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Deutsche Task Force in Lateinamerika

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Virologen kämpfen gegen Corona - Deutsche Task Force in Lateinamerika

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Eine Task Force mit Experten der Berliner Charité rückt aus, um bei der Bekämpfung des Coronavirus zu helfen. Südamerika ist zum Infektions-Hotspot geworden.

Peru hat schnell und konsequent auf die Corona-Pandemie reagiert. Dennoch hat das Land die zweitmeisten Fälle Südamerikas und kämpft mit einer schweren Rezession.

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Peru hat um Hilfe gebeten und Deutschland hilft: Ein Team von Wissenschaftlern ist aktuell auf dem Weg nach Lima. Im Gepäck Laborreagenzien, tausende Testkits und Trainings. Viele der Experten sprechen Spanisch, um Laborpersonal vor Ort im Umgang mit der Corona-Pandemie schulen zu können.

Viele Länder bitten die Task Force um Hilfe

Geleitet wird die Mission von Professor Dr. Jan Felix Drexler, Chef der Virusepidemiologie der Charité, und dem Mikrobiologen Dr. Michael Nagel.

Es prasseln so viele Anfragen wie noch nie auf uns ein.
Dr. Michael Nagel, Mikrobiologen GIZ

Seit fünf Jahren gibt es die Schnell Einsetzbare Expertengruppe Gesundheit (SEEG), 20 Einsätze hat sie bereits absolviert – Entwicklungshilfeminister Müller hatte sie während der Ebola-Krise ins Leben gerufen.

Peruanische Bevölkerung besonder hart von Corona getroffen

Während sich die Situation in Europa zu stabilisieren scheint, werden Lateinamerika und Afrika zu Hot-Spots der Covid-19 Erkrankung. Peru steht mit über 250.000 Infektionen auf Platz sechs der meistbetroffenen Länder.

Vor allem leiden hier die indigenen Völker unter der Pandemie. Denn ihr Immunsystem kennt den Erreger nicht und ist daher anfälliger – so die Vermutung.

Schnell einsetzbare Expertengruppe Gesundheit

Auch ist für die meisten der Weg ins Krankenhaus sehr lang. "Also wir reden da über mehrere Tage Bootsreise bis zum nächsten Krankenhaus. Und das ist dann kein Krankenhaus, wie Sie es jetzt aus Deutschland kennen", so Drexler.  

Dramtische Situation auch in Ecuador

Ebenfalls besonders dramatisch: Das Infektionsgeschehen an der Grenze zu Ecuador. Viele Geflüchtete leben dort auf engem Raum und sind ebenfalls auf Hilfe angewiesen.

Das sind sehr, sehr schwierige Zustände, die dazu führen, dass die Leute, wenn es schlecht läuft, vor sich hin sterben.
Prof. Dr. Jan Felix Drexler, Berliner Charité

Epidemiologe Jan Felix Drexler von der Charité, begleitet einen Hilfseinsatz in Peru und hilft bei der Schulung von medizinischem Personal in Entwicklungsländern.

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Im Fokus: Schulung von ortsansässigem Personal

Schon vor der Reise wurden viele Telefonkonferenzen mit den Partnern vor Ort geführt. In Lima angekommen werden die im Vorfeld ausgesuchten Referenzlabore auf ihre diagnostischen Strukturen geprüft. Die Wissenschaftler diskutieren vorhandene Testkapazitäten, Arbeitsabläufe und Prozesse, welche es noch zu optimieren gilt.

Vor allem aber auch auf die Mitarbeiter hat das Team ein Auge. Denn genau die müssen ihre Diagnostik später ohne die Hilfe aus Deutschland stemmen. Hier wird geschaut, ob eventuell noch nachgeschult werden muss.

Unsere Einsätze sind per se gefährlich und das liegt entsprechend in der Natur der Sache, wenn man für eine Task Force arbeitet.
Dr. Michael Nagel, GIZ

Wissenschaftler haben langjährige Erfahrung mit Hilfseinsätzen

Sie schützen sich, wie sie können. Tragen Masken und halten Hygieneregeln ein. Ein Vorteil: Sie greifen dabei auf langjährige gemeinsame Erfahrungen zurück.

Das Labor in Iquitos besuchen beide Wissenschaftler nun zum dritten Mal. So haben sie zusammen die Zika-Diagnostik in Peru aufgebaut, halfen beim Pest-Ausbruch in Madagaskar und beim Dengue-Fieber auf Sri Lanka. Nagel habe mittlerweile aufgehört seine Einsätze zu zählen, sagt er. Die Nachhaltigkeit der Projekte sei ein enorm wichtiger Aspekt ihrer Arbeit.

"Weißhelme" in vielen Ländern gefragt

Mittlerweile haben weitere Länder offiziell deutsche Unterstützung im Kampf gegen Covid-19 angefragt.

Unter anderem Costa Rica, Brasilien und Chile. Da müsse man laut Entwicklungsminister Müller aus humanitären Gründen helfen, aber zugleich habe die Hilfe auch eine enorme politische Bedeutung. "Hilfst Du Deinem Freund, bleibt er Dein Freund", so der Minister. Und weiter:

Die Staatspräsidenten, die Bevölkerung sieht: Deutschland steht uns in der Not beiseite. Das hat große Wirkung.

Zwei Wochen bleibt das Team um Drexler und Nagel in Peru. Erfolgreich sei ein Einsatz, wenn man vor Ort gemeinsam mit dem Partner Ziele abstecken und diese dann auch umsetzen kann, so Nagel. Es komme aber oft genug vor, dass die Agenda vor Ort noch einmal geändert werden muss.

Die Corona-Pandemie trifft die Entwicklungsländer besonders. Entwicklungsminister Gerd Müller betont, wie wichtig es ist, dass sich die EU-Länder in der Krise solidarisch zeigen.

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