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Bayerischer Coronavirus-Fall - Erste Mensch-zu-Mensch-Ansteckung außerhalb Asiens

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Bei dem Mann, der in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert ist, handelt es sich um einen 33-Jährigen. Er habe sich bei einem chinesischen Gast angesteckt, so die Behörden.

Erstmals ist in Deutschland eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Bei dem Patienten handelt sich um einen 33-jährigen Mann einer Firma aus Stockdorf, bestätigte Andreas Zapf, Präsident des bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, bei einer Pressekonferenz.

Der Automobilzulieferer Webasto bestätigte, dass die erkrankte Person ein Mitarbeiter der Unternehmenszentrale im bayerischen Stockdorf ist. Der 33-Jährige soll sich während einer Schulung bei einer Mitarbeiterin der Firma aus China angesteckt haben. Webasto habe alle Reisen von und nach China für mindestens die nächsten zwei Wochen abgesagt.

In Deutschland ist erstmals eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Die Pressekonferenz des bayerischen Gesundheitsministeriums und des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in voller Länge.

Beitragslänge:
54 min
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Besuch von Eltern aus Wuhan

Die Mitarbeiterin aus Shanghai sei vergangene Woche in Stockdorf gewesen und sei nach ihrer Rückkehr nach China positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte Webasto mit. Zuvor hatte sie Besuch von ihren Eltern gehabt, die aus der Region Wuhan stammten.

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Das Virus kann eine Lungenkrankheit auslösen, an der im Hauptverbreitungsland China bereits mehr als 100 Menschen gestorben sind - die meisten davon waren ältere Patienten mit schweren Vorerkrankungen. Die Metropole Wuhan ist besonders betroffen vom Virus.

Coronavirus-Fall in Bayern ein Novum

Besonders an dem Fall in Bayern ist, dass damit wohl erstmals weltweit eine Mensch-zu-Mensch-Ansteckung zwischen nicht eng Verwandten in einem Land außerhalb Chinas nachgewiesen wurde. Bisher handelte es sich bei fast allen der rund 50 erfassten Infektionen in Frankreich, den USA, Thailand und anderen asiatischen Ländern um importierte Fälle.

Neu sei der Fall auch, weil der 33 Jahre alte Mann aus Landsberg am Lech sich nach ersten Erkenntnissen bei einer Chinesin angesteckt hat, als sie noch keine Symptome der Krankheit zeigte. "Das ist neu, dass wir das so wissen", sagte der Leiter der Taskforce Infektiologie, Martin Hoch. Die Behörden müssten aber noch mit der Chinesin sprechen, um das zu bestätigen.

Die Betroffenen hatten sich bei einer Reise nach China infiziert. Lediglich ganz vereinzelte Fälle von Ansteckungen zwischen engen Familienangehörigen wurden bekannt, aber keine Übertragungen etwa auf Klinikpersonal, Arbeitskollegen oder Zufallskontakte.

Patient klinisch in einem sehr guten Zustand

Dem Patienten geht es nach Angaben seines behandelnden Arztes "sehr gut". "Er ist fieberfrei, hat auch derzeit keine Atemwegssymptomatik mehr", sagte Clemens Wendtner, Chefarzt im Klinikum Schwabing in München, am Dienstag. Der Mann werde nicht auf der Sonderisolierstation des Krankenhauses behandelt, sondern auf der normalen Isolierstation in einem Zimmer mit Schleuse.

"Die Sonderisolierstation ist nicht aktiviert und wird für diesen Patienten auch nicht aktiviert", sagte Wendtner. Er betonte: "Es besteht keinerlei Gefahr für Mitpatienten." Enge Kontaktpersonen wie Familienmitglieder und Kollegen des 33-Jährigen sind aufgerufen, zu Hause zu bleiben.

An der Pressekonferenz nahm auch Bayerns Gesundheitsministerium Melanie Huml (CSU) teil. Dort wurde erklärt, dass die Behörden auch den Kindergarten, in den die Kinder des Patienten gehen, auf Ansteckungen hin überprüfen. "Natürlich denken wir an Kinder und auch an die Kindergärten", sagte Zapf.

Derzeit würden 40 Kontaktpersonen in der Firma und der Familie überprüft, sagte Hoch. "Die Zahl kann noch steigen."

Über 4.500 Fälle weltweit

In Europa waren zuvor drei Infektionen mit dem neuartigen Virus nachgewiesen worden. Alle drei betrafen Menschen in Frankreich, die zuvor in China gewesen waren. Die Gesamtzahl der weltweit bekannten Erkrankungen ist auf mehr als 4.500 gestiegen, nachdem das chinesische Staatsfernsehen am Dienstag einen Sprung um mehr als 1.700 Fälle im Vergleich zum Vortag meldete.

Allein in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei habe es auch 24 weitere Todesopfer gegeben, so dass landesweit mindestens 106 Menschen an der Lungenkrankheit gestorben seien.

ZDF-Korrespondent Ulf Röller war in Wuhan. Hier erklärt er, wie die Lage in China derzeit aussieht:

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