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Führender US-Immunologe Fauci ist beunruhigt

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Corona-Infektionen in den USA - Führender US-Immunologe Fauci ist beunruhigt

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In mehreren US-Bundesstaaten steigen die Infektionszahlen wieder. Amerikas führender Immunologe Fauci warnt und will mehr testen. Das entspricht nicht Präsident Trumps Linie.

Dr. Anthony Fauci spricht vor dem US-Repräsentantenhaus
Dr. Anthony Fauci warnt vor dem Ausmaß der Corona-Pandemie in den USA
Quelle: AP

Donald Trump war am Dienstag in Arizona unterwegs - ausgerechnet. Fast 55.000 Corona-Fälle gibt es in dem Bundesstaat insgesamt, mehr als 1.350 Menschen sind bereits in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Und die Zahlen steigen rasant. Doch für den US-Präsidenten ist die Pandemie an diesem Tag nicht das Thema. Auf seinem Terminplan steht ein Besuch der Grenze zu Mexiko, später nimmt er an einem Event junger Anhänger teil. Maskenpflicht? Gibt's nicht.

Fauci: "Die nächsten zwei Wochen könnten kritisch werden"

Bei einer Anhörung, die etwa zur gleichen Zeit in der Hauptstadt Washington stattfindet, tragen sie alle Maske, zwischen den Stühlen gibt es Abstand und Markierungen auf dem Boden. Anthony Fauci, Amerikas führender Immunologe in der Corona-Krise, und drei weitere leitende Gesundheitsexperten der US-Regierung stehen Rede und Antwort.

Fauci ist beunruhigt über den Anstieg von Infektionen in einigen Bundesstaaten, und meint damit etwa Florida, Texas und eben Arizona. "Die nächsten zwei Wochen könnten kritisch werden." Und eines machen er und die anderen Experten deutlich klar: Keiner von ihnen sei jemals angewiesen worden, Tests zu verlangsamen. "Das Gegenteil ist der Fall", so Fauci. Er betont:

Wir werden mehr testen und nicht weniger.
Anthony Fauci, Immunologe

Trump verteidigt seine Aussage über Corona-Tests

Faucis Aussage ist keine, die seinem obersten Chef gefallen dürfte. Bei einer Kundgebung am vergangenen Samstag hatte Präsident Trump vor Anhängern noch gesagt: "Wenn man in diesem Ausmaß testet, wird man mehr Menschen finden, man wird mehr Fälle finden, also habe ich meinen Leuten gesagt: Verlangsamt bitte die Tests."

US-Präsident Trump hat ein Stück der Mauer zum Nachbarland Mexiko besucht. Er zeigte sich zufrieden mit dem Bauwerk und erklärte es für bedeutend im Kampf gegen das Coronavirus.

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Als sich später bei Kritikern Empörung breitmachte, versuchte das Weiße Haus eilig, Trumps Äußerung als Scherz abzutun. Doch am Dienstag wollte der Präsident von dieser Interpretation nichts mehr wissen: "Ich habe nicht gescherzt", sagte Trump vor Reportern und wiederholte:

Wenn wir testen, finden wir mehr Fälle. Testen ist ein zweischneidiges Schwert.
US-Präsident Donald Trump

Täglich etwa 30.000 Neuinfektionen in den USA

Mit der Brechstange will der Präsident zurück zur Normalität, er will lockern, die Wirtschaft öffnen und sich damit möglicherweise eine Wiederwahl sichern. In den Vereinigten Staaten liegt die Zahl der registrierten Neuinfektionen wieder bei etwa 30.000 pro Tag, fast so viele wie zum Höhepunkt der Krise im April. Die "Kurve deutlich abzuflachen" ist Amerika nicht gelungen.

Diese Zunahme an Infektionen sei lediglich auf eine Zunahme von Tests zurückzuführen, meint Trump. Dabei sei das Virus auf dem Rückzug und beinahe ausgestorben. Doch renommierte Gesundheitsexperten halten dagegen, sie sehen den Grund vielmehr in den Lockerungen von Corona-bedingten Beschränkungen.

Fauci: Fortschritte bei Suche nach Impfstoff

Und so ist es für die US-Amerikaner weiter eine Glaubensfrage, ob sich ihre Lage sichtlich bessert oder sie noch tief drin stecken in der Pandemie-Krise.

Bei aller Beunruhigung sieht Anthony Fauci immerhin aber auch einen Lichtblick: Die enormen Anstrengungen bei der Suche nach einem Impfstoff machten Fortschritte. "Ich bin zuversichtlich, dass wir Anfang 2021 einen Impfstoff haben." Eine Garantie aber gebe es dafür natürlich nicht.

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