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Mediziner zu Corona-Beschlüssen - Montgomery: Weihnachten mit "Todesrisiko"

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Mediziner kritisieren die Lockerung der Corona-Maßnahmen über die Feiertage. Weltärztepräsident Montgomery warnt davor, dass Weihnachten für manche zum Todesrisiko werden könnte.

Archiv: Frank Ulrich Montgomery
Warnt vor Weihnachten: Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender des Weltärztebundes
Quelle: dpa

Ärztevertreter sowie Patientenschützer sehen die von Bund und Ländern beschlossenen Regelungen zu Weihnachten und Silvester differenziert. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, sagte im Radioprogramm SWR Aktuell: "Medizinisch-epidemiologisch ist es Wahnsinn, an Weihnachten wieder aufzumachen. Das Virus kennt kein Weihnachten und keinen Ramadan. Das sucht sich seine Opfer täglich da, wo es sie findet."

Die Kanzlerin hat die Beschlüsse des Bund-Länder-Gipfels vorgestellt. ZDFheute live ordnet ein.

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58 min
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Montgomery: Weihnachten als "Fest mit Todesrisiko"

Montgomery verstehe allerdings, dass die Menschen an Weihnachten Kontakte brauchten. Hier müsse eine "saubere Balance" gefunden werden.

Zwei bis drei Wochen nach Weihnachten werden die Todeszahlen hochgehen. Weihnachten wird damit zu einem Fest mit einem Todesrisiko für manche Menschen.
Frank Ulrich Montgomery

Daher müsse die Bevölkerung sich an die Distanzregeln halten. Kein Verständnis habe er allerdings für eine Ausdehnung der Lockerungen bis Silvester.

Aufruf zu persönlichem Verantwortungsbewusstsein

Ähnlich äußerte sich die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst, Ute Teichert. "Das Virus nimmt keine Rücksicht auf Weihnachten", sagte sie der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Sie verstehe aber die politische Entscheidung, "damit die Menschen wenigstens im Ansatz ein Familienfest haben können". Auch sie appellierte an die Verantwortung jedes Einzelnen.

Virologin Corinna Pietsch spricht über Maskenpflicht im Unterricht, mögliche Hybridregelungen und Lüftungsanlagen in Klassenzimmern.

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Johna: Besondere Umsicht an Silvester gefragt

"Was an Weihnachten möglich ist, muss nicht auch für Silvester gelten", sagte die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Größere Zusammenkünfte in geschlossenen Räumen sind vor allem dann Treiber von Infektionen, wenn Alkohol im Spiel ist.
Susanne Johna

Es sei besser, den Jahreswechsel im kleineren Kreis zu feiern. Die Belastung der Kliniken durch die Pandemie sei bereits jetzt hoch. Zu Silvester könne sich die Lage durch akute Notfälle zu einem "Kollaps" auswachsen. "Die Ärztinnen und Ärzte in den Notaufnahmen werden es allen danken, die keine Raketen zünden und erst recht auf Chinaböller verzichten", sagte Johna.

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Versäumnisse bei Schnelltests für Klinikpersonal und Patienten  

Zugleich warf Johna Bund und Ländern schwere Versäumnisse mit Blick auf Schnelltests vor. "Es ist ein absolutes Unding, dass für das Klinikpersonal immer noch nicht genügend Antigen-Schnelltests zur Verfügung stehen", sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND)

Gleiches gelte für Pflegebedürftige, Klinikpatienten, Angehörige und Personal, kritisierte die Stiftung Patientenschutz. Sicherer Infektionsgrundschutz und klassische PCR-Tests bräuchten Schnelltests als Ergänzung, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Sonst sei "Einsamkeit in Heimen und Krankenhäusern" programmiert.

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