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Besonnenheit statt Hysterie : Gauck lobt Deutsche in der Corona-Krise

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Altbundespräsident Joachim Gauck lobt den Umgang der Deutschen mit der Corona-Krise. Zwar neige eine Minderheit zu irrationalen Ängsten, die Mehrheit verhalte sich jedoch besonnen.

Altbundespräsident Gauck bei einer Rede an der Universität Kiel.
Altbundespräsident Joachim Gauck.
Quelle: pa/dpa-bildfunk

Altbundespräsident Joachim Gauck hat die Deutschen für einen überwiegend guten Umgang mit der Corona-Pandemie gelobt. Zu "Welt am Sonntag" sagte er:

Die große Mehrheit verhält sich in dieser von Unsicherheit geprägten Zeit sehr besonnen.
Joachim Gauck

Zwar seien die Deutschen traditionell eher sorgenvoll und neigten zu Aufgeregtheit und mitunter auch zu Hysterien. Derzeit nehme er aber vor allem "eine Melange aus Rationalität und Besorgnis" wahr. "Irrationale Angst herrscht gegenwärtig eher in einer Minderheit", meinte Gauck.

Gauck: Mehrheit zweifelt nicht an Demokratie

Es zeige sich, "dass die mitunter sehr lauten Proteste und die Verschwörungsideologien einer Minderheit die Mehrheit nicht erreichen", gab sich der Altbundespräsident überzeugt. Die Mehrheit zweifle nicht an der Demokratie. Er nehme auch "eine große Ernsthaftigkeit und Gelassenheit" wahr.

Die Demokratie habe während der Pandemie aber auch lernen müssen: "mehr Debatte ermöglichen, das Parlament nicht in die zweite Reihe schicken und auch, dass verantwortliches Regierungshandeln nicht einfach Stimmungen in der Bevölkerung folgen kann", erklärte Gauck. "Es braucht Mut, das als richtig Erkannte manchmal auch gegen Widerstände durchzusetzen."

#wieunscoronaspaltet

Beitragslänge:
28 min
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Freund-Feind-Situationen vermeiden

Zugleich mahnte Gauck dazu, sparsamer mit moralischen Kategorien umzugehen: "Sachfragen sollten mit Sachargumenten diskutiert werden." Die Differenz in der Sache dürfe nicht automatisch zu Freund-Feind-Situationen führen. "Wir neigen aber insgesamt zur Moralisierung", erläuterte das frühere Staatsoberhaupt.

Als Beispiele nannte er die Debatten um Klima und Flüchtlinge sowie die Auseinandersetzung mit der AfD. Dabei gebe es eine Reihe von Themen, mit denen man sehr rational gegen die AfD argumentieren könne. "Wir brauchen nicht immer gleich die moralische Verdammnis." Die Wirkung der Moralisierung sei stark, nutze sich aber ab.

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