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Corona-Demo in Berlin - Stimmungsmache mit überhöhter Teilnehmerzahl

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20.000 Menschen demonstrierten laut Polizei gegen die Corona-Maßnahmen in Berlin. Wie kam diese Zahl zustande? Und wer spricht weiterhin fälschlich von einer Million Teilnehmern?

Eine Demonstration in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern erfährt seit dem Wochenende große Aufmerksamkeit. Am Samstag protestierten dort in der Innenstadt nach Polizeiangaben bis zu 17.000 Menschen und anschließend bis zu 20.000 Menschen bei einer Abschlusskundgebung auf der Straße des 17. Juni.

Unter Unterstützern der Proteste hält sich in den sozialen Medien jedoch seitdem das Gerücht, es hätten mehr als eine Million Menschen an der Demonstration teilgenommen und die tatsächliche Teilnehmerzahl würde von Sicherheitskräften und Medien unterschlagen.

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Fotoaufnahmen widersprechen der Zahl von einer Million

Belastbare Belege für die These von einer Million oder noch mehr Teilnehmern gibt es nicht. Tatsächlich belegen auch die Aufnahmen, die von Verfechtern der höheren Teilnehmerzahl immer wieder gepostet werden, keine Million Teilnehmer. Im Vergleich mit zurückliegenden Großveranstaltungen wie der Berliner Loveparade um das Jahr 2000 zeigen Fotoaufnahmen deutlich geringere Teilnehmerzahlen. Auch die Polizei Berlin blieb am Montag auf Anfrage von ZDFheute bei ihren Angaben.

Berlin, Strasse des 17. Juni, links Demo gegen Corona-Beschränkungen, rechts die Loveparade 1999 (1,5 Mio. Besucher).
Berlin, Straße des 17. Juni, links Demo gegen Corona-Beschränkungen am Samstag, rechts die Loveparade 1999 mit rund 1,5 Millionen Besuchern.
Quelle: ZDF, reuters, dpa

Durch flach gewählte Bildausschnitte können Menschenmassen deutlich größer erscheinen. Auch durch das Ausblenden der verbleibenden, menschenleeren Straße des 17. Juni und insbesondere des Kreisels um die Siegessäule fehlen dem Betrachter wichtige optische Anhaltspunkte, um die vorhandene Menschenmenge in eine Relation zu setzen.

Bei den Aufnahmen vom Samstag sind zudem deutlich die Lücken in den Reihen der Demonstranten erkennbar - anders als etwa bei den Fotos der Loveparade. Auch das deutet darauf hin, dass es mutmaßlich weniger Teilehmer waren.

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Archiv, Berlin: Siegessäule, Loveparade 2003.
Zwingend nötig für eine Million Teilnehmer: Feiernde um die Siegessäule bei der Loveparade 2003 in Berlin (Archivbild).
Quelle: Reuters

AfD-Bundestagsabgeordneter verbreitet falsche Zahlen

Unterstützung erfuhr die unhaltbare Millionen-These auch durch den AfD-Bundestagsabgeordneten Stephan Protschka. Er bedankte sich bei "den 1,3 Millionen friedlichen Demonstranten, die gestern in Berlin für Freiheit demonstriert haben". Auch andere AfD-Vertreter und Fanseiten übernahmen die Zahl.

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Ein womöglich manipulierter Tweet der Polizei Berlin, der sogar von 3,5 Millionen Teilnehmern gesprochen haben soll, verbreitet sich in zahlreichen verschwörungsgläubigen Telegram-Gruppen. "Wir haben so einen Tweet nie abgesetzt, auch nicht versehentlich", sagte dazu ein Polizeisprecher der "Berliner Zeitung".

Viel Resonanz unter englischsprachigen Verschwörungsanhängern

Auch in den englischsprachigen sozialen Medien, insbesondere bei Anhängern des QAnon-Mythos, verbreiteten sich Falschaussagen zur Berliner Corona-Demonstration. Auch dort wird von einer Million Teilnehmern gesprochen und die Demonstration als Vorbild für ähnliche Proteste weltweit gelobt.

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Was sagt die Berliner Polizei zu den Diskussionen?

Wie die Berliner Polizei die Teilnehmerzahlen bei solchen Großveranstaltungen berechnet, hat ein Polizeisprecher gegenüber ZDFheuteCheck erklärt:

Street Art in Berlin: ängstliche Frau mit Mundschutz und Virus

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