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China und Ausland verschärfen Maßnahmen

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Fast 10.000 Coronavirus-Fälle - China und Ausland verschärfen Maßnahmen

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Im Kampf gegen das Coronavirus erhöhen weitere Länder ihre Auflagen: Die USA haben ihre Reisewarnung für China verschärft. Peking will einige Bürger aus dem Ausland zurückholen.

Die Weltgesundheitsorganisation hat die Ausbreitung des Coronavirus zu einer "gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite" erklärt. 2003 war das schon einmal beim SARS-Ausbruch geschehen.

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Im Kampf gegen das sich rasant ausbreitende Coronavirus haben China und das Ausland ihre Maßnahmen nochmals verschärft. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief am Donnerstagabend den internationalen Gesundheitsnotstand aus, was eine stärkere länderübergreifende Koordination ermöglichen soll. China kündigte an, im Ausland befindliche Bürger der Provinz Hubei - dem Zentrum der Epidemie - zurückzuholen. In Deutschland wurde ein fünfter Infektionsfall bestätigt.

In China sind laut chinesischer Regierung mittlerweile 213 Menschen am Coronavirus gestorben. Die Zahl der Toten stieg damit um 43. Es handelte sich um den höchsten Anstieg der verzeichneten Todesfälle innerhalb eines Tages. Todesfälle außerhalb Chinas gibt es noch nicht.

Die Gesamtzahl der in China offiziell bestätigten Infektionsfälle wuchs um 1.982 auf rund 9.700. Weitere rund 102.000 Patienten würden wegen Verdachts auf das Virus medizinisch beobachtet, erklärte der Gesundheitsausschuss der Regierung.

Was der Gesundheitsnotstand bedeutet

Die Deklarierung des Gesundheitsnotstands ermöglicht es der UN-Unterorganisation, weltweite Empfehlungen zur Bekämpfung des Virus abzugeben - von den UN-Mitgliedstaaten wird erwartet, dass sie diesen Empfehlungen folgen.

Das Außenministerium in Peking kündigte an, ins Ausland gereiste Bürger aus Hubei sollten "so rasch wie möglich" mit Chartermaschinen zurück in die Provinz geflogen werden. Als Grund nannte eine Ministeriumssprecherin "praktische Schwierigkeiten", mit denen Bürger aus Hubei und besonders der dortigen Millionenmetropole Wuhan im Ausland konfrontiert seien. Von Wuhan hatte die Epidemie ihren Ausgang genommen.

Außerhalb Chinas gibt es inzwischen mehr als 50 Infektionsfälle in mindestens 18 Ländern. Die WHO erklärte zur Ausrufung des Gesundheitsnotstands, die "größte Sorge" sei, dass sich das Virus auf Länder mit weniger gut ausgestatteten Gesundheitssystemen ausbreite.

Tedros bezeichnete allerdings Beschränkungen für Reisen und den Handel mit China als unnötig. Das US-Außenministerium verschärfte gleichwohl seine Reisehinweise für China auf den höchstmöglichen Grad 4. Es warnt nun die US-Bürger vor Reisen in die Volksrepublik. Auch appelliert das State Department an Bürger, die sich derzeit in China aufhalten, eine vorzeitige Ausreise zu erwägen.

Fünfter Coronafall in Deutschland

Das Auswärtige Amt in Berlin hat eine Reisewarnung bislang lediglich für Hubei erlassen. Für das restliche Land empfiehlt das Ministerium, nach Möglichkeit nicht unbedingt notwendige Reisen zu verschieben.

Laut bayerischem Gesundheitsministerium bestätigten Tests den fünften Fall einer Infektion mit dem Coronavirus. Wie bei den anderen vier deutschen Fällen handelt es sich um einen Mitarbeiter des in Starnberg angesiedelten Automobilzulieferers Webasto. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat wiederholt betont, dass Deutschland gut auf das Virus vorbereitet sei.

Zu wenige Zimmer mit Vorschleusen?

Die Bundesärztekammer hält die deutschen Krankenhäuser allerdings nicht für ausreichend vorbereitet. Optimal für Patienten mit diesem Erreger seien Einzelzimmer mit Vorschleusen, von denen es aber nicht mehr sehr viele gebe, sagte die Pandemie-Beauftragte der Kammer, Susanne Johna, der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Die Rückholung ausländischer Staatsbürger aus dem weitgehend abgeriegelten Wuhan ging am Freitag weiter. Eine Militärmaschine mit rund 200 Bürgern flog in Richtung Frankreich ab, wie mitreisende AFP-Korrespondenten berichteten. Die ausgeflogenen Franzosen sollen zwei Wochen lang in Südfrankreich unter Quarantäne gehalten werden.

Die USA und Japan hatten bereits am Mittwoch insgesamt rund 400 Bürger aus Wuhan ausgeflogen. Auch die Bundesregierung will etwa hundert Deutsche aus Wuhan ausfliegen. Laut Medienberichten ist dies für Samstag geplant. Auch die deutschen Rückkehrer sollen vermutlich zwei Wochen lang in Quarantäne genommen werden.

Im Kampf gegen das Coronavirus erhöhen weitere Länder ihre Auflagen: Die USA haben ihre Reisewarnung für China verschärft. Peking will einige Bürger aus dem Ausland zurückholen.

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Spahn plädiert für internationale Zusammenarbeit

In der ZDF-Sendung maybrit illner plädiert auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für eine enge internationale Zusammenarbeit.

Mit Blick auf Deutschland sagte Spahn in der Sendung, die Behörden gingen sehr wachsam, aber angemessen mit der momentanen Situation um. Wichtig sei, schnell Infektionsketten zu unterbrechen. "Ein Gesundheitswesen wie unseres kann das", sagte er. Für einen geplanten Rückholflug von 90 bis 100 Deutschen aus der Stadt Wuhan bemühe sich das Auswärtige Amt, die Voraussetzungen mit den chinesischen Behörden zu schaffen.

Tropenmediziner ordnet Gefahr durch Virus ein

Trotz der rasanten Verbreitung: Experten wie der Tropenmediziner August Stich warnen vor einer Panikmache. Der Chefarzt in der Würzburger Missioklinik sagte:

So wie es im Moment ausschaut, ist es kein Virus, das uns alle dahinrafft.
August Stich, Chefarzt der Tropenmedizin

An vielen Orten in Deutschland gebe es bereits Testmethoden, mit denen innerhalb weniger Stunden ein Verdachtsfall abgeklärt werden könne.

Die Zahl der Coronavirus-Infizierten steigt immer weiter. Aber nicht nur die Zahl der Fälle wächst - auch immer mehr Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Virus machen die Runde. Heute+ macht den Faktencheck.

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