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Keine großen Lockerungen in England

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Johnsons Schlingerkurs - Keine großen Lockerungen in England

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Großbritannien ist stark vom Coronavirus betroffen. Nun hat Premier Johnson leichte Lockerungen angekündigt - einen "Tag der Befreiung", wie viele hofften, bedeutet das nicht.

Boris Johnson stellt in TV-Ansprache Corona-Fahrplan vor
Boris Johnson stellte in einer TV-Ansprache seinen Fahrplan in der Corona-Krise vor.
Quelle: andrew parsons/10 downing street/ap/dpa

Es will nicht besser werden. Nicht nur führt das Königreich die europäische Statistik in Sachen Corona-Todesopfer an, die lang erwartete Rede von Boris Johnson sendete vor allem eine Botschaft aus: Die Londoner Regierung weiß nicht, wo sie hin will.

Ja, die Wirtschaft soll langsam wieder angefahren werden. Aber davon abgesehen, dass die Briten nun auch offiziell mehr als einmal am Tag rausdürfen, man zur Arbeit fahren soll (wenn dort und auf dem Weg dorthin Abstandhalten möglich ist) und die Gartencenter öffnen, tut sich erstmal nichts.

Wie sollte es auch, kann man fragen, wenn in der vergangenen Woche im Schnitt immer noch rund 500 Menschen am Tag starben? (Stand: 10.05., 23 Uhr)

Neue Restriktionen statt großem "Tag der Befreiung"

Allerdings klang das alles vergangene Woche anders. Der Premier kündigte im Parlament an, dass es schon ab Montag Erleichterungen geben werde, der Boulevard jubelte und titelte vom großen Tag der Befreiung. Doch schon Ende der Woche wurde klar, dass die neuen Freiheiten so gering sein würden wie die alten.

Boris Johnson präsentierte bei seiner 13-minütigen Fernsehansprache am Sonntagabend einen Covid-Alarmplan. Dank der guten Mitarbeit der Bürger befinde man sich momentan beim Übergang von Alarmstufe vier auf drei. Doch: "Nein, dies ist nicht der Moment, um den Lockdown in dieser Woche einfach zu beenden."

Vielmehr gibt es neue Restriktionen. Ab Juni sollen Flugreisende, die ins Königreich kommen, zwei Wochen in Quarantäne. Geschäfte und Schulen sollen, wenn es keine zweite Welle von Corona-Infektionen gibt, frühestens ab Juni langsam wieder öffnen. Restaurants erst im Juli.

Bereits im Vorfeld waren Details von Johnsons Plan an die Öffentlichkeit gelangt und hatten für Unmut gesorgt. Mehr dazu von ZDF-Korrespondentin Diana Zimmermann:

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Opposition warnt: Das neue Motto ist gefährlich

Die größte Veränderung erfährt der Corona-Slogan. Bisher forderte die Regierung ihre Bürger auf: "Stay Home", nun heißt es: "Stay Alert - "Bleibt wachsam" statt "Bleibt zuhause". 

Die Opposition warnt, das neue Motto sei gefährlich uneindeutig, die schottische Erste Ministerin Nicola Sturgeon sagt, sie wisse nicht, was das heißen solle. Alle drei Nationen Schottland, Wales und Nordirland reagieren prompt: Es sei viel zu früh, die Richtung und den Slogan zu ändern. Ihre Bürger sollen weiter zuhause bleiben.

Gewerkschaften: London handelt "unverantwortlich"

Auch Gewerkschaften protestieren, die Londoner Regierung handle unverantwortlich. Es gebe keinen durchdachten Plan, wie in Fabriken und Büros mit den geltenden Abstandregeln gearbeitet werden könne.

Völlig unklar ist auch, wie der Personennahverkehr organisiert werden soll. Die Londoner U-Bahn transportiert zu Spitzenzeiten fünf Millionen Menschen täglich. Hielte man zwei Meter Abstand in der Bahn ein, könnten nur maximal 15 Prozent der Passagiere befördert werden.

Großbritannien hat die Zahl der Corona-Toten deutlich nach oben korrigieren müssen:

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Umfrage: Briten finden deutsches Krisenmanagement besser

Den sonst so stoischen Briten geht der Schlingerkurs, der schon so vielen von ihnen das Leben gekostet hat, langsam an die Nieren. "Ich hab die Konservativen gewählt, weil ich hoffte, dass sie den Brexit durchziehen. Aber mit dieser Sache hab ich viel Vertrauen verloren, und viele andere auch", sagt Paul Vincent, ein Taxifahrer.

Eine Mehrheit der Briten findet nicht nur, dass die Deutschen ihr Krisenmanagement besser im Griff haben, auch Italiener und Spanier, so eine Umfrage von Yougov, hätten mit ihren Regierungen mehr Glück gehabt. 

Die einen gehen nicht mehr raus, die anderen umso mehr

In Abwesenheit eines klaren Kurses aus Downing Street nehmen viele Briten die Sache nun selbst in die Hand. Die einen trauen sich immer weniger raus, andere dafür umso mehr.

Die Polizei im Nordlondoner Stadtteil Hackney kreuzte am Samstag durch die sonnigen Parks und machte verzweifelte Durchsagen, die in fröhlichen Grüppchen vor sich hin trinkenden Sonnenbadenden sollten sich an die vorgeschriebenen Abstände halten. Auf Twitter klagte sie später, es sei "ein aussichtsloser Kampf".

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