Sie sind hier:

Idee in der Corona-Pandemie - "Plan C": Freiwillige Lockdowns jeden Monat

Datum:

Sieben Tage im Monat gemeinsamer Rückzug - solange die Corona-Pandemie dauert: Diesen Plan präsentiert eine neue Initiative namens "Plan C". Ein sinnvolles Szenario?

Die leere Innenstadt von Pfarrkirchen (Bayern), aufgenommen am 27.10.2020
Ein freiwilliger Lockdown, jeden Monat. So soll das Leben mit Corona zumindest kontrollierbar werden.
Quelle: dpa

Es gibt, sagt Marcus Ewald, in dieser Krise gerade zwei Seiten, die verzweifeln: auf der einen Seite immer mehr Menschen, denen eine langfristige Corona-Strategie fehlt. Und auf der anderen Seite die Politik, deren Maßnahmen Akzeptanz verlieren. Es ist eine Situation, mit der sich der 37-jährige Krisenmanager aus Mainz nicht länger abfinden will. Zugleich ist er überzeugt: Was der Staat aktuell macht, reicht nicht aus, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Nur: was tun?

Der Plan: eine freiwillige gemeinsame Lockdown-Woche im Monat

Ewald sammelte Mitstreiter und Mitstreiterinnen quer durch die Republik, die ebenso besorgt sind wie er. Von Ärztinnen über Restaurantchefs hin zu IT-Fachleuten. Gemeinsam präsentieren sie heute einen "Plan C" - als möglichen Ausweg aus dem ständigen Ad-hoc-Krisenmanagement.

Die Idee: ein Monats-Rhythmus von kurzen Lockdowns. Sieben Tage im Monat solle man die Kontakte so weit wie irgend möglich reduzieren - um danach wieder drei Wochen mit Masken in relativer Freiheit genießen zu können. Gefolgt von einer erneuten "Lockdown-Woche".

So, sagen Ewald und seine Mitstreiter, würde das Leben in der Pandemie für die nächsten Monate halbwegs planbar:

Die Leute könnten viel mehr beitragen. Doch derzeit werden sie durch unberechenbare und zum Teil wirkungslose Maßnahmen demotiviert.
Marcus Ewald, Gründer der Initiative "Plan C"

Über "Circuit Breaker" wird schon lange gesprochen

Tatsächlich ist die Grundidee nicht neu: Seit Wochen diskutieren Politiker und Virologen über so genannte "Circuit Breaker" - sinngemäß: Schalter, die das System vor einer Überlastung schützen.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Twitter nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Twitter übertragen. Über den Datenschutz dieses Social Media-Anbieters können Sie sich auf der Seite von Twitter informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutz-Einstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Mein ZDF“ jederzeit widerrufen.

Mit einem solchen "Überlastschalter" könnte man die Dynamik der Pandemie kurz und effektiv unterbrechen. Was fehlt, ist aber eine Idee, wie es danach weitergeht. Hier setzen die "Plan C"-Gründer an.

Reaktionen aus Politik und Wissenschaft: Prinzipiell denkbar

Gesundheitspolitiker, von ZDFheute auf die Idee angesprochen, reagieren nicht abgeneigt: "Reizvoll" sei die Idee, findet etwa Andrew Ullmann, FDP-Obmann im Gesundheitsausschuss.

Ich frage mich nur, ob wir ausreichend Menschen finden, die mitmachen.
Andrew Ullmann

Auch die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, Maria Klein-Schmeink, reagiert ähnlich: "Grundsätzlich finde ich alles gut, was Risiken einbremst."

Der Virologe Hendrik Streeck von der Universität Bonn warnt hingegen, zu viele könnten sich auf diese Maßnahme allein verlassen - und darüber hinaus andere Vorsichtsmaßnahmen vernachlässigen. Was er an dem Konzept schätzt: dass es auf Eigenverantwortung der Menschen setzt.

"Plan C" sucht Freiwillige, die mitmachen

Denn genau darauf baut die Initiative "Plan C": Freiwillige, die sich gemeinsam für eine Woche zurückziehen. Seit heute wirbt der Verein online mit einer Kampagne. Erstmals will man für die Woche vom 8. bis 14. November zum gemeinsamen Lockdown aufrufen.

Dem Autor auf Twitter folgen: @fneuhann

Man sieht verschiedene Menschengruppen, also Cluster, die mit dem Corona-Virus (symbolisch) infiziert sind.

Nachrichten | Panorama - Wie Corona-Cluster entstehen 

Die Corona-Infektionszahlen steigen. Cluster spielen hierbei eine entscheidende Rolle - sie können im schlimmsten Fall zu einem raschen Wachstum der Infektionszahlen führen.

Aktuelles zur Coronavirus-Krise

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Entweder hast du einen Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert, oder deine Internetverbindung ist derzeit gestört. Falls du die Datenschutzeinstellungen sehen und bearbeiten möchtest, prüfe, ob ein Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus. So lange werden die standardmäßigen Einstellungen bei der Nutzung der ZDFmediathek verwendet. Dies bedeutet, das die Kategorien "Erforderlich" und "Erforderliche Erfolgsmessung" zugelassen sind. Weitere Details erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.