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Beherbergungsverbot: Fast alle Länder einig

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Reisende aus Risikogebieten - Beherbergungsverbot: Fast alle Länder einig

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Urlauber aus deutschen Corona-Risikogebieten müssen künftig ein negatives Test-Ergebnis vorweisen, wenn sie in anderen Bundesländern übernachten. Einige Länder ziehen nicht mit.

Einige Bundesländer haben sich auf gemeinsame Regeln im Umgang mit deutschen Corona-Risikogebieten geeinigt. Wie sinnvoll die sind, erklärt der Medizinjournalist Christoph Specht.

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Die Bundesländer haben ein Beherbergungsverbot für Urlauber aus inländischen Gebieten mit hohen Corona-Infektionszahlen beschlossen. Das Verbot gilt in nahezu allen Bundesländern, hieß es nach einer Schaltkonferenz der Länder-Staatskanzlei-Chefs mit Kanzleramtschef Helge Braun (CDU). In dem Meeting ging es darum, angesichts teils unterschiedlicher Regelungen, einen einheitlichen Rahmen für Corona zu finden.

48 Stunden alter Corona-Test bei Ankunft vorlegen

Danach reicht es, bei Ankunft in einem Hotel oder einer Ferienwohnung einen maximal 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorzulegen – beispielsweise um den Herbsturlaub an Nord- oder Ostsee zu verbringen. Mindestens elf Länder wollen sich an die Regelung halten.

"Die Verflechtung innerhalb Deutschlands ist so eng, dass man dort nicht ansetzen kann", so Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher, SPD.

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Mehrere Bundesländer wollten die Beschlüsse allerdings nicht komplett mittragen.

  • Niedersachsen kündigte an, die Bund-Länder-Beschlüsse zunächst noch prüfen zu wollen. In einer Protokollnotiz verwies das Land auf die "extrem kurzfristige Vorlage".
  • Auch Bremen kündigte eine Prüfung an.
  • Mecklenburg-Vorpommern behielt sich strengere Vorschriften für Einreisende aus innerdeutschen Corona-Hotspots vor - etwa eine Pflichtquarantäne von mindestens fünf Tagen.
  • Berlin verlangte in einer Protokollerklärung, bei der Bewertung des Infektionsgeschehens als "Gesamtstadt und Einheitsgemeinde" behandelt zu werden. Dies hat insofern Bedeutung, als einige Berliner Bezirke über der kritischen Sieben-Tage-Inzidenz von 50 Fällen liegen, andere aber nicht.
  • Auch Thüringen will das Beherbergungsverbot nicht mittragen - vorerst.

Dürfen nicht in Bayern übernachten: Urlauber aus Hotspots ohne negativen Corona-Test

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte zuvor schon für sein Land mitgeteilt, dass Urlauber aus innerdeutschen Corona-Hotspots ohne negativen Corona-Test von diesem Donnerstag an nicht mehr in bayerischen Hotels und Gaststätten übernachten dürfen.

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Das Beherbergungsverbot soll demnach für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen gelten. Die genauen Gebiete müssen noch vom bayerischen Gesundheitsministerium benannt werden.

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Söder erklärte, dies bedeute "eine Testpflicht de facto für Urlauber, die aus Risikogebieten nach Bayern kommen". Denn wer einen aktuellen, negativen Corona-Test vorweisen kann, darf auch weiterhin in Hotels in Bayern übernachten. Tests müssen Reisende aber in der Regel aus eigener Tasche bezahlen, wenn sie keine Krankheitsanzeichen haben.

Experte Lauterbach: Beherbungsverbote wenig sinnvoll

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erklärte, innerdeutsche Testpflichten und Beherbergungsverbote seien wenig sinnvoll.

Wir werden bald so viele betroffene Regionen haben, dass die Regel kaum umsetzbar, geschweige denn kontrollierbar ist.
Karl Lauterbach

Zudem müssten Angebote in Deutschland erhalten bleiben, gerade um zu verhindern, dass Deutsche in ausländische Hochrisikoregionen reisen.

Betroffen sind Urlauber aus Gegenden mit 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner

Zentrales Kriterium beim Krisenmanagement ist, ob es in einer Region mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gibt. Anhand dieser Schwelle stuft die Bundesregierung auch andere Staaten als "Risikogebiete" für deutsche Urlauber ein. Im Inland haben Bund und Länder vereinbart, dass ab dieser Marke in "besonders betroffenen Gebieten" örtliche Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Als Hotspots gelten in Deutschland:

  • Teile von Berlin (Friedrichshain-Kreuzberg, Berlin-Mitte, Neukölln, Tempelhof-Schöneberg).
  • Esslingen (Baden-Württemberg)
  • Hamm (NRW),
  • Remscheid (NRW).
  • Auch in München und Frankfurt am Main waren die Infektionszahlen zuletzt vergleichsweise hoch.

Aufgrund weiter steigender Corona-Infektionen wollen betroffene Kommunen und Länder die Zügel wieder anziehen. Die anderen versuchen, sich vor Besuchern aus diesen Gebieten zu schützen.

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