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Fleischbranche in der Kritik - Politik will Missstände angehen

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Ein weiterer Corona-Ausbruch in einem Schlachtbetrieb zeigt Missstände in der Fleischbranche auf. Kunden können Einfluss nehmen, so Verbraucherschützer. Die Politik will handeln.

Nach dem Skandal um den Fleischkonzern Tönnies fordert Bundesarbeitsminister schnelle Schritte zum Schutz der Fleischarbeiter. "Wir wollen die Kontrollen weiter verschärfen", so Heil.

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Nach einem erneuten Corona-Ausbruch in einem Schlachtbetrieb mit Werkverträgen raten Verbraucherschützer, beim Kauf von Fleischprodukten auch die Arbeitsbedingungen kritisch zu hinterfragen.

Beim Fleischkauf sollte man generell darauf achten, dass nicht das Billigste auch das Beste ist.
Bernhard Burdick, Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

Er empfehle, weniger Fleisch zu essen und dafür mehr auszugeben.

"Ich würde deshalb nicht den Fleischverzehr skandalisieren, sondern die Arbeits- und Wohnbedingungen", sagte Burdick.

Corona-Ausbruch bei Tönnies

Vor einigen Tagen war bekannt geworden, dass es unter den Mitarbeitern des größten deutschen Schlachtbetriebs von Tönnies bei Rheda-Wiedenbrück zu einem Ausbruch mit einer Vielzahl von Corona-Infizierten gekommen ist. Bereits im Mai war es bei auf einem Schlachthof von Westfleisch im Kreis Coesfeld zu einem Corona-Ausbruch gekommen.

Im Zuge des Corona-Ausbruchs beim Schlachtbetrieb Tönnies stehen 7.000 Menschen unter Quarantäne. Inzwischen wurden schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen erhoben.

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Bundesregierung will Werkverträge in der Fleischbranche verbieten

Die Bundesregierung erklärte daraufhin Ende Mai, gegen Missstände in der Fleischbranche vorgehen zu wollen. Ab kommendem Jahr soll das Schlachten und Verarbeiten von Fleisch nur noch mit Arbeitnehmern des eigenen Betriebes zulässig sein. Dafür Werkverträge zu vergeben, wäre dann tabu.

Nach dem massiven Corona-Ausbruch bei Tönnies betonte Arbeitsminister Hubertus Heil gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland:

Wir wollen die Kontrollen weiter verschärfen, noch bevor das neue Gesetz zur Arbeitssicherheit in der Fleischindustrie da ist
Hubertus Heil, Bundesarbeitsminister (SPD)

Gewerkschaft prangert Arbeitsbedingungen an

Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) glaubt an eine Umsetzung des geplanten Verbots von Werkverträgen in der Fleischindustrie zum nächsten Jahr. Es sei ein Scheinargument, dass Betriebe Probleme hätten, Personal zu finden. Die Gewerkschaft erwarte, dass die Fleischindustrie in der Einflussaufnahme auf die Politik nun keinen Erfolg mehr haben werde.

Dem Sprecher der NGG zufolge ist die Besonderheit in der Schlacht- und Zerlegeindustrie im Vergleich zu anderen Branchen mit Werkverträgen, dass derzeit selbst der Kernbereich des Geschäfts ausgelagert werde.

Die Betriebe seien "administrative Hüllen", in denen nur etwa 20 Prozent der Mitarbeiter fest beschäftigt seien. Die restliche Arbeit werde mittels Werkverträgen erledigt. "Die Preise kann man dadurch ganz gut drücken und die Drecksarbeit überlässt man dann irgendwelchen dubiosen Firmen", sagte der Gewerkschaftler.

Im täglichen Leben vermittelt Hannah Thalhammer in ihrem YouTube-Kanal Spaß am Kochen. Sie kocht und isst gerne – auch Schweinefleisch. Das ist hierzulande extrem preiswert.

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Osteuropäische Mitarbeiter verdienen weniger

Osteuropäische Vollzeitbeschäftigte in Schlachtbetrieben verdienen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) im Vergleich zu ihren deutschen Kollegen mehrere hundert Euro weniger im Monat.

Das mittlere Einkommen bei den deutschen Kollegen lag der BA zufolge Ende 2018 bei gut 2.300 Euro brutto im Monat, bei den rumänischen Beschäftigten bei 1.800, bei den Bulgaren bei 1.700 und bei Polen und Ungarn bei 1.900 und knapp 2.000 Euro.

Demnach arbeiteten zum Stichtag 30. September 2019 im Bereich Schlachtung und Fleischverarbeitung rund 84.500 deutsche Vollzeitkräfte, 22.400 Rumänen, 8.300 Polen, 3.300 Ungarn und 2.500 Bulgaren.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zugesichert, dass gegen Missstände in der Fleischindustrie vorgegangen werden soll. Der CDU-Politiker sagte dem Deutschlandfunk:

"Die Versorgung mit Lebensmitteln ist ein hohes Gut und ich möchte, dass das Vertrauen an Lebensmitteln und an Fleisch 'made in Germany' erhalten bleibt",
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU)

Das bedeute, "dass wir auch dafür sorgen, dass Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden und dass die Missstände abgestellt werden, indem man entsprechende Veränderungen trifft".

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