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Ein Jahr Mund-Nasen-Schutz - Masken tragen - wie lange ist das noch nötig?

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Vor einem Jahr hat Sachsen als erstes Bundesland eine Maskenpflicht eingeführt. Heute gilt sie fast überall im öffentlichen Raum. Und so schnell werden wir sie wohl auch nicht los.

Eine Maske hängt an einem Rückspiegel.
Fachleute sehen einen Nutzen von Masken auch nach dem Ende der Pandemie.
Quelle: Marijan Murat/dpa/Symbolbild/Archiv

Maske tragen ist in der Pandemie zur neuen Normalität geworden. Kaum eine Maßnahme wird von der Bevölkerung so breit unterstützt: Neun von zehn Deutschen halten die Maskenpflicht für eine angemessenes Mittel zur Eindämmung des Coronavirus, wie eine Umfrage des Bundesinstituts für Risikobewertung zeigt (Corona-Monitor vom April 2021).

Wohl noch länger ein Mittel der Wahl

Dass der Mund-Nasen-Schutz erstmal weiter Teil des Alltags sein dürfte - daran zweifelt kaum jemand. Virologe Christian Drosten hatte schon im September angedeutet, er rechne damit, dass die Maske uns noch über das gesamte Jahr 2021 begleiten wird.

Von den Gesundheitsministerien der Bundesländer heißt es, eine zeitliche Prognose lasse sich derzeit nicht treffen.

Zunächst ist und bleibt das Maskentragen im geregelten Rahmen notwendig,
Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit

Maskenpflicht bis ins nächste Jahr hinein?

Strömungsphysiker Christian Kähler - er forscht zur Entstehung, Ausbreitung und Vermischung von Aerosol-Partikeln - geht fest davon aus, dass wir das komplette Jahr 2021 noch Masken tragen werden und "sicherlich auch 2022 über weite Strecken".

Geprüfte FFP-2- und FFP-3-Masken böten einen "sehr, sehr guten Schutz" vor Infektionen - für sich selbst und für andere, so Kähler. Der Grund: "Weil diese Masken in der Lage sind, die Aerosol-Partikel abzuscheiden und auch keinen Spalt am Maskenrand aufweisen, durch den Aerosol-Partikel entweichen können."

Dieser Schutz sei auch weiterhin nötig, denn die Pandemie sei "noch längst nicht vorbei", glaubt Kähler. Auch mit Impfstoff würden wohl erst einmal nicht alle Bevölkerungsgruppen versorgt und parallel werde das Virus weiter mutieren.

Strömungsphysiker Christian Kähler
Prof. Dr. Christian Kähler ist Leiter des Instituts für Strömungsmechanik und Aerodynamik an der Universität der Bundeswehr in München.
Quelle: privat

OP-Masken bieten weniger Schutz vor Corona

Kähler warnt auch vor falschem Vertrauen in OP-Masken. Vielerorts dürfen sie anstelle von FFP-2-Masken getragen werden.

OP-Masken seien lediglich ein Spuckschutz. Die Hauptgefahr gehe jedoch von den Aerosolen aus. "Deshalb war es fahrlässig zu behaupten, dass diese Masken quasi gleichwertig sind", so Kähler.

Wenigstens in Bayern ist man diesen Irrsinnsweg nicht gegangen.
Christian Kähler, Strömungsphysiker

Nach der Pandemie: Maske tragen gegen Grippe?

Selbst nach dem Ende der Pandemie hält es Kähler für möglich, dass Menschen weiter Maske tragen. Eine Richtung, in die auch Medizinerinnen und Mediziner denken.

"Eine Maske schützt nicht nur vor Coronaviren, sondern auch vor Viren, die Erkältungen oder Grippeerkrankungen verursachen", sagt etwa Susanne Johna, Vorsitzende des Ärzteverbands Marburger Bund.

Sobald man ein Kratzen im Hals verspürt, fragt man sich, könnte es Covid-19 sein? Oder doch nur eine Erkältung? Prof. Martin Scherer klärt auf.

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4 min
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Ähnlich sieht es die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin. Man habe vergangenen Winter gesehen, "wie Masken und Kontaktbegrenzungen die Anzahl von Grippe- und anderen Atemwegsinfektionen reduziert haben", so Fachgesellschaftspräsident Martin Scherer.

Auch vor Corona waren öffentliche Verkehrsmittel, Arztpraxen und Partys Orte für die Übertragung von Atemwegsinfektionen.
Martin Scherer, Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin

Gerade in den Wintermonaten könne es daher sinnvoll sein, dort weiterhin Masken zu tragen, so Scherer: "Asiatische Länder machen es uns seit langem vor." Eine gesetzliche Verpflichtung halten die Mediziner nach der Corona-Pandemie aber nicht für geboten.

Dem Autor auf Twitter folgen: @wiesel_c.

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