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Global Peace Index - Corona-Folgen bedrohen Frieden

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Die Welt ist auch 2019 ein Stück weniger friedlich geworden - das ist das Ergebnis des Global Peace Index. Die Folgen der Corona-Pandemie dürften die Lage verschlechtern.

Transparent mit Aufschrift "Kein Frieden" - Demonstration in Italien gegen Rassismus und Polizeigewalt
Demonstration in Italien gegen Rassismus und Polizeigewalt.
Quelle: dpa

Der Frieden in der Welt hat sich 2019 gegenüber dem vergangenen Jahr um 0,34 Prozent verschlechtert. Das ist ein Ergebnis des Global Peace Index (GPI), den die Denkfabrik Institut for Economics and Peace (IEP) am Mittwoch in London vorstellte.

Am wenigsten friedlich waren im sechsten Jahr in Folge der Nahe Osten und Nordafrika. Europa blieb die friedlichste Region. Im Ranking der 160 untersuchten Staaten belegt weiterhin Island den ersten Platz. Deutschland steht auf Platz 16 des Weltfriedensindex. Am gewalttätigsten ging es nach dem Irak, Südsudan und Venezuela in Afghanistan zu. Die Zahl der Menschen, die durch terroristische Anschläge ums Leben kamen, ist das vierte Jahr in Folge allerdings um 75 Prozent zurückgegangen.

Die Welt ist erheblich weniger friedlich, als sie 2008 war.
Global Peace Index

In der Pandemie wächst der Hunger

Seinem Jahresbericht hat das IEP eine gesonderte Studie zu den Auswirkungen der COVID-19-Infektionen auf den Frieden hinzugefügt. Die bestehenden Spannungen und politischen Instabilitäten "werden noch zunehmen, da die Volkswirtschaften mit einem langwierigen Abschwung konfrontiert sind", diagnostiziert das IEP. Besonders hart wird es allerdings jene Staaten treffen, die in hohem Maße von internationaler Hilfe abhängig sind. Die Ernährungssicherheit werde sich verschlechtern.

Bereits vor dem Ausbruch der Pandemie waren weltweit 113 Millionen Menschen von Hunger bedroht. Global fehle "ein glaubwürdiger Ansatz zu Bewältigung der Krise“, heißt es in dem Report. Einen Lichtblick sieht die Denkfabrik: Die Militärausgaben könnten sinken, da die Staaten ihre finanziellen Ressourcen zur Stützung ihrer Volkswirtschaften benötigen. Länder, die eine niedrige Staatsverschuldung und gut funktionierende Regierung haben, werden die Corona-Krise schneller als alle anderen meistern, prognostiziert der Index.

Wie eng Frieden mit der Wirtschaftskraft eines Landes oder eine Region verbunden ist, zeigt sich auch ohne die Corona-Pandemie. 2019 kosteten Gewaltausbrüche die Weltwirtschaft 14,5 Billionen US-Dollar. Das sind 10,6 Prozent des Welt-Bruttoinlandsprodukts, das sehr ungleich zwischen den reichen und armen Ländern verteilt ist. Die größten wirtschaftlichen Kosten entstehen durch Vertreibung von Menschen. Sie belaufen sich auf 333 Milliarden US-Dollar. Erfreulich: Im Vergleich zu 2019 sanken die Kosten bewaffneter Konflikte um elf Prozent.

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Zivile Unruhen nehmen zu

Bis 2050 werde der Klimawandel bis zu 86 Millionen Menschen mehr als heute aus den Staaten südlich der Sahara vertreiben, 40 Millionen werden es in Südasien und 17 Millionen in Lateinamerika sein, schätzt die Denkfabrik. Damit würden die Staaten und der weltweite Friede instabiler.

In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl ziviler Unruhen, Generalstreiks und regierungskritischen Proteste gewachsen. 2019 gab es in mehr als 96 Ländern mindestens eine gewalttätige Demonstration. Von 2011 bis 2019 erhöhten sich zivile Unruhen in der Welt um 244 Prozent; in den Ländern südlich der Sahara sogar um mehr als 800 Prozent.

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17.09.2021
Videolänge
2 min
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