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Ein Jahr Corona in Deutschland - Chefarzt: Wir müssen Tag und Nacht impfen

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Vor einem Jahr wurde der erste Corona-Infizierte in Deutschland behandelt. Wie sieht die Lage in den Kliniken heute aus? Der Chefarzt Clemens Wendtner im Interview.

"Wir müssen Tag und Nacht impfen", fordert Clemens Wendtner, Chefarzt und Infektiologe aus München. Und er warnt vor zu frühen Lockerungen – ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie.

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Sehen Sie oben das ganze Interview im Video und lesen Sie es hier in Auszügen. Das sagt Wendtner zu ...

...dem aktuellen Infektionsgeschehen

"Wir haben noch ein sehr aktives Infektionsgeschehen. Daher auch nochmal von meiner Seite der Aufruf, nicht zu früh zu lockern. Die therapeutischen Möglichkeiten, die wir in den Kliniken haben, sind noch eingeschränkt."

"Wir hatten heute vor knapp einem Jahr, am 27. Januar, den ersten Patienten behandelt. Es waren weniger Patienten am Anfang. Ich glaube eine wichtige Lehre ist: Die Dinge fangen sehr, sehr klein an. Für uns ist es kaum vorstellbar, wie schnell ein Infektionsgeschehen auch explosionsartig an Größe zunimmt. Und es gilt auch ein bisschen hier: Wehret den Anfängen. Das heißt, man darf die Lage nicht unterschätzen. Das Virus darf man nicht unterschätzen, muss man sehr ernst nehmen."

...der Frage, ob das Virus anfangs unterschätzt wurde

"Am Anfang waren wir glaube ich alle noch recht naiv, wir Ärzte, die Politiker. Und man hat sich voran getastet und gelernt. Die erste Welle ist glaube ich ganz gut gelaufen insgesamt. Aber die zweite Welle hätte vielleicht mit mehr Vorsicht auch flacher ausfallen können.

Wir erholen uns gerade davon. Aber ich warne davor, wenn wir nicht aufpassen – zu früh lockern – werden wir auch in eine dritte Welle gehen und das möchte jeder vermeiden."

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...zu den sich verbreitenden Mutanten

"Die neuen Mutanten muss man auch ernstnehmen. Die britische Mutante, die brasilianische Mutante, die südafrikanische Mutante. Wir hatten einen Fall einer Patientin Ende letzten Jahres, die zu Weihnachten zu uns kam und leider einen sehr tragischen Verlauf hatte, schon nach wenigen Tagen auch verstarb.

Ich möchte nicht sagen, dass alle Varianten so tödlich sind. Aber Sie sind zumindest infektiöser. Und das Infektionsgeschen kann sich sehr schnell ausbreiten. Das heißt, wir müssen ganz klar diese Mutanten besser auch in Deutschland erfassen (...)."

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...zur laufenden Impfkampagne in Deutschland

"Zurzeit ist es leider so, dass die Impfkampagne noch nicht so richtig in Deutschland durchgestartet ist. Wir haben ungefähr zwei Prozent Geimpfte. Das ist noch viel zu wenig."

"(...) Wenn wir noch mehr Impfstoff haben, muss die Impfstrategie noch sehr viel schlagkräftiger werden. Wir müssen an Schwung gewinnen. Wir müssen Tag und Nacht wirklich auch impfen. Bis zum Sommer sollten wir 30, 40 Prozent der Bevölkerung geimpft haben.

Weil nach dem Sommer kommt der Herbst und wir sollten vor diesem Herbst 2021 doch einen Gutteil der Ernte eingefahren haben. Das heißt auch viele Leute in Deutschland geimpft haben, um dann nicht wieder in einen nächsten großen Lockdown am Ende des Jahres zu geraten."

Die Welt im Ausnahmezustand, das Leben wie wir es kannten, steht in vielen Bereichen still. Seit einem Jahr leben die Menschen mit dem Coronavirus. Vor allem auf den Intensivstationen kämpfen erschöpfte Ärzte und Pfleger um jeden Patienten.

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