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EM, Urlaubszeit, Lockerungen - Vierte Welle - Virologe Stürmer doch besorgt

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Virologe Martin Stürmer spricht sich im ZDF-Interview zwar gegen eine Impfpflicht aus. Den Umgang mit Reiserückkehrern aus Risikogebieten bezeichnet er jedoch als "fahrlässig".

Virologe Martin Stürmer hält die Inzidenz nach wie vor für ein wichtiges Instrument, auch wenn diese zunehmend nicht mehr an Krankenhauseinweisungen gekoppelt ist.

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Sehen Sie oben das ganze Interview im Video und lesen Sie es hier in Auszügen. Das sagt Virologe Martin Stürmer ...

... zu der Debatte um eine Impflicht

Der Virologe spricht sich klar gegen eine Impfpflicht aus - "weder durch die Hintertür noch direkt durch die Vordertür". Angesicht der sinkenden Impfzahlen sei es eher wichtig, die Menschen zu motivieren und zu überzeugen, "dass es wichtig und richtig ist, sich impfen zu lassen".

Ich würde davon Abstand nehmen und die Energie in die Überzeugungsarbeit setzen.
Virologe Martin Stürmer

Inzwischen sind in Deutschland fast 50 Prozent der Menschen vollständig geimpft. Das wirkt sich auch auf die Bedeutung von Inzidenzwerten aus. Etliche Politiker fordern deshalb neue Obergrenzen für etwaige Beschränkungen.

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... zu der Inzidenz als Richtwert für Corona-Maßnahmen

Steigende Infektionzahlen resultierten nicht länger automatisch darin, dass mehr Menschen ins Krankenhaus kommen, sagt Stürmer. Wenn man das Ziel definiere, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, dann sei die Inzidenz also nicht der richtige Parameter. Diese Argumentation greift dem Virologen aber zu kurz.

Wir haben ein Virus, bei dem wir immer noch nicht genau wissen, welche Folgeschäden letztendlich angerichtet werden.
Martin Stürmer

Der Virologe warnt: "Wenn wir uns von der Inzidenz lösen, lassen wir eine Gruppe in unserem Land vollkommen ungeschützt." Das seien die Kinder und Jugendlichen, für die es noch keine Impfstoffe gibt. Deswegen hält Stürmer die Inzidenz weiterhin für einen wichtigen Maßstab.

... zum Schulstart nach den Sommerferien

Um wieder in den Präsenzunterricht zurückzukehren, sollte man die Sommerferien dazu nutzen, die Schulen sicherer zu machen, findet der Virologe. Wichtig seien sowohl technische Möglichkeiten als auch geeignete Tests. Ideen, wie man die den Unterricht sicherer gestalten könne, gebe es genug.

Da fordere ich auch die Kultusminister auf, da wirklich Gas zu geben.
Martin Stürmer

Gesundheitsminister Jens Spahn plant eine Testpflicht für alle Reiserückkehrer. Dabei ist es nicht entscheidend, aus welchem Land oder auf welchem Weg die Menschen einreisen.

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... zu Corona-Tests für Reiserückkehrer

Stürmer hält es für "fahrlässig", dass sich geimpfte und genesene Reiserückkehrer momentan nicht testen lassen müssen - auch wenn sie aus Hochrisikogebieten kommen. Man wisse ja, "dass man sich durchaus auch anstecken kann, wenn man vollständig geimpft ist", sagt der Virologe.

Reiserückkehrer tragen gehäuft dazu bei, Infektionen nach Deutschland zu bringen.
Martin Stürmer

Auch wenn die Reiserückkeher noch keine Hauptquelle für Infektionen seien, werde man blind, wenn Geimpfte und Genesene nicht getestet würden. Eine Testpflicht für Alle sei deswegen wichtig und richtig.

... zum Anstieg der Infektionszahlen

Im Juni hatte sich Stürmer noch optimistisch geäußert: Der Herbst müsse nicht in einer vierten Welle enden. Mit Blick auf die aktuellen Infektionszahlen ist der Virologe jetzt skeptischer: "Mir ist dieser Anstieg viel zu früh gekommen."

Ich hatte eigentlich gehofft, dass wir aus der Erfahrung aus Großbritannien und aus unseren eigenen Fehlern gelernt haben und den Sommer deutlich besser überstehen.
Martin Stürmer

Dann sei aber viel auf einmal passiert: Erst zu viele Lockerungen, dann die Europameisterschaft. Die Bilder aus den Stadien hätten in vielen Köpfen wohl das Signal ausgelöst, "dass wir weitermachen können wie früher".

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