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Debatte um Corona-Politik : Wagenknecht: "Mich stört dieser Panikmodus"

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Bei Markus Lanz stärkt Sahra Wagenknecht ihrem Mann Oskar Lafontaine den Rücken: Er hatte auf Facebook SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach als "Covid-Heulboje" bezeichnet.

Sahra Wagenknecht (Die Linke) ist am Dienstagabend bei Markus Lanz in die Defensive geraten, als sie die deutsche Corona-Politik kritisierte.

Der ehemalige Linken-Politiker Oskar Lafontaine, Sahra Wagenknechts Ehemann, hatte Karl Lauterbach in einem Facebook-Posting attackiert. Er hatte den SPD-Gesundheitsexperten eine "Covid-Heulboje"genannt, die mithilfe der Delta-Variante "Schreckensszenarien" in die Welt setze.

Wagenknecht: Panikmodus baut moralischen Druck auf

Lauterbach und andere "sogenannte Experten" würden "Arm in Arm mit der Pharmaindustrie den Teufel an die Wand malen, um möglichst viele Leute zu impfen und den nächsten Lockdown vorzubereiten."

Sahra Wagenknecht äußerte Verständnis für die Worte ihres Ehemannes: "Seit Corona angefangen hat, stört mich dieser Panikmodus." Sie sei für Vorsicht. "Ich würde jedem mit einem hohen Risiko raten, sich impfen zu lassen", so die Politikerin. Aber:

Mich stört der moralische Druck, der aufgebaut wird.
Sahra Wagenknecht

Maier: Facebook-Post von Lafontaine "schwierig"

Parlamentsberichterstatterin Anja Maier, ebenfalls zu Gast bei Markus Lanz, empfand Lafontaines Aussage hingegen als "schwierig". Das sei der Wahlkampf mit seinen "Überbietungs- und Unterbietungswettbewerben", so die Journalistin.

Wo kommt diese Expertise her? Jeder hebt mal ein Stöckchen hoch und trägt es in die andere Ecke.
Anja Maier

Für Sahra Wagenknecht ist die Klimadebatte eine Verteuerungs-Debatte. Das Klima könne nicht gerettet werden, indem Preise erhöht werden.

Beitragslänge:
3 min
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"Dass die Pharmaindustrie einen massiven politischen Einfluss hat und durchaus Lobbyarbeit macht, ist unbestritten", rechtfertigte Wagenknecht den Facebook-Post ihres Ehemannes weiter.

Zudem sei Karl Lauterbach "einer von denen, die das Alarmlevel immer auf die höchste Stufe gesetzt haben". Als Politiker hätte Lauterbach eine gewisse Verantwortung.

Wie er zu sagen, dass wir eine ganze Generation von chronisch Kranken bekommen, wenn die Kinder nicht geimpft werden, verbietet sich.
Sahra Wagenknecht

Maier: Wagenknecht-Buch zeichnet falsches Gegnerbild

Maier widersprach Wagenknecht an diesem Abend auch in anderen Punkten: Die Linken-Politikerin hatte mit ihrem Buch "Die Selbstgerechten" eine Debatte angestoßen, in dem sie den "verengten Meinungskorridor" der Linksliberalen kritisiert hatte.

"Ich halte dieses Einkreisen der Linksliberalen als neues Gegnerbild der wahren Linken für verfehlt", so Maier. Dabei gebe es auch Krankenschwestern, die vegan leben, oder Bauarbeiter, die Fahrrad fahren.

Sie markieren einen Kreis innerhalb der Gesellschaft und bauen ihn zu einem Gegner der überwiegenden Mehrheit auf. Ihr Landesverband beschenkt sie dafür mit einem Parteiausschlussverfahren.
Anja Maier

Wagenknecht: Immer mehr Menschen fühlen sich von linken Parteien nicht vertreten

Wagenknecht argumentiert: "Was Umfragen bestätigen, ist, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung sich politisch nicht mehr vertreten fühlt."

Heute sind linke Parteien immer weniger eine Partei, die von schlechter Verdienenden und Nichtakademikern gewählt werden. Die linken Parteien werden akademische Milieuparteien.
Sahra Wagenknecht

Das sei ein Problem, so die Politikerin und Autorin bei Markus Lanz: "Mein Buch ist ein Buch gegen das Verständnis linker Politik, das linke Parteien schwächer macht." Linke Parteien würden nicht mehr mit dem Thema soziale Gerechtigkeit identifiziert.

"Ein Teil der linken Parteien führt Diskussionen, die die Menschen als abgehoben empfinden", so Wagenknecht.

Wenn die Menschen sich von den Linken nicht mehr vertreten fühlen, wählt ein Teil gar nicht mehr und ein anderer geht nach rechts.
Sahra Wagenknecht
Archiv: Die Linke Parteitag am 26.02.2021 in Berlin

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