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Antikörpertests als Hilfsmittel gegen Corona

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"maybrit illner" - Antikörpertests als Hilfsmittel gegen Corona

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Im Kampf gegen Corona setzt der Bund seine Hoffnung auf Antikörpertests. Sobald wie möglich soll es eine "repräsentative Stichprobe" geben, so Kanzleramtsminister Braun im ZDF.

"maybrit illner":Testen, Tracken, Impfen -Wettlauf gegen die Zeit
Kanzleramtsminister Helge Braun fordert bei "maybrit illner" Antikörpertests in Deutschland.

Die Bundesregierung will im Kampf gegen Corona sofort nach Vorliegen eines zuverlässigen Antikörpertests Screenings in der Bevölkerung durchführen lassen. Wenn der Test valide sei, strebe man an, "sehr schnell, unmittelbar eine repräsentative Stichprobe zu machen", sagte Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) in der ZDF-Sendung "maybrit illner". Ziel sei ein Überblick, wie groß der Anteil der Menschen in der Bevölkerung ist, die Antikörper gegen das Virus haben.

Sehen Sie hier die ganze Sendung "maybrit illner" vom 2. April 2020:

"maybrit illner“ mit dem Thema "Testen, Tracken, Impfen – Wettlauf gegen die Zeit" vom 2. April 2020 im ZDF.

Beitragslänge:
63 min
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Antikörpertests: Genauigkeit bisher mangelhaft

Einen Test auf Antikörper im Blut gebe es schon, er sei "aber noch nicht so genau, wie wir ihn brauchen". Der derzeit vorliegende Test könne "den fatalen Fehler machen, dass er einem suggeriert, man sei schon immun und es stimmt am Ende gar nicht".

Sobald dies behoben ist, solle "eine große Serie von Menschen, die glauben, sie hätten nie etwas mit Corona zu tun gehabt", freiwillig getestet werden, sagte Braun. Dies würde unter anderem Aufschluss darüber geben, wie viele Menschen die Erkrankung "still" durchmachten und wie groß die Infizierten-Dunkelziffer sei.

Sehen Sie hier Kanzleramtsminister Helge Braun und Virologin Melanie Brinkmann bei "maybrit illner":

Helge Braun und Melanie Brinkmann

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1 min
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Virologin: Corona-App sinnvoll

Die Virologin Melanie Brinkmann geht davon aus, dass ein zuverlässiger Antikörpertest schon in etwa einem Monat verfügbar sein könnte. Die Diagnostiklabore arbeiteten derzeit an der Validierung, sagte die Leiterin der Forschungsgruppe Virale Immunmodulation am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung.

Schutzmasken nähen ist gut, aber sie geben keinen hundertprozentigen Schutz.
Melanie Brinkmann, Virologin

Zudem müsse man Schutzmasken auch richtig tragen, so Brinkmann. Ihre größte Hoffnung derzeit sei die Impfung, "aber die wird noch Zeit brauchen und uns in dieser Situation nicht helfen". Aus virologischer Sicht sei eine Corona-App sinnvoll, um die Menschen so früh es geht zu warnen und sie zu isolieren.

"Das Überraschende war, dass sich das Virus so schnell verbreitet hat, sich ganz anders verhält als das Sars-Virus und wir es nicht eindämmen können", fügt Brinkmann hinzu.

Woopen sieht Einschränkung von Freiheit aktuell gerechtfertigt

Für Christiane Woopen, Humanmedizinerin und Vorsitzende des Europäischen Ethikrates, ist Kommunikation mit der Bevölkerung der Schlüssel zum Erfolg, um aus der aktuellen Situation wieder in die Normalität zurückkehren zu können.

Sehen Sie hier die Ethikrätin Christiane Woopen bei "maybrit illner":

Christiane Woopen bei "maybrit illner"

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1 min
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"Freiheit ist das höchste Gut, und die wird momentan eingeschränkt", konstatiert Woopen. Ihrer Meinung nach ist das aktuell gerechtfertigt, denn "um Freiheit zu genießen, muss man ja erst einmal leben". Die Ethikrätin gab zu bedenken, dass man den Menschen nicht die Entscheidungshoheit über ihr Leben nehmen dürfe.

Bei allem Verständnis für Schutzbedürfnis wollen die Menschen schon noch selbst entscheiden, welches Risiko sie bereit sind einzugehen.
Christiane Woopen, Ethikrätin

Woopen verwies dabei auf ältere Menschen, die derzeit sich weder mit Freunden treffen, noch ein Café aufsuchen dürfen. Sie befürworte eine App, die nur zur Aufklärung von Infektionsketten diene.

Maskenpflicht: Heime müssen ausgestattet werden

Michael Ziemons, Dezernent für Soziales und Gesundheit der Städteregion Aachen, erklärte, dass es in der Städteregion 1.100 Infizierte und 21 Tote mittlerweile gebe: "Da bekommen die Zahlen ein Gesicht."

Sehen Sie hier den Sozialdezernenten Michael Ziemons bei "maybrit illner":

Michael Ziemons bei "maybrit illner"

Beitragslänge:
1 min
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In Alten- und Pflegeheimen herrsche Maskenpflicht. "Dafür müssen wir die Häuser aber auch ausstatten", beschreibt Ziemons die Herausforderung. Denn die Heime selbst können das nicht leisten. Wichtig sei bei einem Impfstoff, dass man die Bevölkerung mitnehme.

Man wird einem Impfstoff in dem Maß vertrauen, indem wir darüber aufklären, was er bewirkt.
Michael Ziemons

An Kurven lassen sich Muster ablesen

Der Physiker und Leiter der Forschungsgruppe "Epidemiologische Modellierung von Infektionskrankheiten" am Robert Koch-Institut, Dirk Brockmann, befasst sich mit der Dynamik der Ausbreitung des Virus. "Aus den Kurven mehrerer Tage lassen sich Muster ablesen und daraus Rückschlüsse ableiten", erklärt Brockmann. Alles, was Daten liefere, sei gut, um Modelle hochauflösender zu machen.

Wir brauchen sicherere und schnellere Daten.
Dirk Brockmann, Physiker

Deshalb befürworte er eine Corona-App zum Tracken der Ausbreitung.

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