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Bayern verhängt Ausgangsbeschränkungen

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Erstes Bundesland - Bayern verhängt Ausgangsbeschränkungen

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Jetzt also doch: Als erstes Bundesland verhängt Bayern landesweite Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus. Das kündigte Ministerpräsident Söder an.

Zur Eindämmung des Coronavirus hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) weitreichende Ausgangsbeschränkungen für den Freistaat angekündigt. "Die Bewegungsfreiheit der Menschen wird drastisch eingeschränkt", so ZDF-Studioleiter Jürgen Bollmann in …

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Zur Eindämmung des Coronavirus gelten in ganz Bayern von diesem Samstag an weitreichende Ausgangsbeschränkungen. So ist das Verlassen der eigenen Wohnung im Freistaat nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Die Einschränkungen sollen ersteinmal für 14 Tage gelten.

Was ist noch erlaubt?

  • Der Weg zur Arbeit - Arbeitgeber sollen aber vermehrt Abstand zu Kollegen und Homeoffice ermöglichen
  • notwendige Einkäufe
  • Arzt- und Apothekenbesuche
  • Hilfe für andere
  • Besuche von Lebenspartnern
  • Besuch bei den eigenen Kindern, wenn die in einem anderen Haushalt leben
  • Sport und Bewegung an der frischen Luft - aber nur alleine oder mit Personen, mit denen man zusammenlebt.

Geöffnet bleiben zum Beispiel

  • Lebensmittelgeschäfte
  • Banken

Wo gelten Einschränkungen?

  • Besuchsrechte z.B. in Kliniken werden grundlegend eingeschränkt, d.h. Besuche sind nur noch in Sterbefällen erlaubt, wenn Eltern ihre Kinder besuchen, oder wenn eine Geburt ansteht und frischgebackene Väter Mutter und Kind besuchen wollen.

Geschlossen werden zum Beispiel

  • Praxen für Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie
  • Friseure
  • Bau- und Gartenmärkte
  • Gastronomie - Ausnahme: To Go, Drive In und Lieferungen

Was wird verboten?

  • Parties
  • Größere Menschenansammlungen

Zur Begründung sagte CSU-Chef Markus Söder, dass es trotz der bereits verhängten Maßnahmen nach wie vor noch sehr viele Gruppenbildungen gebe. "Wir können das nicht mehr akzeptieren." Söder betonte:

Wir fahren das öffentliche Leben nahezu vollständig herunter.
Markus Söder

Söder versicherte, dass die Einhaltung von Polizei und Ordnungsdiensten kontrolliert werde. Bei Verstößen müssten die Betreffenden mit hohen Bußgeldern rechnen.

Ausbreitung des Virus soll gebremst werden

Es gehe der Landesregierung aber nicht darum, jetzt alles zuzusperren und einen "Lagerkoller" zu verursachen. "Wir sperren Bayern nicht zu, wir sperren Bayern nicht ein", betonte der Ministerpräsident. Aber die Maßnahmen seien nach Meinung aller Experten die einzige Möglichkeit, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

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Die Zahl der Infizierten in Bayern ist laut Söder seit Donnerstag um mehr als 35 Prozent oder 817 Fälle gestiegen, die Zahl der Toten sogar um 50 Prozent auf 15, sagte Söder. Die Infektionsketten seien praktisch nicht mehr nachvollziehbar.

Für die Vernünftigen ändere sich jetzt gar nicht so viel, sagte Söder. Aber für die Unvernünftigen gebe es nun ein genaues Regelwerk. Weitergehende Maßnahmen seien zudem denkbar.

Auch in anderen Bundesländern Beschränkungen

Inzwischen haben auch andere Länder die Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus verschärft:

  • Baden-Württemberg: Zusammenkünfte auf öffentlichen Plätzen von Gruppen sind verboten. Es dürfen sich maximal noch drei Personen versammeln. Durchreisen von Personen aus Corona-Risikogebieten sind untersagt. Alle Restaurants und Gaststätten ab Samstag geschlossen.
  • Rheinland-Pfalz: Keine Versammlungen mit über fünf Personen mehr, Bußgelder sind möglich. Die Regelung tritt ab Mitternacht in Kraft. Vorerst keine Ausgangssperre. Innen- und Außengastronomie werden geschlossen.
  • Hessen: Verzicht auf generelle Ausgangsbeschränkungen. Ab Mitternacht sind auch hier Zusammenkünfte von mehr als fünf Personen untersagt, ab Samstagmittag müssen Restaurants und Cafés geschlossen bleiben.
  • Saarland: Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) will noch an diesem Freitag dem Kabinett Ausgangsbeschränkungen vorschlagen

Folgt der Bund dem Beispiel Bayerns? Das ist noch offen. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird mit den Ministerpräsidenten der Länder am Sonntag über die Notwendigkeit weiterer Schritte beraten.

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