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Virologe Drosten - Corona-Mutation wohl schon in Deutschland

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In Großbritannien ist eine Coronavirus-Mutation aufgetaucht. Virologe Drosten sieht vorerst keinen Grund zur Angst, ist aber sicher, dass die Variante bereits in Deutschland ist.

Virologe Christian Drosten. Archivbild
Für Virologe Christian Drosten ist die neue Corona-Variante vorerst kein Grund zur Sorge. Archivbild
Quelle: Christophe Gateau/dpa

Das Coronavirus in der neuen Variante ist nach Einschätzung des Virologen Christian Drosten bereits in Deutschland angekommen, für ihn sei das aber vorerst kein Grund zur Sorge:

Es ist schon in Italien, in Holland, in Belgien, in Dänemark, sogar in Australien, warum sollte es nicht in Deutschland sein?
Christian Drosten

"Davon darf man sich jetzt auch wirklich nicht irgendwie aus der Ruhe bringen lassen", sagte der Berliner Forscher im Deutschlandfunk. Er wolle allerdings auch nicht verharmlosen, vieles sei noch unklar rund um die in Großbritannien stärker aufgetretene Erregerart.

Das mutierte Virus breitet sich in Großbritannien schnell aus. Bislang wurde die Virusvariante in Deutschland nicht nachgewiesen, ein Vorkommen sei laut RKI aber möglich.

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Länder stoppen Flugverkehr aus und nach Großbritannien

Von dort sind seit Mitternacht Flüge nach Deutschland verboten. Viele andere Länder - wie zum Beispiel Frankreich, Polen, Norwegen, Argentinien und Chile - haben genauso reagiert. Drosten sagte, er sei wie alle anderen auch in einer "etwas unklaren Informationslage". Ob die neue Virus-Variante tatsächlich deutlich ansteckender sei, könne noch gar nicht bewertet werden.

Dafür müssten noch mindestens diese Woche Informationen aus Großbritannien abgewartet werden. Schließlich habe es dort regional unterschiedlich strenge Corona-Maßnahmen gegeben. Diese Einschätzung bestätigt auch das Robert Koch-Institut in einem Online-Statement am Montag.

Deshalb sei die Frage zu klären, ob die neue Virus-Variante überhaupt für regional stark steigende Infektionszahlen verantwortlich sei oder eher ein nicht so strenger Lockdown. "Spült dieses Virus mit dieser Welle hoch, oder ist das Virus dafür verantwortlich, dass diese Welle entstanden ist?", resümiert Drosten.

Die in Großbritannien zirkulierende Corona-Mutation ist nach britischen Behördenangaben bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Variante. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, haben mehrere EU-Länder den Reiseverkehr eingeschränkt.

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Neue Corona-Mutation schon im September entdeckt

In Großbritannien sei die neue Variante schon im September entdeckt worden, sagt der Forscher weiter. Auch in Holland sei sie schon Anfang Dezember zufällig gefunden worden, dort aber nicht "hochgekocht". So werde es auch in vielen anderen Ländern sein.

Die kürzlich entdeckte Variante sei um bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form, hatte Premierminister Boris Johnson am Samstag gesagt. Drosten äußerte Zweifel an der wissenschaftlichen Gewissheit dieses Wertes: "Diese Zahl ist einfach so genannt worden." Politiker würden solche Zahlen nennen, Medien nähmen diese auf.

Plötzlich steht so ein Wert im Raum - 70 Prozent - und keiner weiß überhaupt, was damit gemeint ist.
Christian Drosten, Virologe Charité Berlin

Auch bei der Impfung gab Drosten Entwarnung: Er erwarte nicht, dass die Virus-Art Impfungen weniger effektiv mache. Die Europäische Arzneimittelbehörde (Ema) wird voraussichtlich an diesem Montag über die Zulassung eines ersten Impfstoffs in der EU entscheiden.

Neue Variante in Großbritannien - Coronavirus-Mutation: Was wir bisher wissen 

In Großbritannien wurde eine neue Virus-Variante entdeckt, die sich offenbar schneller ausbreitet. Vieles ist noch unklar - ein Überblick.

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