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Demos - "Sargnagel für Corona-Regeln"

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Gesundheitsexperte Lauterbach - Demos - "Sargnagel für Corona-Regeln"

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Die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland ist derzeit stabil. SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach fürchtet jedoch, dass die jüngsten Demonstrationen das ändern könnten.

Demonstration gegen Rassismus in Berlin am 06.06.2020
Auf dem Alexanderplatz in Berlin hatten am Samstag etwa 15.000 Menschen gegen Rassismus demonstriert.
Quelle: dpa

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat angesichts der jüngsten Großdemonstrationen gegen Rassismus strengere Regeln gefordert, um eine zweite Corona-Welle zu verhindern. Dem "Tagesspiegel" sagte Lauterbach mit Blick auf eine Großkundgebung am Wochenende in Berlin:

Solche Demonstrationen sind ein Sargnagel für die noch bestehenden Regeln.
Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte

Abstandsregeln nicht durchsetzbar

Durch die lauten Sprechchöre seien Unmengen an Aerosolen auf engem Raum verteilt worden. "Für den Kampf gegen das Virus wäre es besser, nur mit Plakaten und Bannern zu demonstrieren." Lauterbach betonte das Demonstrationsrecht, er kritisierte aber:

Viel zu viele Leute, zu wenige Masken, zu wenig Abstand - das ideale Super-Spreading-Event.
Karl Lauterbach

Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, sagte dem "Tagesspiegel": "Mit polizeilichen Mitteln ist eine Abstandsregel bei einer Versammlung von vielen Tausend Menschen schlicht nicht durchsetzbar." Bei Krawallen seien die Beamten nun auch noch hohen Infektionsgefahren ausgesetzt, weil manche Menschen das Anliegen ihrer Demonstration als wichtiger einschätzten als den Infektionsschutz.

Archiv, Berlin: Teilnehmer einer Kundgebung protestieren auf dem Alexanderplatz gegen Rassismus und Polizeigewalt.

Massen-Demo und Corona-Gefahr -
"Unmöglich, Regeln durchzusetzen"
 

Massendemos gegen Rassismus trotz Corona? In Berlin ist einiges falsch gemacht worden, sagt Autor und Journalist Olaf Sundermeyer. Trotzdem sei das Anliegen der Demonstranten berechtigt.

Auf dem Alexanderplatz in Berlin hatten am Samstag 15.000 Menschen friedlich gegen Rassismus demonstriert. Auf Intervention der Polizei beendeten die Veranstalter die Demonstration allerdings wegen der großen Menschenmenge vorzeitig. Angesichts der hohen Teilnehmerzahl war die Einhaltung der Corona-Abstandsregeln nicht mehr möglich gewesen.

Andere Branchen fordern Gleichbehandlung

Die Großdemonstrationen lassen in einigen Branchen Forderungen nach weiteren Lockerungen laut werden. Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, sagte der "Bild"-Zeitung: "Wenn solche Großdemonstrationen genehmigt werden, stellt sich die Frage, wie verhältnismäßig die Auflagen sind, die der Gastronomie gemacht werden."

Der Konzertveranstalter Peter Schwenkow von der Deutschen Entertainment AG sieht in den Demo-Bildern ein Signal für mehr Öffnung. "Wir sollten jetzt zwei Wochen abwarten, welche Auswirkungen diese Demonstrationen auf das Infektionsgeschehen haben. Wenn nichts passiert, wird es höchste Zeit, dass wir spätestens ab Juli wieder in die Saison der Freiluftkonzerte starten", sagte er der "Bild"-Zeitung.

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