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DIW-Chef Fratzscher - "Paket schützt 700.000 Arbeitsstellen"

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"Wir gehen davon aus, dass das Konjunkturpaket 700.000 Arbeitsplätze schützt", erklärt Ökonom Marcel Fratzscher vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung im ZDF-Interview.

Kleine und mittelständische Unternehmen, die von der Corona-Krise besonders hart getroffen sind, sollen im Sommer Extra-Geld vom Staat bekommen. Das Kabinett brachte am Freitag sogenannte Überbrückungshilfen auf den Weg, die eine Pleitewelle verhindern sollen. Das deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat das Konjunkturprogramm durchgerechnet.

"Es wird vielen Familien helfen", sagt Marcel Fratzscher, Vorsitzender des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung im "heute-journal". Und:

Wir haben berechnet, dass eine Familie mit mittleren Einkommen mit 4.500 Euro Monatseinkommen im Durchschnitt ungefähr 80 Euro im Monat sparen wird durch die Mehrwertsteuerabsenkung.

Das sei kein riesiger Betrag, aber für viele mache das sehr wohl einen Unterschied. Gleichzeitig müsse man jedoch sagen, das der Erfolg auch davon abhänge, ob die Unternehmen und Geschäfte die Senkung wirklich weitergeben an die Konsumenten. Außerdem müssten die Konsumenten ihr Verhalten beibehalten, in dem sie weiterhin konsumieren.

Konjunkturpaket: Effekte auf die Wirtschaft

Wegen der Corona-Pandemie stehen viele Firmen kurz vor dem Aus. Die Bundesregierung will sie unbürokratisch über die nächsten Monate retten - in der Hoffnung, dass es dann wieder von alleine läuft. Doch welche Effekte hat das Konjunkturpaket konkret auf Wirtschaft? "Wir gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 10 Prozent schrumpft und das dieses Konjunkturpaket alleine die Wirtschaftsleistung ungefähr 1,5 Prozent stützt", stellte Fratzscher fest.

Das sind ungefähr 700.000 Arbeitsplätze, die ein solches Konjunkturpaket jetzt und in Zukunft schützt.

... führt Fratzscher aus. "Also Arbeitsplatzverluste, die sonst stattfinden würden. Das sind 700.000 Menschen, 700.000 Familien."

"Enorme Risiken bei zweiter Pandemie-Welle"

Trotzdem sei nicht zu unterschätzen, dass vieles schief laufen könne, wenn eine zweite Welle der Pandemie folgt. "Wir haben weltweit einen sehr schwachen globalen Handel", sagte Fratzscher.

"Die Exporte sind eingebrochen, unsere Volkswirtschaft hängt sehr stark davon ab. Wir wissen nicht, ob eine Finanzkrise auch das Resultat einer solchen Pandemie sein könnte, wenn Unternehmen und Banken in Schieflage kommen. Wir wissen nicht, wie es in anderen europäischen Ländern weitergeht."

Die Risiken sind enorm.

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Fratzscher: "Schaden begrenzen"

Dennoch: "Wenn die Bundesregierung das Geld nicht ausgibt, dann sehen wir einen großen Verlust von Arbeitsplätzen und auch Insolvenzen bei Unternehmen", so Fratzscher.

Je größer dieser Schaden jetzt ist, desto permanenter ist er.

Gingen Unternehmen pleite, entstünden im neuen Jahr nicht sofort neue. "Wenn Menschen arbeitslos sind, dann brauchen sie auch einige Jahre wieder um Arbeit zu finden." Diesen Schaden nun zu begrenzen, hält Fratzscher aus wirtschaftspolitischer Sicht für wichtig, "weil es letztlich auch eine schnellere Erholung möglich macht".

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