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Folgen von Corona : Die Auswirkungen der Pandemie in Zahlen

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Im Corona-Jahr 2020 gab es weniger Verkehrstote, die Reallöhne sanken und aus dem Ausland kamen weniger Studienanfänger. Zahlen, die die Veränderung durch die Pandemie zeigen.

Archiv: Zwei Passanten gehen an einem aufgegebenen Geschäft auf der Frankfurter Einkaufsmeile Zeil vorbei
Zwei Passanten gehen an einem aufgegebenen Geschäft auf der Frankfurter Einkaufsmeile Zeil vorbei.
Quelle: dpa

Corona hat unser Leben auf den Kopf gestellt. Kaum ein Bereich unseres Alltags bleibt von den Folgen der Pandemie verschont. Passieren einige Auswirkungen nur in unserem Kopf, lassen sich andere ganz konkret messen und in Zahlen darstellen. Das Statistische Bundesamt hat besonders einschneidende Veränderungen der Corona-Pandemie in einem Bericht zusammengefasst und nun veröffentlicht.

10,7 Prozent weniger Verkehrstote

Seit Jahren sinkt die Zahl der Verkehrstoten stetig - seit Beginn der Pandemie jedoch besonders deutlich. Reiseeinschränkungen, Kontaktverbote und Homeoffice lassen die Mobilität zurückgehen. Dies führte unter anderem zu deutlich weniger Verkehrsunfällen im Jahr 2020.

Insgesamt hat die Polizei rund 2,3 Millionen Unfälle aufgenommen - das waren 16,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Verkehrstoten ging um 10,7 Prozent auf 2.719 zurück - das ist der niedrigste Stand seit Beginn der Statistik vor fast 70 Jahren.

21 Prozent weniger Studienanfänger aus dem Ausland

Reisebeschränkungen und Angst vor Infektionen wirken sich auch auf die Universitäten aus. Im Corona-Jahr 2020 gab es gut ein Fünftel weniger Studienanfänger aus dem Ausland. Zwar nahm die Zahl der deutschen Studienanfänger geringfügig zu: um zwei Prozent auf 389.200.

Das Wegbleiben der ausländischen Studierenden sorgte jedoch dafür, dass sich insgesamt vier Prozent weniger neu immatrikulierten als im Studienjahr 2019 - nämlich 488.600. Das ist der stärkste Rückgang seit 2012.

Wirtschaftsleistung bricht ein

Das Bruttoinlandsprodukt gehört zu den wichtigsten Indikatoren für die Wirtschaftsleistung eines Staates. 2020 ging es in Deutschland um 4,9 Prozent zurück. Besonders im zweiten Quartal hatte die Wirtschaftleistung einen historischen Einbruch erlitten. Danach erholte sich die Wirtschaft zwar etwas, konnte jedoch nicht alle Verluste wieder wettmachen.

1,1 Prozent weniger Gehalt

Arbeitnehmer mussten 2020 deutliche Verdiensteinbußen hinnehmen - es gab durchschnittlich 1,1 Prozent weniger Gehalt. Ein Grund dafür ist die umfassende Kurzarbeit, die viele Unternehmen in der Pandemie einführten. Es ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Erhebung - selbst in Zeiten der Finanzkrise sanken die Reallöhne nicht.

75 Prozent weniger Fluggäste durch Corona

Fast wirkt es ungewohnt, wenn heute ein Flugzeug über unsere Köpfe dröhnt. Das schlägt sich auch in den Zahlen nieder. Denn die Luftfahrt verzeichnete 2020 durch die Pandemie ihren größten Einbruch seit der Wiedervereinigung.

Nur 57,8 Millionen Fluggäste starteten oder landeten auf den 24 größten Verkehrsflughäfen in Deutschland - rund 75 Prozent weniger als im Jahr 2019. Besonders der Flugverkehr in die USA und nach China nahm ab. Beide Länder verhängten Einreisebeschränkungen für Fluggäste aus Europa.

Rekord: 47 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien

So niederschmetternd einige Zahlen aus der Corona-Krise auch sein mögen - für das Klima hat sich im vergangenen Jahr einiges getan. Fast die Hälfte, 47 Prozent, des Stroms kommt aus erneuerbaren Energien.

Nach vorläufigen Ergebnissen hatte mit der Windkraft erstmals ein grüner Energieträger den höchsten Anteil an der in einem Jahr eingespeisten Strommenge und löste damit Kohle als wichtigsten Energieträger ab. Insgesamt wurden in Deutschland 502,6 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt und in das Stromnetz eingespeist – 5,9 Prozent weniger als im Jahr 2019.

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Allerdings wurde 2020 wegen des zeitweisen Shutdowns in Deutschland weniger Strom verbraucht, deswegen musste auch weniger Energie aus Kraftwerken gewonnen werden.

15,5 Prozent weniger Unternehmenspleiten

Trotz der Corona-Krise haben weniger Unternehmen Insolvenz angemeldet. Im vergangenen Jahr ist die Zahl auf den niedrigsten Stand seit 1999 gesunken. Die deutschen Amtsgerichte meldeten 15.841 Firmeninsolvenzen. Das waren 15,5 Prozent weniger als im Jahr zuvor - und der niedrigste Stand seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999.

Die Zahlen dürften aber nicht die Realität widerspiegeln, denn die Pflicht, einen Insolvenzantrag zu stellen, wurde in der Krise ausgesetzt.

Haushalte geben 4,6 Prozent weniger für Konsumgüter aus

Seit Jahrzehnten wurde in Deutschland nicht so wenig für Konsumgüter ausgegeben, wie im Corona-Jahr 2020 - fast fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Der Grund: Gaststätten, Restaurants und Kneipen waren zeitweise zu, Urlaub nur eingeschränkt möglich und viele Sport- und Freizeitangebote fielen weg.

Mehr wurde hingegen für Lebensmittel ausgegeben. Entgegen des Trends der vergangenen Jahre gaben die Deutschen 2020 etwa sechs Prozent mehr für Essen und Trinken aus.

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