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Bundesregierung beschließt Ausbildungsprämie

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Hilfen für Unternehmen - Bundesregierung beschließt Ausbildungsprämie

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Das Bundeskabinett hat eine Ausbildungsprämie für Unternehmen in der Corona-Krise beschlossen. Die sorgt grundsätzlich zwar für Zustimmung, es gibt aber auch Kritik.

Azubi in einer Ausbildungswerkstatt für Mechaniker
Azubi in einer Ausbildungswerkstatt für Mechaniker
Quelle: dpa

Unternehmen, die trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten an Ausbildung festhalten, sollen mit Prämien belohnt werden. Ein entsprechendes Hilfsprogramm hat die Bundesregierung auf den Weg gebracht.

Es soll Firmen mit bis zu 249 Beschäftigten finanziell bei der Ausbildung unterstützen. Voraussetzung ist, dass sie durch die Corona-Krise große Umsatzeinbrüche hatten oder Kurzarbeit für ihre Beschäftigten anmelden mussten.

Prämien bis zu 3.000 Euro vorgesehen

Firmen, die trotz dieser Schwierigkeiten in gleichem Umfang ausbilden wie in den vergangenen drei Jahren, bekommen 2.000 Euro für jeden 2020 und 2021 geschlossenen Ausbildungsvertrag.

Eingeschränkte Betriebstätigkeit in Corona-Zeiten bringt auch die Ausbildungsverhältnisse durcheinander. Übernahmen sind gefährdet, genauso wie die Abschlüsse neuer Ausbildungsverträge.

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Unternehmen, die sogar mehr Ausbildungsplätze schaffen als sie bisher hatten, winken für jeden zusätzlichen Azubi 3.000 Euro. Die gleiche Summe sollen Unternehmen beantragen können, die Auszubildende von Firmen übernehmen, die Insolvenz anmelden mussten.

Gefördert werden ebenso Betriebe, die Azubis von Firmen übernehmen, die pandemiebedingt die Ausbildung nicht fortsetzen können.

Bundesregierung stellt bis zu 500 Millionen Euro bereit

Darüber hinaus will die Regierung Ausbildungsbetriebe unterstützen, die trotz Krise keine Kurzarbeit für Ausbilder oder Auszubildende angemeldet haben. Geplant ist für diese Fälle eine Förderung von 75 Prozent des Brutto-Ausbildungslohns für jeden Monat, in dem der Betrieb einen Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent hat.

Für die Ausbildungsprämien eingeplant sind 500 Millionen Euro.

Corona darf nicht wie Blei am Bein hängen, wenn es um den Start ins Berufsleben geht.
Hubertus Heil, Bundesarbeitsminister (SPD)

Man wolle dafür sorgen, "dass kein Schulabgänger und keine Schulabgängerin von der Schulbank ins Nichts fällt", sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) nach der Kabinettssitzung in Berlin.

Ausbildungsstellen in Krise zurückgegangen

Wirtschaftsverbände begrüßten die Prämien als sinnvolle Maßnahme. Mit der beschlossenen Ausbildungsprämie erhielten kleine und mittlere Betriebe "eine wichtige Anerkennung", sagte Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des deutschen Handwerks (ZDH).

Die Prämie sei ein "Motivationssignal". Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) begrüßte den "Schutzschirm" für Ausbildung, weil der noch rechtzeitig zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres gespannt werde.

Corona-Krise und der Ausbildungsmarkt:

Nach Angaben des DGB sei ein Einbruch sowohl der Ausbildungsplätze, als auch der Bewerberinnen und Bewerber zu bemerken – in manchen Regionen bis zu 20 Prozent. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hatte im Mai mitgeteilt, dass ein Minus von acht Prozent bei den angebotenen Lehrstellen im Vergleich zum Vorjahresmonat bestehe.

Kritik an Beschränkung auf kleinere Unternehmen

Vom deutschen Handelsverband (HDE) und dem Verband der Deutschen Maschinenbauer (VDMA) dagegen kam neben Lob auch Kritik an den Ausbildungsprämien. Die richtet sich vor allem auf die umgrenzte Zielgruppe von kleinen und mittleren Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl von maximal 249.

So rechnet der VDMA vor, dass sich im Maschinenbau 20.000 Auszubildende in Unternehmen mit 250 bis 1.000 Beschäftigten fänden, weitere 26.000 in Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten. Das seien fast zwei Drittel aller Auszubildenden im Maschinenbau.

Auszubildenden beim Autohersteller Skoda arbeiten an einem Auto.

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