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Kommission stellt Plan vor - So will die EU den Sommerurlaub retten

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Was, wenn der Sommer-Urlaub nicht ins nahe Grenzgebiet, sondern in den sonnigen Süden gehen soll? Die EU-Kommission hat dafür einen Plan vorgelegt. Die Vorschläge im Überblick:

Die EU-Kommission hat ein Konzept für sichere Sommerurlaube in Zeiten von Corona präsentiert. "Ziel ist es, den Menschen eine Chance zu einer wohlverdienten Pause, Entspannung und frischer Luft zu verschaffen", erklärte die Kommission in Brüssel.

Das wird natürlich kein normaler Sommer, für keinen für uns.
Vize-Kommissionschefin Margrethe Vestager

Die Menschen sollten nach monatelangen Einschränkungen nicht zum Daheimbleiben verdonnert werden. Aber so lange es keine Impfung gegen Covid-19 gebe, müssten Reisewünsche gegen das Risiko neuer Infektionswellen abgewogen werden.

Der Plan der EU-Kommission sieht vor, die derzeit stark eingeschränkte Reisefreiheit innerhalb der EU zumindest schrittweise wiederherzustellen. Gleichzeitig sollen Hotels, Ferienparks und Restaurants neue strenge Hygiene- und Sicherheitsanforderungen erfüllen müssen. Vorgeschlagen wird zum Beispiel eine Begrenzung der Gästezahl, damit Abstandsregeln eingehalten werden können.

Die Grenzfrage

Die Grenzkontrollen sollten nach Ansicht der EU-Kommission vorsichtig und abgestimmt gelockert werden - aber nur, falls die Virus-Situation es zulässt. Zu forsches Vorgehen könne zu einem Wiederanstieg an Infektionen führen. Sobald die Viruszirkulation reduziert worden sei, sollten pauschale Einschränkungen durch gezielte Maßnahmen ersetzt werden.

Zunächst soll dort gelockert werden, wo die epidemiologische Situation in beiden Ländern vergleichbar sei. Es müsse genügend Test- und Krankenhauskapazitäten geben. Zudem sollten die Hygiene-Vorgaben in beiden Ländern gleich sein. Abstandsgebote müssten eingehalten und Infektionsketten verfolgt werden können. Freiwillige Apps könnten dabei helfen.

Deutschland und die Grenzkontrollen

Deutschland kontrolliert seit Mitte März seine Grenzen zu mehreren Nachbarstaaten. Von Mitte Juni an sollen Reisen in europäische Nachbarländer wieder möglich sein - vorausgesetzt die Infektionszahlen bleiben unter Kontrolle.

Die Überprüfungen an der deutschen Grenze werden schrittweise gelockert, Österreich macht zum 15. Juni die Grenze nach Deutschland auf.

Außenminister Heiko Maas kündigte eine Lockerung der weltweiten Reisewarnung an. Damit dürften Urlaubsreisen zumindest zu ausgewählten Zielen im Sommer wieder realistisch sein - zunächst wohl aber nicht auf das spanische Festland und nach Italien.

Voraussetzungen für den Urlaub

  • Am wichtigsten sei, dass die Ausbreitung des Virus im Zielland deutlich zurückgegangen sei und für längere Zeit auf niedrigem Niveau bleibe.
  • Zudem müsse es ausreichend Kapazitäten im Gesundheitssystem geben, damit Krankenhäuser nicht von einem möglichen Anstieg an Infektionen überwältigt würden.
  • Auch müsse es ausreichend Covid-19-Tests geben.
  • Vor ihrem Urlaub sollten Verbraucher auf einer Online-Karte prüfen können, wie die Situation in ihrem Zielort ist. Eine solche Karte, in denen einzelne Regionen angezeigt werden können, solle nun aufgesetzt werden.
  • Das Personal von Hotels müsse geschult werden, Gäste sollten regelmäßig über Neuigkeiten der Behörden informiert werden. Für den Fall eines Corona-Ausbruchs müsse eine Kontaktverfolgung gewährleistet sein.
  • Für Restaurants oder Cafés solle eine Maximalzahl an Gästen festgelegt werden. Zudem könnten Slots für die Mahlzeiten, den Pool oder das Fitnessstudio erwogen werden.

Grundlegende Corona-Regeln müssten eingehalten werden: etwa ein Mindestabstand oder regelmäßiges Händewaschen.

Passagiere mit Koffern an einem Flughafen

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Sollten Mitgliedstaaten Unternehmen dennoch erlauben, lediglich Reisegutscheine auszustellen, droht demnach ein Vertragsverletzungsverfahren. Während Verbraucherschützer Beifall klatschten, kam von Wirtschaftsverbänden scharfe Kritik.

Weiter empfiehlt die EU-Kommission, dass freiwillig akzeptierte Gutscheine "nach spätestens einem Jahr zurückerstattet werden können, wenn sie nicht eingelöst wurden". Und sie sollten für möglichst viele verschiedene Leistungen verwendbar und auf andere Nutzer übertragbar sein.

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