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Recherchen: Virus länger bekannt - China hielt offenbar Infos über Corona zurück

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Neue Recherchen belegen: China hätte die Welt viel früher über das Coronavirus informieren können. Bei der WHO gab es schon länger Zweifel an der offiziellen Version aus Peking.

Chinesische Soldaten mit Atemmasken marschieren an einem Plakat vorbei, das Präsident Xi Jinping zeigt.
China soll wichtige Fakten zum Virus verheimlicht haben.
Quelle: andy wong/pool/epa-efe/shutterst

China hat essenzielle Informationen über das Coronavirus mehr als eine Woche lang zurückgehalten. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, besaßen die chinesischen Behörden über Tage hinweg bereits detailliertes Wissen über den genetischen Code des Virus - Wissen, mit dem Tests, Medikamente und Impfstoffe entwickelt werden können.

Den Recherchen zufolge wurden Informationen über den neuen Krankheitserreger streng kontrolliert, auch weil private und staatliche Labore miteinander konkurrierten. Während die WHO China noch öffentlich für dessen Hilfe und die "umgehende" Veröffentlichung des genetischen Codes lobte, gab es intern schon Sorgen, dass das Land nicht genügend Informationen über die Risiken des neuen Virus' teilte und damit wertvolle Zeit verspielte.

Die WHO muss sich auf ihre Mitglieder verlassen

Was gesundheitliche Informationen betrifft, muss sich die WHO auf die Mitgliedsstaaten verlassen. Internationales Recht verpflichtet diese zwar zur Meldung relevanter Daten, doch hat die WHO keine Mittel, das auch durchzusetzen.

Das neue Coronavirus wurde erstmals am 2. Januar decodiert, am 30. Januar erklärte die WHO den weltweiten Notstand. In der Zwischenzeit breitete sich das Virus um das 100- bis 200-Fache aus, wie rückblickende Daten des Chinesischen Zentrums für Krankheitskontrolle und -Prävention zeigen.

Trump machte der WHO früh Vorwürfe

Für die WHO kommen diese Enthüllungen zur Unzeit, nachdem US-Präsident Donald Trump die Zusammenarbeit der USA mit der UN-Gesundheitsorganisation aufgekündigt hat. Sein Vorwurf: Die WHO habe mit China zusammengearbeitet, um das Ausmaß der Epidemie zu verschleiern.

Chinas Präsident Xi Jinping hielt dagegen, sein Land habe immer Informationen an die WHO und die Welt geliefert, und zwar in kürzester Zeit. Nach Informationen von AP stimmt weder das eine noch das andere. Vielmehr zeigt sich, wie sehr die WHO irgendwo dazwischen gefangen war, während sie eindringlich nach mehr Daten verlangte.

China sollte im besten Licht erscheinen

Die Weltgesundheitsorganisation wurde von China größtenteils im Unklaren gelassen und erhielt nur ein Mindestmaß an Informationen. Dennoch versuchte sie, China im besten Licht erscheinen zu lassen, wahrscheinlich, um das Land zu mehr Details zu bewegen.

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