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Krankenkassen kritisieren - Mangelnde Aufklärung über Antikörpertests

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Wie verlässlich sind Antikörpertests? Was bedeutet es, wenn ein Test positiv ausfällt? Über solche Fragen werden Patienten in Arztpraxen offenbar nur unzureichend aufgeklärt.

Antikörper-Tests können zeigen, ob jemand schon an Covid-19 erkrankt war. Patienten müssen ihn selbst zahlen. Die Krankenkassen sind skeptisch, wie sinnvoll diese Ausgabe ist.

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Patienten werden in Arztpraxen oft nur unzureichend über die Bedeutung eines Corona-Testergebnisses aufgeklärt. Zu diesem Schluss kommt der Medizinische Dienst des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen (MDS) nach einer Befragung zu sogenannten Selbstzahlerleistungen. Bei lückenhafter Information bestehe die Gefahr, dass sich die Patienten in falscher Sicherheit wiegen und deshalb Abstands- und Hygieneregeln missachten könnten.

Im Rahmen einer regelmäßigen Befragung zu sogenannten IGeL-Leistungen, die Versicherte aus eigener Tasche zahlen müssen, befragte der MDS in diesem Jahr zusätzlich rund 6.800 Versicherte zu ihren Erfahrungen mit Covid-19-Antikörpertests.

Tests mit gewissen Unsicherheiten verbunden

Sechs Prozent hatten bereits einen Antikörpertest angeboten bekommen oder selbst danach gefragt. Die Initiative ging jeweils zur Hälfte vom Patienten oder vom Arzt aus. Bei der Interpretation der Testresultate wurden die Patienten laut MDS aber häufig allein gelassen. Mehr als ein Viertel der Getesteten wurde demnach im Unklaren darüber gelassen, wie sich ein positiver Test auf die Immunität auswirkt.

Es gibt bislang keine sicheren Erkenntnisse dazu, ob und wie lange eine Immunität nach einer Infektion anhält. Mehr als ein Drittel der Versicherten erhielt demnach keinerlei Information darüber, dass die Tests mit Unsicherheiten verbunden sind.

Abnahme eines Abstrichs in einer Hausarztpraxis.

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Falsch-positive Ergebnisse sind möglich

Knapp die Hälfte der Befragten wurde nicht darüber aufgeklärt, dass falsch positive Ergebnisse möglich sind. Die überwältigende Mehrheit der Tests sind zuverlässig. So gibt beispielsweise der Hersteller "Bencard Diagnostics" für seinen Labor-Antikörper-Test eine Spezifität von 99,8 Prozent an - das bedeutet, dass 0,2 Prozent der Tests ein falsch-positives Ergebnis liefern können.

Das heißt, der Test fällt positiv aus, obwohl der Patient nicht infiziert war. Solche falsch-positiven Ergebnisse können vereinzelt vorkommen; durch falsche Handhabe der Tests kann diese Quote etwa steigen. Labortests sind dabei verlässlicher als Schnelltests, die schon nach wenigen Minuten ein Ergebnis präsentieren.

Dies könne dazu führen, dass sich "Menschen in trügerischer Sicherheit wiegen", warnte Michaela Eikermann vom MDS. "Sie denken, Covid-19 kann ihnen nichts mehr anhaben und nehmen deshalb die Abstands- und Hygieneregeln möglicherweise nicht mehr ernst."

Über Selbstzahlerleistungen muss gut informiert werden

Für den "IGeL-Monitor" befragte die Kassenorganisation zudem 2.300 Versicherte zu anderen Selbstzahlerleistungen. An der Spitze stehen wie bei den vorherigen Befragungen die Augeninnendruckmessung zur Glaukom-Früherkennung beim Augenarzt und der Ultraschall der Eierstöcke zur Krebsfrüherkennung.

Bei beiden Untersuchungen überwiegt demnach der mögliche Schaden den Nutzen. Weiterhin unter den oberen zehn Leistungen ist auch der PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs, der aus Sicht des IGeL-Monitors ebenfalls kritisch zu bewerten ist. "Für den Verkauf von Selbstzahlerleistungen gelten verbindliche Regeln", erklärte MDS-Geschäftsführer Peter Pick. "Es muss gut informiert werden, und es darf kein Druck aufgebaut werden." Beides aber werde regelmäßig von Versicherten beklagt und müsse sich ändern.

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