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Regierung vollzieht Kehrtwende bei Corona-App

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Dezentrale Datenspeicherung - Regierung vollzieht Kehrtwende bei Corona-App

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Im Streit um eine Corona-App zur Verfolgung der Ansteckungswege hat die Bundesregierung eine Kehrtwende vollzogen - und setzt nun auf eine dezentrale Datenspeicherung.

In der Debatte über die Corona-App hat sich die Bundesregierung für eine dezentrale Datenspeicherung entschieden. So soll ein besserer Datenschutz gewährleistet werden.

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Bei der Diskussion um eine Corona-App hat sich die Regierung nun doch für eine dezentrale Datenspeicherung ausgesprochen. Dafür solle der Einsatz einer "konsequent dezentralen Softwarearchitektur" vorangetrieben werden, betonen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Kanzleramtschef Helge Braun in einer gemeinsamen Erklärung.

Damit laufe es auf eine App hinaus, die "die in Kürze zur Verfügung stehenden Programmierschnittstellen der wesentlichen Anbieter von mobilen Betriebssystemen nutzt und gleichzeitig die epidemiologische Qualitätssicherung bestmöglich integriert".

Nutzer erhalten per App Hinweis auf Corona-Kontakt

Hintergrund ist der Widerstand des US-Smartphone-Anbieters Apple und Datenschutzbedenken gegen eine zentrale Lösung. Seit Wochen bemüht sich die Bundesregierung um die Einführung einer Corona-App zur Nachverfolgung von Infizierten und Ansteckungen. Ein entscheidender Streitpunkt ist die Frage, wo die Daten gespeichert werden und wer darüber Kontrolle hat.

Um die Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen, fordern Politiker die freiwillige Nutzung einer Tracking-App. Doch ist so eine App auch mit dem Datenschutz vereinbar?

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Während das bisher favorisierte Pepp-PT-Projekt eine zentrale Lösung verfolgt, also einen Abgleich der Daten über einen zentral verwalteten Server, gewann zuletzt das dezentrale Projekt DP-3T Anhänger. Dabei sollen die Daten auf den Smartphones selbst gespeichert werden. Die Nutzer sollen bei beiden Ansätzen einen Hinweis bekommen, wenn sie mit Infizierten länger in Kontakt gekommen sind. Dies soll helfen, die Infektionsketten beim Coronavirus zu unterbrechen.

Die Nutzung der App durch möglichst große Teile der Bevölkerung ist die Grundlage ihres Erfolges.
Jens Spahn und Helge Braun

Apple verweigert Zugang zu Betriebssystem

Die Bundesregierung hatte zuletzt kommuniziert, dass eine Entscheidung für den zentralen Ansatz und die vom Heinrich-Hertz-Institut und dem Robert-Koch-Institut entwickelte App gefallen sei. Diese sollte auf dem Pepp-PT-Ansatz aufbauen und anonymisierte Daten an das RKI übermitteln, damit die Daten auch epidemiologisch ausgewertet werden können.

Archiv: Tracing App "Private Kit".

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Apple hatte nach Angaben aus Regierungskreisen in Gesprächen aber die nötige Öffnung der Schnittstelle in seinem Betriebssystem verweigert. Ohne die Mitarbeit der US-IT-Konzerne Apple und Google gilt ein erfolgreicher Einsatz einer Tracing-App aber als sinnlos, weil fast alle Smartphones mit Betriebssystemen der beiden Firmen ausgestattet sind.

Freiwillige und anonyme Datenübermittlung an das RKI

Der Kanzleramtschef und der Gesundheitsminister argumentierten nun, der Kompromiss bestehe darin, dass die Bürger im neuen Ansatz freiwillig und anonym Daten an das Robert-Koch-Institut übermitteln können.

Politiker von SPD, Grünen und Linken begrüßten die Entscheidung ebenso wie der Chaos Computer Club. Die DP3T-Initiative teilte mit, dass nun mehr Datensicherheit gewährleistet sei. Die Bundesregierung hatte dagegen argumentiert, dass man bei einem App-System einer staatlichen Stelle vertrauen müsse. "Bei einem dezentralen System müssen Sie (aber) Apple und Google vertrauen", sagte eine Regierungssprecherin.

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