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Homeoffice in der Corona-Krise - Wie der öffentliche Dienst hinterherhinkt

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Während der Corona-Krise arbeiten viele Mitarbeiter im Homeoffice. Im öffentlichen Dienst ist das ein Problem: Viele Behörden sind technisch nicht gut ausgerüstet.

Bei manchem fehlt es zu Hause an Leitungen und Rechnern.

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Behörden in Deutschland haben massive Probleme mit den digitalen Herausforderungen der Corona-Krise. So haben beispielsweise nur zehn bis 15 Prozent der Mitarbeiter des Berliner Verwaltungsapparates die nötige Technik für Homeoffice. Die Mitarbeiterin eines Ministeriums, die anonym bleiben will, tut ihre Enttäuschung auf Twitter kund: "Es gibt kein Konzept und keine Ideen für mobiles Arbeiten."

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Telefonkonferenzen sollen auf ein Minimum beschränkt werden, für Videokonferenzen gibt es keine technischen Angebote. Die Kommunikation wird dadurch extrem erschwert, sagt die Frau. "Wenn das über einen längeren Zeitraum so weiter geht, leidet definitiv die Qualität unserer Arbeit."

Jürgen Trittin fehlen Mail-Zugänge und einheitliche Tools

Auch im Bundestag sorgte die technische Ausstattung für Politiker im Homeoffice schon für Ärger: Grünen-Politiker Jürgen Trittin beschwerte sich jüngst in einem Brief an den Ältestenrat, man sei im Bundestag schlecht auf die Arbeit von zu Hause vorbereitet.

Er kritisierte fehlende Mail-Zugänge und uneinheitliche Tools für Telefon- und Videokonferenzen. Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, die im Ältestenrat für den Einsatz neuer Kommunikationstechniken zuständig ist, will sich dazu am 20. April im Gremium beraten.

Beim Thema Homeoffice hinkt der öffentliche Dienst hinterher

Und auch in der öffentlichen Verwaltung läuft bei weitem nicht alles rund: Aktuell verfügen etwa zehn bis 15 Prozent aller Mitarbeiter des Berliner Verwaltungsapparates über die nötige Technik, um im Homeoffice arbeiten zu können, räumt Sabine Smentek, Staatssekretärin für Informations- und Kommunikationstechnologie, ein.

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Auch wenn nicht für jeden Aufgabenbereich eine spezielle Ausstattung gebraucht wird, hinkt der öffentliche Dienst beim Thema Homeoffice deutlich hinterher. Das bemerkte unlängst Beamtenbund-Chef Ulrich Silberbach in einer Pressemitteilung.

Die Berliner Senatsverwaltung war auf Corona-Krise nicht vorbereitet

Die Senatsverwaltung Marzahn-Hellersdorf zumindest sieht das Problem nicht bei sich: Im Normalfall gelte eine Präsenzpflicht, deshalb sei man auf eine Umstellung zur Heimarbeit nur bedingt eingerichtet.

Von 1.637 Angestellten der Verwaltung verfügen nur 266 über die nötige Technik. Ein akutes Aufrüsten sei schwierig, da man zusätzlich zu mobilen Endgeräten auch spezielle Softwares und Zugänge zu den Verwaltungsnetzwerken benötigt.

Im Video: Der Stress, wenn Kind und Beruf im Homeoffice aufeinandertreffen

Der Datenschutz ist auch ein Fallstrick

Viele Behörden wiederum reagieren auf Nachfrage von ZDFheute ausweichend: Bundesumweltministerium, Agentur für Arbeit oder die Berliner Justizverwaltung sprechen davon, ihre Homeoffice-Angebote deutlich ausgeweitet zu haben.

Auskunft darüber, wie vielen ihrer Beschäftigten ein Dienst in Telearbeit möglich sei, konnte ZDFheute dabei nicht gegeben werden. Ein weiteres Problem ist der Datenschutz. Teilweise wird mit höchstvertraulichen Daten und Akten gearbeitet, die nicht einfach mit nach Hause genommen werden dürfen.

Improvisation ist während Corona-Pandemie Gebot der Stunde

Wo es möglich sei, werde aber Homeoffice praktiziert oder in Schichten ins Büro gegangen, so Dr. Frank Zitka, der Sprecher des Deutschen Beamtenbundes: "Im Moment wird überall improvisiert."

In Zukunft soll die Berliner Verwaltungs-IT modernisiert werden. Die Corona-Krise zeigt den Behörden offenbar gerade, wie sehr sie bei der Digitalisierung hinterherhinken.

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