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Kritik an DFL: Arrogant und unanständig

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Corona-Tests für die Bundesliga - Kritik an DFL: Arrogant und unanständig

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Die Stiftung Patientenschutz hat die DFL als "arrogant" und "unanständig" kritisiert. Regelmäßige Corona-Tests dürfte es nicht zuerst für Fußballspieler der Bundesliga geben.

Archiv: Dr. Andreas Wieser, Leiter eines Labors an der Ludwig-Maximilians-Universität München, betrachtet im Diagnostiklabor für eine Covid-19 Studie eine Blutprobe aus der Studie.
Tests für alle Bundesliga-Spieler? Die Patientenschützer schlagen Alarm!
Quelle: dpa

ZDFheute: Die Deutsche Fußball Liga hat regelmäßige Corona-Tests der Spieler und Betreuer angekündigt, wenn die Bundesliga wieder starten sollte. Laborkapazitäten gebe es genug, heißt es. Andere Gruppen werden nicht getestet: Pfleger, Ärzte, Risikogruppen, Lehrer. Finden Sie das richtig?

Eugen Brysch: Es ist überheblich und arrogant, in welcher Art und Weise sich die Deutsche Fußball Liga die Priorität für Covid-19-Testungen sichern will. Angesichts des Leides der Corona-Krise ist das unanständig. Solche Deals werden auch dann nicht besser, wenn sie den Segen des Bundesgesundheitsministers und einiger Ministerpräsidenten hätten.

Es gilt die Priorität, das jetzt Notwendige nicht außer Acht zu lassen. Das ist die systematische Testung der Risikopatienten, ihrer Angehörigen, der Pflegekräfte und Ärzte. Genau dafür sollte sich die Politik jetzt an erster Stelle einsetzen.

ZDFheute: Aber die Laborkapazitäten sind momentan komfortabel: Die Labors sind laut Robert-Koch-Institut nur zu gut 40 Prozent ausgelastet. Warum wird das Pflegepersonal nicht flächendeckend getestet?

Der deutsche Profifußball steht in den Startlöchern für die Fortsetzung der Saison. Das Konzept für Spiele ohne Zuschauer liegt auf dem Tisch. Aber am Ende entscheidet die Politik.

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Brysch: Seit dem Auftreten der ersten Covid-19-Infektionen Ende Januar stelle ich mir genau diese Frage. Deutschland muss endlich die Menschen in den Blick nehmen, die die Hauptlast in der Krise tragen. Deshalb brauchen wir Testungen, einen nachhaltigen Grundschutz und den Aufbau von regionalen Taskforces, um bei Ketteninfektionen sofort reagieren zu können.

ZDFheute: Könnte man, wenn man dies tut, die Pflegeeinrichtungen für Angehörige wieder mehr öffnen?

Brysch: Die absolute Isolation der pflegebedürftigen Menschen muss ein Ende haben. Deshalb braucht es einen Vorrat an Desinfektionsmitteln, Mund-Nasen-Schutz, Handschuhen und Schutzbrillen für mindestens 14 Tage. Dann kann über Hygieneschleusen endlich auch Besuch erfolgen. Voraussetzung für das alles sind sowohl regelmäßige flächendeckende Testungen als auch sofort bei Grippesymptomen.

Das Interview führte Kristina Hofmann.

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