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Hans: Lockdown verhindern, Bildung schützen

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"dunja hayali" - Hans: Lockdown verhindern, Bildung schützen

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Ministerpräsident Hans mahnt im ZDF das Recht auf Bildung an. Die Gesellschaft müsse dies durch Einhaltung der Hygieneregeln sichern. Ministerin Giffey will Frauenhäuser stärken.

Über fehlende Konzepte für die Schulen in Corona-Zeiten und die Auswirkungen auf Lehrer, Eltern und Schüler und Kinder.

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Tobias Hans (CDU), Ministerpräsident des Saarlands, hat in der ZDF-Sendung "dunja hayali" erklärt, dass in seinem Bundesland Lehrer in den Sommerferien weitergebildet, E-Mail-Adressen für Lehrkräfte angelegt und digitale Endgeräte für Kinder aus sozialschwächeren Familien angeschafft wurden.

"Kinder haben das Recht auf Bildung", betonte der CDU-Politiker und fügte hinzu, dass "die Gesellschaft den Auftrag hat, die Bildung zu schützen und einen weiteren Lockdown zu verhindern". Das funktioniere laut Hans durch die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln.

Elternrat Heise: Digitaler Unterricht schwierig ohne Infrastruktur

"Wir wissen, dass Abstand und Maske schützen, aber im Hygieneplan der Berliner Schulen sind Händewaschen und Lüften als Maßnahmen aufgeführt", erklärte Norman Heise, Ländervertreter für Berlin im Bundeselternrat. Das irritiere.

Er monierte, dass die Umsetzung digitalen Unterrichts schwierig sei, wenn es noch immer Lehrer gebe, die kein digitales Endgerät haben. Auch fehle es an der entsprechenden digitalen Infrastruktur, da der Breitbandausbau nicht voranschreite.

Digitale Bildung -
Bund und Länder wollen Laptops für Lehrer
 

Jeder Lehrer soll einen Dienstlaptop bekommen. Schulen sollen zügig ans schnelle Internet angeschlossen werden. Bund und Länder wollen dafür 500 Millionen Euro ausgeben.

von Dominik Rzepka, Berlin
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Lehrerin Boateng: Es wird reagiert statt agiert

Für Gloria Boateng, Lehrerin aus Hamburg, ist Schule bereits vor Corona an der Realität vorbeigegangen:

Im digitalen Bereich hängen wir total hinterher.
Gloria Boateng, Lehrerin

Es lägen keine Konzepte vor und deshalb reagiere man im schulischen Bereich immer nur statt zu agieren. Sie erwarte ein sofortiges Vorantreiben der Digitalisierung.

Darüber hinaus forderte sie, dass die Schule Kinder, die mit Corona-Patienten in Kontakt waren, vom Unterricht ausschließen dürfe, bis diese negativ getestet wurden. "Da muss das Gesundheitsamt unterstützen und nicht die Kinder direkt wieder ungetestet zurück in den Unterricht setzen."

Giffey: Förderprogramm für Frauenhäuser

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) erklärte, dass der Bildungsgipfel im Kanzleramt rein "informell" war und man deshalb auch nicht mit großen Ergebnissen rechnen könne.

Erwachsene müssen mit gutem Beispiel bei der Umsetzung der Hygiene-Regeln vorangehen.
Franziska Giffey, Bundesfamilienministerin

Auch sollten Lehrkräfte beim Wunsch nach Corona-Tests unterstützt werden. In Bezug auf häusliche Gewalt verwies die Familienministerin auf ein Förderprogramm, das, ausgestattet mit 120 Millionen Euro, die Infrastruktur der Frauenhäuser deutschlandweit stärken soll.

Über die Initiative "Stärker als Gewalt" werde zudem versucht, an von häuslicher Gewalt bedrohte Kinder heranzukommen. So wurden während des Lockdowns gezielt Lebensmitteln mit Hinweisen zu Beratungsangeboten versehen, um diese Information leicht zugänglich zu streuen.

Häusliche Gewalt: Betroffen sind Frauen aller Schichten

Laut Anika Ziemba, Kinderschutzfachkraft in Hamburg, gebe es "keine breitere Diskriminierung als häusliche Gewalt". Betroffen seien Frauen aus allen gesellschaftlichen Schichten. "Im Frauenhaus sind eher Frauen aus prekären Situationen anzutreffen oder welche, die mit dem Tod bedroht wurden", weiß sie aus Erfahrung.

Jede dritte Frau in Deutschland ist mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen. Dunja Hayali spricht mit einer Betroffenen.

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3 min
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Sie betonte, dass es zu wenig Frauenhausplätze deutschlandweit gebe, da die meisten Frauen ihre Kinder mitbrächten und damit schon ein Teil der Plätze belegt sei.

Häusliche Gewalt trifft Frauen und Kinder gleichermaßen.
Anika Ziemba, Kinderschutzfachkraft

Ziemba forderte eine pauschale Finanzierung der Frauenhäuser und Beratungsstellen, unabhängig des Rechtsanspruchs auf einen Platz.

Hilfswerk Arche: Häusliche Gewalt wird mit Schulstart ansteigen

"Es gibt viele Faktoren, die zu häuslicher Gewalt führen", erklärte Bernd Siggelkow, Gründer des Kinder- und Jugendhilfswerks "Arche". Gerade während des Lockdowns hätten Kinder keine Möglichkeit des Anvertrauens gehabt, deshalb ist er sich sicher, dass die Zahl derer, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, mit Schulstart wieder ansteigen werde.

Siggelkow sieht die Gesellschaft in der Verantwortung:

Wir diskutieren, während Frauen vergewaltigt und Kinder sexuell missbraucht werden, anstelle zu agieren.
Bernd Siggelkow, Arche

Bei einem kostenlosen, wissenschaftlich begleiteten Konzert von Tim Bendzko in Leipzig soll unter Einhaltung höchster Sicherheitsmaßnahmen erforscht werden, ob und wie trotz Corona Großveranstaltungen stattfinden können.

Tim Bendzko: Studien für mehr Normalität

"Es sind die 99 Prozent der Menschen aus der Veranstaltungsbranche aktuell betroffen, die eben nicht im Fernsehen zu sehen sind", erklärt der Künstler. Bendzko hofft, dass auch andere Bereiche angeregt werden Studien durchzuführen, damit man wieder zu einem gewissen Grad an Normalität bei Groß- und Musikveranstaltungen zurückkehren kann.

Archiv: Marek Lieberberg am 22.06.2020 in Frankfurt

Vor Live-Konzert in Düsseldorf -
Lieberberg: Branche braucht Hoffnungszeichen
 

Ein großes Live-Konzert soll der Branche wieder auf die Beine helfen. Veranstalter Marek Lieberberg erklärt, warum er keine Angst hat, dass es zum Corona-Hotspot werden könnte.

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