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Ministerium legt Bericht vor - Wie es mit Tests und Maske weitergehen könnte

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Die Inzidenz steigt, eine vierte Welle droht. Das Gesundheitsministerium hat nun entsprechende Maßnahmen für Herbst und Winter vorgeschlagen. Die wichtigsten Punkte im Überblick.

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Welche Corona-Maßnahmen erwarten Deutschland im Herbst und Winter?
Quelle: dpa

Mit welchen Corona-Maßnahmen gehen wir in den Herbst und den Winter? Das Bundesgesundheitsministerium hat den Ländern und dem Bundestag jetzt einen Bericht mit umfassenden Vorschlägen vorgelegt.

Darin verweist das Ministerum auf die Notwendigkeit weiterer Schutzmaßnahmen, "um das Gesundheitswesen vor einer übermäßigen Belastung" und ungeimpfte Personengruppen vor einer möglichen "folgenreichen Erkrankung zu schützen".

Die vorgeschlagenen Maßnahmen des Berichts, der ZDFheute vorliegt und der am Mittwoch-Nachmittag im Gesundheitsausschuss beraten werden soll, im Überblick:

Corona-Impfungen

Der Bericht spricht von großen Erfolgen der Impfkampagne, aber auch weiteren nötigen Anstrengungen auf diesem Gebiet. "Seit dem 27. Dezember 2020 wird in Deutschland flächendeckend geimpft. Mittlerweile sind über 60 Prozent der Deutschen mindestens einmal geimpft, mehr als 50 Prozent haben einen vollständigen Impfschutz. Bei der besonders verwundbaren Altersgruppe der über 60-Jährigen sind mittlerweile fast 80 Prozent vollständig geimpft."

Die Effekte einer zunehmenden Grundimmunität seien bereits "beeindruckend", heißt es weiter. So lägen die Inzidenzen in den höheren Altersgruppen deutlich unter dem Schnitt der Gesamtinzidenz, die Hospitalisierungs- und Sterberaten bei diesen Altersgruppen seien "enorm gesunken", der Anteil schwerer Fälle "nehme insgesamt ab".

"Jetzt ist es von besonderer Bedeutung, die Bürgerinnen und Bürger mit dem Angebot zu erreichen, die sich bisher noch nicht für eine Impfung entschieden haben", heißt es in dem Bericht weiter. Dafür seien konkrete niedrigschwellige Angebote vor Ort besonders wichtig.

Basis-Maßnahmen AHA+L

"Für einen sicheren Herbst und Winter" sieht das Bundesgesundheitsministerium neben einer hohen Impfquote auch die weitere, durchgängige Einhaltung der Basis-Maßnahmen als notwendig an. Besonders wichtig seien Abstand, Hygienemaßnahmen, Masken und Lüften in geschlossenen Räumen - vor allem dann, wenn der Impfstatus anderer Personen unbekannt sei oder vulnerable Personen anwesend seien. "Die Notwendigkeit zum verpflichtenden Tragen einer medizinischen Schutzmaske ergibt sich somit bis ins Frühjahr 2022", heißt es in dem Bericht.

Corona-Tests

Der Bericht betont die Bedeutung des systematischen Testens vor allem bei zwei Gruppen: der Jüngeren und der Älteren, in ihren jeweiligen Gemeinschaftseinrichtungen. Es gehe um den Schutz der Kinder und Jugendlichen in Kita und Schule sowie den Schutz der Pflegebedürftigen in den Alten- und Pflegeheimen.

Das Bundesgesundheitsministerium sieht die Länder in der Pflicht, Testkonzepte für Kitas und Schulen zu etablieren, die vor allem im Herbst und Winter ein regelmäßiges Testen garantierten.

Kostenlose Bürgertests vor Ende

Hier schlägt das Ministerium vor, die kostenlosen Bürgertests für alle Mitte Oktober zu beenden. Das begründet das Haus von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) so: "Da mittlerweile allen Bürgerinnen und Bürgern ein unmittelbares Impfangebot gemacht werden kann, ist eine dauerhafte Übernahme der Kosten für alle Tests durch den Bund und damit den Steuerzahler nicht angezeigt."

Als konkrete Termine werden im Bericht der 11. oder 18. Oktober vorgeschlagen (jeweils ein Montag).

Ausnahmen soll es dann nur noch für Personen geben, die nicht geimpft werden können oder für die keine allgemeine Impfempfehlung vorliegt - etwa Schwangere oder Personen unter 18 Jahren. Sie sollen weiterhin die Möglichkeit haben, einen kostenlosen Schnelltest zu machen.

Weitere Schutzmaßnahmen

Die Teilnahme an bestimmten Veranstaltungen könnte bereits ab Anfang September deutschlandweit nur noch für Geimpfte, Genesene oder Getestete möglich sein. Davon betroffen sein könnten:

  • Innengastronomie
  • Hotelübernachtungen
  • körpernahe Dienstleistungen
  • Sport im Innenbereich
  • Veranstaltungen im Innenraum
  • Großveranstaltungen drinnen und draußen

Auch Kontaktbeschränkungen und andere Einschränkungen schließt der Bericht nicht aus. "Insbesondere für ungeimpfte Personen können abhängig von der Impfquote, der Inzidenz (nach Altersgruppen) und der Covid-19-Hospitalisierungsrate (nach Altersgruppen) ab bestimmten Grenzwerten erneut weitergehende Einschränkungen notwendig werden." Zu den Einschränkungen könnte dann auch zählen, von bestimmten Veranstaltungen oder der Gastronomie ausgeschlossen zu werden.

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Für Schulen und Kitas schlägt das Ministerium besondere Schutzmaßnahmen unter besonderen Bedingungen vor: Dazu gehören "auf das Setting Kita und Schule zugeschnittene Test-, Lüftungs- und Hygienekonzepte sowie je nach Inzidenzlage die Notwendigkeit, medizinische Schutzmasken in den Schulen zu tragen. Die Verantwortung zur Umsetzung obliegt den Ländern."

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