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Wie entwickelt sich die Pandemie?

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Corona-Krise in Zahlen - Wie entwickelt sich die Pandemie?

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Welche Länder sind derzeit am stärksten von der Corona-Krise betroffen und wie hat sich die Pandemie in den letzten sechs Monaten entwickelt? Ein Überblick.

Die Corona-Pandemie hat die Welt fest im Griff: Auch rund ein halbes Jahr nach den ersten Berichten über Corona-Fälle, vermeldet etwa die WHO Rekordanstiege - wie etwa in Brasilien. Wo stehen wir derzeit in der Corona-Krise? Eine Bestandsaufnahme.

Wie verteilen sich die absoluten Corona-Fälle derzeit?

Insgesamt kletterte die Zahl der bestätigten Infektionen laut Johns-Hopkins-Universität mittlerweile über die zehn Millionen Marke. Gründe hierfür können sowohl vermehrte Tests als auch höhere Infektionszahlen sein. Dazu sind mehr als 500.000 Menschen in Verbindung mit Covid-19 gestorben.

An der Spitze der absoluten Zahlen steht Nordamerika: Knapp drei Millionen Infizierte wurden hier gezählt. Dahinter folgen Europa (2,4 Millionen), Asien (2,2 Millionen) und Südamerika (2,1 Millionen). Auffällig: Das Epizentrum der Pandemie verlagert sich. Begann der Ausbruch zunächst in Asien, folgten Europa und der amerikanische Kontinent.

Vergleicht man etwa die Zahlen seit Beginn des Monats, sind in Europa "nur" rund 415.000 neue Fälle registriert worden. In Nordamerika sind es im gleichen Zeitraum über 930.000, in Asien knapp 1,1 Millionen.

Die Ausbreitung ist damit weiter in vollem Gange - auch, wenn sie regional anders verläuft. Laut dem Virologen Martin Stürmer von der Universität Frankfurt reagiere jedes Land anders. Genaue Gründe seien schwer abzuschätzen. Doch ein zentraler Punkt: Die konsequente, oder eben nicht so konsequente Durchführung der Schutzmaßnahmen. Denn:

Es gibt keine Möglichkeit, außer strengster Hygiene- und Quarantänevorgaben, um die Infektion zu unterbinden. Es gibt auch keinen Impfstoff oder wirklich effektive Therapie.
Martin Stürmer, Virologe

Coronavirus: Welche Länder sind besonders betroffen?

Die USA verzeichnen mit über 2.5 Millionen Infizierten mit Abstand die meisten Fälle - und der Trend zeigt deutlich nach oben: In den letzten sieben Tagen kamen im Schnitt rund 38.000 Fälle hinzu.

Ähnlich sieht es in Brasilien aus - auch hier stiegen die absoluten Fallzahlen stark an. Zugleich verzeichnen die beiden Länder die höchsten Todeszahlen. In den USA sind es über 125.000, in Brasilien über 57.000.

Martin Stürmer sieht in den USA vor allem ein Problem:

Es gibt keine konsequente Strategie, die von vorne bis hinten durchgezogen wird - also von der Regierungsspitze bis hinten zum Volk.
Martin Stürmer, Virologe

Ähnliches gelte für Brasilien, wo ebenfalls die politische Führung das Geschehen verharmlose. Zudem treffe das Virus dort vor allem arme Menschen, die grundsätzlich sehr wenige Möglichkeiten hätten, sich davor zu schützen.

Auch der Blick auf die Neuinfektionen zeigt: Italien und Spanien, die zu Beginn starke Anstiege hatten und dann konsequent Schutzmaßnahmen umsetzten, können sich derzeit auf einem stabilen niedrigen Niveau einpendeln.

Die USA - trotz einem vermeintlichen Höhepunkt der Kurve im April - sowie Brasilien verzeichnen in den letzten Wochen stark steigende Werte.

In der größten Demokratie der Welt, Indien, scheint die Kurve zwar langsamer zu steigen - doch: Bei 1,3 Milliarden Einwohnern bedeutet schon ein Anstieg von 0,1 eine hohe Zahl neuer Infizierter.

Fest steht: Das Virus kennt keine Grenzen. Und: Viele Fälle bleiben im Dunkeln, da nicht alle Menschen getestet weden. Aber: Es gibt Länder, die laut dem Virologen Stürmer besser vorbereitet sind, weil sie im Vorfeld politisch anders reagiert haben.

Corona-Pandemie in Deutschland

Und Deutschland? Anfang April gab es die höchste Zahl der Neuinfektionen innerhalb sieben Tage.

Daraufhin flachte die Kurve ab - bis sie nun vor allem wegen lokaler Ausbrüche - wie etwa bei Tönnies - leicht ansteigt.

Laut Virologe Stürmer liegt die Pandemie definitiv nicht hinter uns - jedoch ein erster Anstieg. Man sehe derzeit ein relativ konstantes Plateau auf niedrigem Niveau. Doch der Virologe warnt:

Nichtsdestotrotz bewegen wir uns in Deutschland auf dünnem Eis. Es besteht jederzeit die Gefahr, wenn wir unachtsam werden, dass die Infektionszahlen deutlich steigen werden.
Martin Stürmer, Virologe

Aktuelles zur Coronavirus-Krise

Jair Bolsonaro, Präsident von Brasilien

Brasiliens Präsident -
Bolsonaro mit Coronavirus infiziert
 

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Das sagte der Staatschef am Dienstag nach einem positiven Test.

daniel andrews, premierminister von victoria, informiert ueber die aktuelle lage waehrend der corona-pandemie

Anstieg der Corona-Infektionen -
Erneut Ausgangssperre in Melbourne
 

In der australischen Millionen-Metropole Melbourne treten bis Mitte August erneut strikte Ausgangssperren in …

von Normen Odenthal
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