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Heil: Zugang zu Kurzarbeit weiterhin erleichtern

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Wirtschaft in der Corona-Krise - Heil: Zugang zu Kurzarbeit weiterhin erleichtern

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Arbeitsminister Heil will den infolge der Corona-Krise vereinfachten Zugang zu Kurzarbeit länger beibehalten. Zudem sollen Anreize für Weiterbildungsangebote geschaffen werden.

Arbeitsminister Heil gibt ein Interview in seinem Büro.
Arbeitsminister Heil gibt ein Interview in seinem Büro.
Quelle: dpa

Unternehmen und Arbeitnehmer können voraussichtlich auch künftig leichter auf Kurzarbeit zurückgreifen. "Ich kann mir vorstellen, dass wir die erweiterten Möglichkeiten für Kurzarbeit verlängern", sagte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) der Deutschen Presse-Agentur.

Hürden bereits im März wegen Corona gesenkt

"Diese Möglichkeit habe ich per Rechtsverordnung. Darüber werden wir im September entscheiden." Die Hürden dafür waren im März im Zeichen der Corona-Krise gesenkt worden.

Zuletzt waren mehr als 6,83 Millionen Menschen in Kurzarbeit. Im März waren es erst 2,49 Millionen. Heil will nun über die Ausgestaltung der Kurzarbeit im Jahr 2021 reden.

Wie die Corona-Pandemie den Job verändert

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43 min
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Betroffene sollen Zeit zu Weiterbildung nutzen

"Wir wollen Anreize setzen, dass für diejenigen, die länger in Kurzarbeit sind, die Zeit sinnvoll mit Weiterbildung genutzt wird."

In der ersten Phase des konjunkturellen Einbruchs sei dies auch deshalb nicht gegangen, weil Weiterbildung aus Gründen des Infektionsschutzes nicht habe angeboten werden können.

Nach der Krise droht Fachkräftemangel

"Von den Unternehmen erwarte ich die Bereitschaft, in Weiterbildung zu investieren", sagte Heil.

Wir werden eine Zeit nach Corona haben, in der die Wirtschaft wieder in Gang kommt.
Hubertus Heil

Dann dürfte der Fachkräftemangel wieder in den Fokus rücken, erwartet Heil.

Unternehmen, die in Weiterbildung investierten, würden auch unterstützt. "Da, wo Personal abgebaut wird, gibt es die Möglichkeit, mit Transfergesellschaft auch Qualifizierung zu verbinden und so neue Beschäftigungschancen zu sichern."

Kurzarbeit ist das geringere Übel

Zwar sei Kurzarbeit für die Bundesagentur für Arbeit (BA) teuer, so Minister Heil, Massenarbeitslosigkeit aber wäre für Gesellschaft und Staat viel teurer. "Die Krise ist aber so tiefgreifend, dass wir in diesem Jahr wahrscheinlich auch auf Liquiditätshilfen aus dem Bundeshaushalt angewiesen sein werden."

Das Defizit, mit dem die BA in diesem Jahr rechnet, dürfte deren 26 Milliarden Euro dickes Geldpolster um 4 Milliarden Euro übersteigen. Liquiditätshilfen seien über den beschlossenen Nachtragshaushalt sichergestellt, sagte Heil.

Bundesagentur muss handlungsfähig bleiben

"Wir werden mit dem Haushalt für 2021 auch die Vorsorge dafür treffen müssen, dass die Bundesagentur auch im nächsten Jahr voll handlungsfähig bleibt."

Heil sagte: "Trotz der Tatsache, dass die Beiträge der Arbeitslosenversicherung sehr niedrig sind, haben wir uns darauf verständigt, dass wir weder Leistungen kürzen noch Beiträge erhöhen."

Menschen müssen zurück zur Vollzeitarbeit

Im Vergleich etwa zu den Vereinigten Staaten zeige sich, wie gut Kurzarbeit als stabile Brücke über ein tiefes wirtschaftliches Tal funktioniere.

Jetzt kommt es darauf an, dass die Wirtschaft wieder in Schwung kommt und dass die Menschen wieder von Kurzarbeit zurückkehren können in Vollzeitarbeit.
Hubertus Heil

Nach Abflauen der Corona-Pandemie werde es eine Phase mit grundlegenden Konsequenzen geben, sagte Heil. "In einigen Bereichen wirkt Corona wie ein Brandbeschleuniger für die Transformation der Wirtschaft." Bei der Digitalisierung müsse Deutschland jetzt aufholen.

Bessere Bezahlung für Helden des Alltags

Und so richtig es sei, viele Menschen im Homeoffice, an der Supermarktkasse, in Pflegeeinrichtungen oder der Lagerlogistik als systemrelevant und als Helden des Alltags zu bezeichnen - "diese Menschen verdienen auch eine anständige und das heißt vielfach bessere Bezahlung", sagte Heil.

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