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Dreyer: Bund-Länder-Plan für Corona-Herbst

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"maybrit illner" - Dreyer: Bund-Länder-Plan für Corona-Herbst

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Für Ministerpräsidentin Dreyer sind Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Pandemie "überfällig". Sie kritisierte in der ZDF-Sendung "maybrit illner" ein "Defizit an Gemeinsamkeiten".

Malu Dreyer bei "maybrit illner"

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Die rheinland-pfälzische Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) hat die für nächste Woche geplante Beratung der Ministerpräsidenten der Länder mit der Bundesregierung zur Corona-Pandemie als "überfällig" bezeichnet. Differenzierung und Föderalismus seien wichtig und richtig, dennoch gebe es inzwischen "ein Defizit an grundsätzlichen Gemeinsamkeiten", kritisierte Dreyer am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "maybrit illner".

Das müsse sich wieder ändern. So müssten Bund und Länder gemeinsam etwa über eine neue Teststrategie und über den Umgang mit Großveranstaltungen entscheiden. "Wir müssen uns auf den Herbst vorbereiten", betonte die SPD-Politikerin.

Dreyer: Auf Dauer kein kostenloser Test für Risiko-Reisende

Bei der Bund-Länder-Konferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will Dreyer unter anderem darüber sprechen, ob Rückkehrer aus Risikogebieten ihren verpflichtenden Corona-Test künftig selbst zahlen müssen. Sie habe "großes Verständnis" für die derzeit kostenlose Verfahrensweise, weil schnelles Handeln gefordert gewesen sei:

Aber ich finde dezidiert, wir brauchen eine neue Strategie in den Herbst rein, wenn wieder Ferien sind.
Malu Dreyer, Regierungschefin Rheinland-Pfalz

Die "Volksseele" koche zu Recht, wenn jemand bewusst ins Risikogebiet Mallorca fahre und bei Rückkehr einen Test auf Kosten der Allgemeinheit in Anspruch nehme. Auf Dauer könne das nicht so bleiben. Sie plädiere für Rückkehrer aus solchen Regionen für verpflichtende Quarantäne und selbst bezahlte Tests einige Tage nach Rückkehr. Wer den Test nicht bezahlen wolle, müsse 14 Tage in Quarantäne bleiben.

Laumann: Freiheit bedeutet Verantwortung

Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sagte, ein Bezahlverfahren wäre im Moment bei den Massentests aus Kapazitätsgründen nicht möglich gewesen. Mittelfristig aber müssten bei den Kosten einer Reise in ein Risikogebiet auch die Testkosten eingerechnet werden.

Nicht alles im Zusammenhang mit Corona dürfe in der Solidargemeinschaft landen. Für den Gesundheitsminister aus Nordrhein-Westfalen ist Freiheit mit Verantwortung gleichzusetzen:

Maske tragen, heißt Verantwortung zeigen.
Karl-Josef Laumann, NRW-Gesundheitsminister

Karl-Josef Laumann bei "maybrit illner"

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Für Ute Teichert, Vorsitzende Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), müssen die Zahlen im Blick behalten werden. Gerade die Nachverfolgung von Infektionsketten durch die Gesundheitsämter laufe laut der Ärztin gut.

Ärzteverband-Chefin: Crowding ist gefährlich

"Das ist ein System, auf das wir uns verlassen können", fügt sie hinzu. Entscheidend bei Veranstaltungen wie Konzerten, Fußballspielen oder privaten Feiern ist für Teichert die Frage, wie eng man zusammen ist: "Der Faktor Crowding ist gefährlich."

"maybrit illner“ mit dem Thema "Virus, Wissenschaft, Politik – viel gelernt, wenig getan?" vom 20. August 2020.

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Virologe: Antigen-Schnelltest wäre wünschenswert

Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe am Bernhard-Nocht-Institut der Universität Hamburg, gab zu bedenken, dass nicht jede Reise gleich ist: "Wir sehen Familien, die ihre Verwandten zu Hause besuchen. Das ist etwas völlig anderes als eine Mallorca-Reise". Ein Antigen-Schnelltest wäre aus seiner Sicht das beste Werkzeug für die Amtsärzte.

Der Virologe lobte Deutschland für das Konzept der "stabilen Kontrolle", da es funktioniere. Er gab aber gleichzeitig zu bedenken, dass es eine große Vielfalt an verschiedenen Varianten des Coronavirus gebe und die Menschen auch unterschiedlich auf diese reagierten. Basis des Erfolgs sei für ihn die Einhaltung der AHA-Regeln.

Die Situation ist noch nicht überwunden, und daran müssen wir die Bevölkerung regelmäßig erinnern.
Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe

Heidrun Elbracht, Leiterin der Janusz-Korczak-Gesamtschule Gütersloh, betonte, dass ihre Schule von einem Regelbetrieb weit entfernt sei. Gerade die Maskenpflicht würde einiges an Logistik und Planung erfordern. "Die Abstandsregeln können wir nicht einhalten, da unsere Klassenräume mit 62 Quadratmetern für 27 bis 30 Schüler zu klein sind", fügt Elbracht hinzu. Als Rektorin trage sie derzeit eine große Verantwortung "und wir haben nach wie vor große Sorge".

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