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Corona vertuscht? Die Vorwürfe gegen China

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Geheimdienstpapier - Corona vertuscht? Die Vorwürfe gegen China

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Virusausbruch vertuscht, riskante Laborarbeiten? Ein Dossier westlicher Geheimdienste verstärkt das Misstrauen gegenüber Chinas Umgang mit Corona. Worum es geht - ein Überblick.

Labormitarbeiter in Wuhan untersucht Proben des neuartigen Coronavirus.
Hat China Informationen zu Corona zurückgehalten?
Quelle: Reuters

In einem Geheimdienstpapier wird Peking scharf für den Umgang mit der Corona-Pandemie gerügt. Das Dossier der "Five Eyes" - so nennt sich die Geheimdienstallianz der USA, Großbritanniens, Australiens, Kanadas und Neuseelands - fasst die Vorwürfe und Verdächtigungen zusammen, wie die australische Zeitung "The Daily Telegraph" berichtete. Darum geht es:

Was werfen die Geheimdienste China vor?

China wird demnach vorgeworfen, die Information an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für den größten Teil des Januars zurückgehalten zu haben, dass Sars-CoV-2 eine ansteckende Krankheit auslöse. Damit habe Peking Zeit gewonnen, um medizinische Ausrüstung aus dem Ausland zu beschaffen, heißt es laut US-Geheimdienstinformationen. Zugleich seien Exporte von Gesichtsmasken, Schutzkleidung und ähnlichem Material verringert worden.

Das Dossier der "Five Eyes" weist auch auf riskante Forschungsarbeiten in einem Labor in Wuhan hin - in der Stadt Wuhan war das neue Coronavirus im Dezember erstmals aufgetaucht. Es erwähnt laut Zeitung aber auch, dass unter den beteiligten Nationen kein Konsens über die Herkunft herrscht.

US-Präsident Donald Trump hatte die Spekulationen darüber angefacht. Auch US-Außenminister Mike Pompeo sagte am Sonntag, es gebe "signifikante" Belege, dass die Krise in jenem Labor ihren Anfang genommen habe.

Wie reagiert China auf die Vorwürfe?

Chinesische Staatsmedien haben die Vorwürfe der USA als "grundlose Beschuldigungen" zurückgewiesen. Es sei eine Strategie, von der eigenen "Unfähigkeit" im Kampf gegen die Pandemie abzulenken, kommentierte die Zeitung "Global Times", die vom kommunistischen Parteiorgan "Volkszeitung" herausgegeben wird.

Der Vorwurf von Pompeo, dass das Virus aus einem Labor stamme, nannte die "Global Times" einen "Bluff". "Die Wahrheit ist, dass Pompeo keinerlei Beweise hat."

Wie glaubwürdig ist die Theorie, dass das Virus einem Labor entstammt?

Wissenschaftler halten es für wahrscheinlicher, dass Sars-CoV-2 von Fledermäusen über ein anderes Tier und durch den Wildtierhandel auf den Menschen übertragen wurde. China hatte im März den Handel mit wilden Tieren per Gesetz verboten.

Archiv: Der geschlossene Fischmarkt von Wuhan, aufgenommen am 27.01.2020

Herkunft von SARS-CoV-2 -
Neue Argumente für Labor-Theorie?
 

US-Medien berichten, das neue Coronavirus könne aus einem Labor in Wuhan stammen. Belastbar sind diese Hinweise nicht. Wissenschaftler gehen von einem natürlichen Ursprung aus.

von Nils Metzger

Experten haben auch nachgewiesen, dass das Virus nicht künstlich erzeugt worden ist, sondern natürlichen Ursprungs ist, wie vergangene Woche auch die US-Geheimdienste bestätigt hatten.

Der Leiter des Labors, Yuan Zhiming, hatte entsprechende Vorwürfe bereits vor mehreren Tagen zurückgewiesen. Keiner seiner Mitarbeiter habe sich infiziert.

Wie wird international auf die Vorwürfe reagiert?

Bundesaußenminister Heiko Maas rief China zu Transparenz in der Corona-Krise auf. "Die ganze Welt hat ein Interesse, dass der genaue Ursprung des Virus geklärt wird", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

China sei in einer "Bringschuld" und müsse aufklären, wie die Anfangszeit des Virus abgelaufen sei, sagte auch der stellvertretende Vorsitzenden des Parlamentarischen Kontrollgremiums, Konstantin von Notz (Grüne), im ZDF. Australien hat eine unabhängige Untersuchung des weltweiten Umgangs mit der Corona-Pandemie gefordert.

Im Video: Konstantin von Notz (Grüne) sieht China in einer "Bringschuld"

"Die Informationspolitik der Chinesen muss man kritisch sehen", sagt Konstantin von Notz (B90/Grüne), stellvertretender Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums, im ZDF.

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7 min
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