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"Virus zeigt Frankreichs strukturelle Mängel"

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ZDF-Korrespondent zu Infektionen - "Virus zeigt Frankreichs strukturelle Mängel"

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In Frankreich fehlen im Umgang mit dem Coronavirus klare Kriterien, fehlt eine klare Strategie, erklärt ZDF-Korrespondent Walde die Rekord-Neuinfektionen der Grande Nation.

In Frankreich drohen neue Corona-Beschränkungen, denn die Infektionszahlen steigen rasant. ZDF-Korrespondent Thomas Walde in Paris schildert die Situation.

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Mit fast 17.000 neu registrierten Corona-Infektionen innerhalb von 24 Stunden hat Frankreich einen neuen Höchststand erreicht. Laut am Samstag veröffentlichten Zahlen wurden binnen eines Tages 16.972 Neuinfektionen verzeichnet. Der bisherige Höchststand war am 24. September mit 16.096 Fällen erreicht worden.

Der Gesundheitsminister des Landes drohe für die großen Städten bereits seit Tagen mit einer Verschärfung der Maßnahmen, sollte sich die Lage nicht bessern, berichtet Thomas Walde, Leiter des ZDF-Studios in Paris. Seine Einschätzung:

Die Lage bessert sich nicht.
ZDF-Korrespondent Thomas Walde

Die Zahl der Toten seit Beginn der Pandemie stieg auf rund 32.200. Damit gehört Frankreich zu den am stärksten von der Pandemie betroffenen Ländern Europas.

Frankreich: Ein Drittel der Intensivbetten wieder mit Corona-Patienten belegt

In Paris seien beispielsweise mittlerweile wieder 264 von 100.000 Einwohnern infiziert, sagt Walde. Zum Vergleich: In Deutschland sollen verschärfte Maßnahmen in den Regionen schon dann greifen, wenn mehr als 50 von 100.000 Einwohnern infiziert sind. Zudem sei ein Drittel der Intensivbetten in Frankreich wieder mit Covid-Patienten belegt, beschreibt der ZDF-Korrespondent die prekäre Situation.

Nach Krisensitzungen mit den Krankenhäusern hatte Paris im Sommer 4.000 zusätzliche Betten zugesagt, diese stehen aber bisher nicht zur Verfügung. Mehrere Gewerkschaften haben deshalb für den 15. Oktober zu neuen Streiks in den öffentlichen Kliniken aufgerufen, dabei geht es auch um höhere Löhne.

In Frankreich ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen mit über 16.000 auf einem neuen Höchststand. Woran liegt das? Zeitgleich regt sich regional der Widerstand gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung in Paris.

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Walde: Regierung in Frankreich hat keine klare Corona-Strategie

Man rechne damit, dass in den kommenden Tagen die Regierung eine Schließung von Bars und Restaurants - wie sie bereits in Marseille angeordnet wurde - auch in anderen großen Städten verhängt wird, so Walde. "So genau weiß man das aber nicht, denn die Regierung hat nicht klare Kriterien, keine klare Strategie."

Sie habe in den letzten Wochen zum Teil sehr heftig mit den Bürgermeistern in den großen Städten gestritten. "Das hat viele Menschen verunsichert", so Walde und führe nicht zu einer erhöhten Akzeptanz der Maßnahmen. Viele Testergebnisse ließen noch sehr lange auf sich warten, effiziente Kontaktverfolgung gebe es in Frankreich nicht.

Das Virus offenbart schonungslos die strukturellen Mängel und Schwächen im französischen Gesundheitswesen und im politischen Entscheidungsprozess.
Thomas Walde, ZDF-Studioleiter in Paris

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