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Australien und Neuseeland : "Zero Covid"-Strategie auf dem Prüfstand

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Das Virus bekämpfen, bis es nicht mehr da ist: Neuseeland und Australien haben lange an einer "Zero Covid"-Strategie festgehalten - bis die Delta-Variante kam.

Auf dem Bild sieht man zwei Polizisten an einem australischen Strand stehen, Dahinter sind einige Menschen, die baden gehen.
Polizei am Strand: Der Lockdown in Australien wurde streng überwacht.
Quelle: Richard Wainwright/AAP/dpa

Es war ein schöner Traum, den Australien und Neuseeland seit Beginn der Corona-Pandemie verfolgten. Das Virus gar nicht erst ins Land lassen, den Übeltäter austilgen und so normal wie möglich weiterleben - so das Modell der Inselstaaten.

Der Preis für die Null-Covid-Strategie: Komplette Abschottung, geschlossene Grenzen, strengste Quarantäneregeln für die wenigen Einreisenden und immer neue, kurzfristig angeordnete Lockdowns für ganze Landesteile bei weniger als einer Handvoll Neuinfektionen. Im Gegenzug verfügten die Bürger viele Monate lang über beneidenswerte Freiheiten.

"Es ist unmöglich, Delta zu eliminieren"

Mit der Ausbreitung der Delta-Variante muss zumindest Australien nun seine Taktik überdenken. "Es ist unmöglich, Delta zu eliminieren", räumte Gladys Berejiklian, Regional-Premierministerin des besonders gebeutelten Bundesstaates New South Wales, vergangene Woche ein.

Aber die Delta-Variante ist ein Wendepunkt - und jeder Bundesstaat in Australien wird früher oder später damit leben müssen.
Gladys Berejiklian, Regional-Premierministerin New South Wales

Bundesstaaten wie Queensland oder Western Australia, die bisher glimpflicher durch die jüngsten Wellen gekommen sind, warnte Berejiklian: "Die denken noch, dass sie in einer Fantasie leben können, im Zero-Covid-Land, aber das geht nicht." Es sei wichtig, die Realität so schnell wie möglich zu akzeptieren.

Auch ihr Amtskollege Daniel Andrews aus dem Bundesstaat Victoria mit der Millionenstadt Melbourne gab zu, Null-Covid sei "nicht mehr länger eine realistische Strategie".

Mehrfach Proteste gegen Corona-Politik

Auch New South Wales, seit zehn Wochen im strikten Lockdown, hat den Höhepunkt der jüngsten Welle noch nicht erreicht. Die Parole lautet nun: Impfen, impfen, impfen. Ziel ist eine Herdenimmunität, da auch Australien langsam dämmert, dass die Grenzen nicht für immer dicht bleiben können. Einige Regionalpremiers wehren sich noch, überhaupt an eine Öffnung zu denken. Mehrmals kam es bereits zu Protesten gegen die Corona-Politik mit Dutzenden Festnahmen.

Ich weiß nicht, wie lange sich Bürger in anderen Bundesstaaten das Leben in einer solchen "bubble" (Blase) noch gefallen lassen. Nicht für immer.
Gladys Berejiklian, Regional-Premierministerin New South Wales

Trotz allem: Ein starkes Argument für die Null-Fall-Strategie ist, dass sie vielen das Leben gerettet und schwere Krankheitsverläufe und Long-Covid-Symptome verhindert hat. Australien (25 Millionen Einwohner) hat bis heute nur etwa 65.000 Fälle und 1.000 Todesfälle verzeichnet. Das kleine Neuseeland mit fünf Millionen Bürgern registrierte weniger als 4.000 Infektionen und nicht einmal 30 Tote.

Neuseeland: Leben in Normalität

Nach einem längeren Lockdown zu Beginn der Pandemie war Neuseeland 18 Monate lang zu einer beneidenswerten Normalität zurückgekehrt - samt voller Stadien und Konzerten mit Zehntausenden maskenlosen Besuchern.

Nach der Bestätigung eines einzigen lokal übertragenen Falls in der Großstadt Auckland rief Ministerpräsidentin Jacinda Ardern am 18. August umgehend einen landesweiten Lockdown aus.

Die Zahlen stiegen dennoch zunächst, zeitweise lagen sie bei mehr als 80 Neuinfektionen pro Tag. Mittlerweile sind sie aber wieder auf etwa 20 tägliche Fälle gesunken, so dass die Regeln am Mittwoch weitgehend gelockert wurden.

Mit dem Impfen hat sich aber auch Neuseeland Zeit gelassen: Bisher sind nur etwa 25 Prozent der Einwohner vollständig immunisiert. Experten sind überzeugt, dass gerade der extrem schnell ausgerufene, harte Lockdown ein weiteres Mal Schlimmeres verhindert hat.

Auf der Illustratioin ist eine Person zu sehen, die ein Schutzschild hält. Das Schutzschild ist zum Teil gerisssen, Coronaviren dringen durch das Schild.

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