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Anstieg der Neuinfektionen - Der belgische Tsunami

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Belgien hat pro Kopf fast zehnmal so hohe Corona-Zahlen wie Deutschland. Und neuerdings eine Regierung, die die Lage beim Namen nennt. Drastische Worte sollen Schlimmeres abwenden.

Auch in Belgien steigen die Corona-Neuinfektionen rasant an, viele Krankenhäuser sind überlastet. Seit gestern gilt in dem Land unter anderem eine nächtliche Ausgangssperre.

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Es gibt in Brüssel einen Ort, der alten Glanz und akute Not in einem Bild vereint. Er liegt auf der Rückseite eines riesigen Denkmals, das sich das kleine Land zu seinem Fünfzigsten baute. Im Triumphbogen des Parque du Cinquantenaire hängt die schwarz-gelb-rote Trikolore - und direkt davor steht ein Covid-19-Testdorf mit vier weißen Zelten. Die lange Menschenschlange davor erinnert daran, wie schnell das Virus ein reiches Land an seine Grenzen bringt.

Überlastete Labore und späte Testergebnisse

Mehr als 55.000 Abstriche wurden im Schnitt der letzten Woche täglich genommen, an einzelnen Tagen lag die Zahl nach Auskunft der Gesundheitsbehörde sogar bei mehr als 75.000. Die Folgen zeigten sich nicht nur am Krankenhaus von Namur, dessen Labor wegen Überlastung für eine Woche die Annahme stoppte.

Zu Beginn der Woche musste die Gesundheitsministerin des Teilstaats Wallonien zugeben: Für einen von zwei Tests kam das Ergebnis nach mehr als 24 Stunden. Der Nutzen war also stark eingeschränkt, eine Kontaktnachverfolgung kaum noch möglich.

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"Politische Lasagne" legt sich auf neue Strategie fest

So kamen am Montag die neun Gesundheitsminister aller belgischen Gebietskörperschaften zusammen. Das spöttisch auf "Lasagne" getaufte Drunter und Drüber der Zuständigkeiten beschloss eine neue Strategie.

Bislang musste sich testen lassen, wer aus einem Risikogebiet zurückkehrte oder wer Kontakt zu einer infizierten Person hatte. Neu ist jetzt: Wer keine Symptome hat, bekommt keinen Test - und muss stattdessen in Quarantäne.

Damit die auch eingehalten wird, wird sie auf zehn Tage begrenzt, obwohl auch danach Ansteckungen möglich sind. Virologe Steven van Gucht hält das für vertretbar:

Das ist ein relativ annehmbares Risiko. Wenn sie nach zehn Tagen vorsichtig bleiben, also keinen Besuch bei Oma und Opa machen.
Virologe Steven van Gucht

Das Problem ist nur, dass die Hausärzte, die auch Abstriche nehmen, als letzte von der Entscheidung erfuhren - und ihren verunsicherten Patienten keine Auskunft geben konnten.

Fehltritt eines Polit-Veteranen

Es ist der erste Fehltritt des neuen Gesundheitsministers. Flanderns Sozialisten hatten den 64-jährigen Polit-Veteranen Frank Vandenbroucke für das Amt reaktiviert.

Nach fast 500 Tagen ohne reguläre Regierung hatte Belgien Anfang Oktober eine neue Regierung bekommen. Raspelkurz sind Vandenbrouckes Haare, rau ist sein Französisch, hart seine Wortwahl:

Wir stehen nah an einem Tsunami, sehr nah an einem Tsunami.
Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke

Nach dieser Analyse erwarten die Belgier nun politisches Handeln, das die Welle aufhält.

Mitarbeiter einer Fluggesellschaft warten am Flughafen Frankfurt. Archivbild

Verschärfte Reiseauflagen -
Mehr als 20 Länder jetzt Hochrisikogebiet
 

Wegen sehr hoher Infektionszahlen stuft die Regierung einige Länder jetzt als Hochrisikogebiet ein. Es gelten verschärfte Reiseregeln. Ein Überblick.

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