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Erste Effekte der Viruseindämmung zu erkennen

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Ärztepräsident Reinhardt - Erste Effekte der Viruseindämmung zu erkennen

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Der Präsident der Bundesärztekammer Klaus Reinhardt ist im Kampf gegen das Coronavirus in Deutschland zuversichtlich. Er warnt aber vor verfrühter Lockerung der Gegenmaßnahmen.

Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärtzekammer, sieht Hoffnungsschimmer im Kampf gegen das Coronavirus
Ärztepräsident Klaus Reinhardt sieht Hoffnungsschimmer im Kampf gegen das Coronavirus.
Quelle: dpa

Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat im Hinblick auf den Kampf gegen das Coronavirus in Deutschland vorsichtige Zuversicht geäußert.

Es ist mit Glück möglich, dass der Sturm nicht ganz so heftig wird. Wir haben deutlich früher reagiert als Italien.
Klaus Reinhardt

Der Präsident der Bundesärztekammer (BAEK) sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", man könne erste Effekte der bisher getroffenen Maßnahmen erkennen. Entscheidend werde sein, wie viele Patienten intensiv behandelt und beatmet werden müssten.

Deutlich weniger schwer erkrankte Patienten als in Italien

Deutschland habe bislang deutlich weniger schwer erkrankte Covid-19-Patienten als andere Länder. "Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass das Durchschnittsalter der Infizierten bei uns niedriger ist. Die milden Fälle müssen nicht ins Krankenhaus", erklärte der Mediziner. Zugleich warnte Reinhardt eindringlich davor, schon jetzt erste Maßnahmen zu lockern.

Die Kontaktsperre gilt erst seit einer Woche und zunächst bis zum 19. April. Bis dahin müssen wirklich alle durchhalten, vorher ist eine verlässliche Bewertung überhaupt nicht möglich.
Klaus Reinhardt

Eine Lockerung von Maßnahmen noch vor Ostern, so Reinhardt, könnte neue Infektionen wieder hochschnellen lassen. "Das wäre fatal", mahnte er. Schon jetzt die Vorbereitungen auf den Ernstfall herunterzufahren und in Kliniken wieder planbare Eingriffe vorzunehmen, wäre "völlig verfrüht".

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Während die Corona-Fallzahlen in Deutschland steigen, hat die Debatte über eine Lockerung der Gegenmaßnahmen schon begonnen. Die Bundeskanzlerin macht klar, was sie davon hält.

Weiter sprach sich Reinhardt für eine schrittweise Rückkehr zum Unterrichtsbetrieb nach Ostern aus. "Die Bundesländer sollten sich jetzt darauf vorbereiten, den Schulbetrieb - wenn die epidemiologische Lage es denn zulässt - für die Zeit nach dem 19. April kontrolliert und eventuell reduziert wieder anlaufen zu lassen", sagte er der Zeitung. "Die jungen Leute sollten bei einer gelungenen Corona-Eindämmung spätestens ab Mai wieder in die Schulen."

Schuljahr keinesfalls komplett absagen

Es gebe praktisch keine erkrankten oder gar schwer erkrankten Kinder, auch nicht in Italien, so der Mediziner. "Kinder können das Virus weitergeben, aber sie sind offensichtlich nicht gefährdet."

Reinhardt appellierte an die Länder, keinesfalls schon jetzt das Schuljahr bis zum Sommer komplett abzusagen. Millionen Kinder weiter zu Hause zu lassen und per Mail zu unterrichten, sei "kein Dauerzustand" und auch nicht notwendig.

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