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Corona-Warn-App - Kelber: GPS-Tracking "völlig unsinnig"

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Der Datenschutzbeauftragte des Bundes, Ulrich Kelber, hält nichts von der Idee, mit der Corona-Warn-App zukünftig auch Bewegungsdaten zu tracken. Dafür bräuchte man eine neue App.

Das gesamte Interview im Video.

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Der Datenschutzbeauftragte des Bundes, Ulrich Kelber (SPD), hat den Vorschlag, Bewegungs- und Standortdaten in der Corona-Warn-App zu tracken, klar zurückgewiesen. Im ZDF-Morgenmagazin sagt er: "Wenn Sie die GPS-Daten erfassen wollen, bräuchten Sie eine neue App." Die jetzige könne das schon von ihren Grundlagen her technisch nicht.

"Sie müssten verzichten auf die Zulieferungen der Daten aus den Google- oder Apple-Betriebssystemen", so Kelber. "Sie würden wieder von Null beginnen." Daher sei das Tracking der Bewegungsdaten ein "völlig unsinniger" Vorschlag.

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Kelber: Politiker sollen Warn-App nicht schlecht reden

Eine Clustererkennung und gleichzeitiger Datenschutz könne gut zusammen funktionieren. "Es wäre wichtig, dass diese App immer wieder weiterentwickelt wird", um zu zeigen, dass sie auch an neue Erkenntnisse angepasst werde. Das sei ein Weg, "um noch mehr Menschen zu überzeugen sie zu nutzen".

Die allerwichtigste Weiterentwicklung wäre allerdings, wenn auch führende Politiker aufhören würden, die App schlecht zu reden.
Ulrich Kelber

Auch sollten Politikerinnen und Politiker keine Dinge ankündigen, "die technisch gar nicht hineinpassen", fordert Kelber im ZDF. So würden die Menschen eher davon abgehalten, die App zu installieren.

Bei Installationsbereitschaft noch "Potenzial nach oben"

Die Corona-Warn-App sei kein Flop. Sie tue das, was sie tun könne, "nämlich helfen, digital und schnell Infektionsketten zu unterbrechen", sagt Kelber. Es gebe bei den Funktionalitäten allerdings noch "Potenzial nach oben". Das gelte auch für die Bereitschaft, ein positives Testergebnis in der App zu teilen.

Zur Zeit gebe es 25 Millionen Downloads. "Hätten wir 30 Millionen, wäre der Nutzen nicht 20 Prozent höher, sondern er wäre ein Mehrfaches höher." Das liege daran, dass dann immer häufiger Kontakte auf beiden Seiten Benutzerinnen und Benutzer der App wären.

Mangende Digitalisierung "extrem frustrierend"

Als Problem bei der Kontaktverfolgung und Übermittlung von Testergebnissen durch Labore sieht Kelber die "mangelnde Digitalisierung". Diese sei "auch ein Jahr nach dem Start der Pandemie in Deutschland ist extrem frustrierend." Geschlossene digitale Wege seien wesentlich datenschutzfreundlicher als Hotlines oder Faxe.

Natürlich müsste längst jedes positive Testergebnis in die App gehen. Natürlich müsste dann die Kommunikation mit den Gesundheitsämtern digital stattfinden.
Ulrich Kelber

Der Meldeweg der Gesundheitsämter ließe sich nach Meinung Kelbers ebenfalls direkter gestalten. "Dass die Gesundheitsämter nicht direkt ans RKI melden, ist nach meinem Wissenstand eine Frage des föderalen Rechtssystems", erklärt der Datenschutzbeauftragte. Dass diese erst an ihre Landesämter melden könne aber durch gesetzliche Veränderungen selbstverständlich auch anders gestaltet werden.

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