten liegt darauf sicherzustellen, dass alle Amerikaner*innen Zugang zu Impfungen bekommen." Gleichzeitig stünden die USA aber in engem Austausch mit der EU, um gleichzeitig den weltweiten Export von Impfstoffen zu fördern. Das Weiße Haus verwies zudem auf die Erläuterungen von Bidens Sprecherin Jen Psaki aus dem täglichen Pressebriefing.

USA beteuert: "Es gibt kein Exportverbot"

Diese hatte sich zu dem Vorwurf geäußert, die USA würden durch ein Exportverbot verhindern, dass Impfstoffe an andere Länder ausgeliefert werden. Das wies die Biden-Regierung entschieden zurück. "Es gibt kein Exportverbot", sagte Pressesprecherin Psaki.

Alle Impfstoffhersteller seien frei ihre Produkte aus den USA in andere Länder zu exportieren, allerdings müssten sie zunächst ihre geschlossenen Verträge mit der US-Regierung erfüllen. Problematisch darin ist, dass durch die präsidiale Anordnung Rohmaterialien aus den USA zuerst an US-Hersteller gehen müssen. Dadurch kann es in anderen Ländern zu Engpässen kommen.

In einer Fernsehansprache hat US-Präsident Biden erklärt, dass alle erwachsenen Amerikaner*innen bis zum 1. Mai eine Impfung bekommen können. Er fordert die Menschen auf, ihren Teil im Kampf gegen das Virus beizutragen und sich impfen zu lassen.

Beitragslänge:
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Die Rückkehr zu "America first"

Mediziner, wie Dr. Amesh Adalja, von der Johns Hopkins Universität, haben Verständnis für die Entscheidung Bidens. "Ich würde auch zunächst sicherstellen wollen, dass ich genug Vorräte hätte, um mein Volk zu impfen, bevor ich Entscheidungen darüber treffe, Impfdosen an andere Länder zu verteilen."

Gleichzeitig sollte seiner Meinung nach aber der Zeitplan für die Zulassung des Astrazeneca-Vakzins überprüft werden. Adalja ist zudem der Meinung, die USA hätten bereits so viel Impfstoff aufgekauft, dass sie voraussichtlich zeitnah in der Lage sein sollten, Impfungen auch an andere Länder zu verteilen.

So gilt aktuell in den USA tatsächlich wieder das alte Motto: "America First".

Der Autorin auf Twitter folgen @Alica_Jung

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